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Malerei

03.06.2017

Vom Ursprung der Freiheit

Ihre Bilder präsentiert Monika Mendat noch bis 3. Juli im Augsburger Café am Milchberg.
Foto: Peter Stöbich

Das Thema Heimat motiviert die Malerin Monika Mendat aus Friedberg. Das hat sehr viel ihrer eigenen Biografie als Flüchtlingskind zu tun.

Dass sich Monika Mendat in ihren Bildern häufig mit dem Thema Heimat auseinandersetzt, hat auch damit zu tun, dass sie selbst ein Flüchtlingskind ist: Geboren in der Nähe von Danzig, ist sie mit ihren Eltern 1976/77 aus Polen geflohen. Auf Umwegen über Stockholm und Köln – die Eltern wollten ursprünglich nach Neuseeland – landete die Familie nach Augsburg. Heute lebt die Künstlerin in Friedberg und hat ihre Garage in der Schlossstraße ausgeräumt, um ein Atelier einzurichten.

Unter dem Motto „Heimat – Ursprung der Freiheit“ sind rund 15 ihrer ausdrucksstarken Werke noch bis 3. Juli im Augsburger Café am Milchberg zu sehen, weitere hängen im Rathaus von Augsburg oder im Bayerischen Landtag in München. Die aktuelle Ausstellung zeigt großformatige Acrylbilder in kräftigen Farben ebenso wie kolorierte Tuschezeichnungen. Außer den Skizzen und Porträts entstehen Mendats Bilder ohne Vorlagen.

„Die Struktur ergibt sich im Laufe des Arbeitsprozesses“, sagt sie. Ihrem kreativen Schaffensdrang läßt die Friedberger Künstlerin freien Lauf und legt ihre Werke im Garten auch mal in den Regen oder greift zum Wasserschlauch, was spannende Farbeffekte ergibt. „Spontaner Enthusiasmus“ nennt sie diese ungewöhnliche Art, Kunst zu produzieren. Ihre Bilder tragen schlichte, aber klare Titel wie „Ankunft“, „Flucht“ oder „Nachtzustand“. Mendat meint dazu: „Wer flieht, dessen Strukturen lösen sich auf; es entsteht vor allem emotionales Chaos. Daneben steht das Ankommen. Die einzelnen Elemente fügen sich wieder zu einem harmonischeren Ganzen, wobei die Motive des Übergangs noch enthalten sind.“

Bei ihrer Ankunft mit zweieinhalb Jahren konnte sie kein Wort Deutsch. In Augsburg ging sie zur Schule, bekam nach dem Abitur ein Hochbegabten-Stipendium, gründete dann ein Unternehmen und widmete sich schließlich der Malerei. Heimat bedeutet für sie keinen geografisch definierten Fixpunkt, „für mich sind Beziehungen zu Menschen eine Art innere Heimat“. Doch wer sein reales Zuhause verlassen müsse, dem bleibe die Sehnsucht; weltweit sind momentan rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht. „Meine beiden Großmütter waren aus Polen, die Opas Deutsche“, erzählt sie. „Deshalb plane ich in Auschwitz eine Ausstellung, die sich nicht mit den schrecklichen Ereignissen dort beschäftigt, sondern mit ganz banalen Alltagsthemen.“ Im Bürgersaal von Aindling wird sie im Herbst eindrucksvolle Holzskulpturen zeigen, die in mühsamer Arbeit mit der Motorsäge entstanden sind. Und nach einer Ausstellung auf Kreta im kommenden Jahr soll es von der Friedberger Heimat aus in die weite Welt gehen: „Mein großer Traum ist es, dass meine Bilder einmal in Shanghai und New York zu sehen sein werden!“

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