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Friedberg

12.05.2015

Volksfestgeschichte im Keller wieder entdeckt

In seinem wiederentdeckten Kellerabteil hat der Friedberger Verkehrsverein einige ungewöhnliche Funde gemacht. Beim Ausräumen halfen (von links) Philipp Treffler, Thomas Treffler, Florian Eckardt, Petra Gerber, Renate Mayer, Daniel Götz und Christina Götz.
Bild: Andreas Schmidt

Friedberger Verkehrsverein freut sich über Fundstücke aus einem unscheinbaren Abteil. Bei einer Versteigerung sind einige Kuriositäten zu haben.

Von Andreas Schmidt

Friedberg Manchmal geraten Dinge, die nicht mehr benötigt werden, im Laufe der Jahrzehnte einfach in Vergessenheit. So ist es dem Inhalt eines Kellerabteils im Prälat-Alberstötter-Haus an der Herrgottsruhstraße in Friedberg ergangen. Auf den ersten Blick war es vor allem Gerümpel, das da am Boden und in Regalen lag. Jede Menge alte Stromzähler lieferten einen gewissen Hinweis auf den Eigentümer. Es ist der Friedberger Verkehrsverein, der unter anderem das Volksfest veranstaltet.

Doch von einem Verkehrsvereinskeller ahnte keiner der aktuellen Vorstandsmitglieder etwas. Umso größer ist die Freude, weil es dort unten durchaus Interessantes zu entdecken gab.

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Ans Tageslicht kam das Ganze, weil der Kinderheimverein als Eigentümer des ehemaligen Waisenhauses dort gerne „Altlasten“ im Keller loswerden wollte. Hausmeister Uli Spicker, der immerhin seit 19 Jahren für den Kinderheimverein arbeitet, konnte besagtes Kellerabteil aber niemanden zuordnen. Weder ein Schlüssel für das Vorhängeschloss, noch ein Mietvertrag waren zu finden. Spickers Vorgänger als Hausmeister, Jakob Mayr, lag dann mit seiner Vermutung Verkehrsverein richtig.

So rückten Vorstandsmitglieder zur Kellerräumung an. Viel Unbrauchbares und Verstaubtes füllten danach einen kompletten Container. Doch dazwischen gab es einige Kuriositäten zu finden. Beispielsweise Attrappen von Hellebarden, Schwertern und Schildern. „Die haben irgendetwas aufgeführt, aber was?“, rätselte Verkehrsvereins-Vize-Präsidentin Christina Götz zunächst. Des Rätsels Lösung war in einem Karton mit Regie-Büchern zu finden. Nachlesen konnte man dort die Anweisungen und Texte für das Trauerspiel „Konradin der letzte Hohenstaufe“. Mit Bleistift war in einem der Bände eingetragen: „Aufgeführt: 3., 4., 6. u. 7. August 1957 vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend Friedberg“.

Neben den Theater-Requisiten kamen einige alte Volksfest-Hinterlassenschaften zum Vorschein beispielsweise alte überdimensionale Glühlampen, Volksfestplakate, Transparente usw. Stapelweise lagen vergilbte Prospekte bereit mit Friedberger Unterkunfts- und Gaststättenverzeichnissen. Viele dieser Lokale gibt es längst nicht mehr.

Die jüngsten Fundstücke stammen aus dem Jahr 1973. Demnach ist der Keller möglicherweise gut 40 Jahre lang unberührt geblieben. Jetzt ist dort auch Geschichte des Friedberger Verkehrsvereins wieder entdeckt worden. Etwa 30 Ordner mit alten Unterlagen sind für Vize-Präsidentin Christina Götz die wichtigsten Erinnerungsstücke aus dem Keller. Dazu zählen für sie Rechnungen und Verträge vom Friedberger Volksfest im Jahr 1929 mit der Uraufführung des Festspiels „Die Föhre von Friedberg“ auf dem teils neu angelegten Festplatz. Zwar mieft das alte Papier, doch Christina Götz findet es hoch interessant, was sie da zur Vereinsgeschichte herausliest.

Für Kuriositäten wie beispielsweise die Theaterrequisiten hat der Verkehrsverein allerdings keine Verwendung mehr. Diese und weitere Kellerfunde sind demnächst meistbietend für einen guten Zweck zu haben. Sie werden beim Töpfermarkt versteigert.

Als Auktionator wird Apotheker Hannes Proeller am Samstag, 20. Juni, um 15 Uhr im Stadtpark solche zwischenzeitlich vergessenen Fundstücke anpreisen, die noch als Volksfest-Souvenirs taugen.

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