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Gesellschaft

15.07.2017

Vom schicken Hotel zum Seniorenheim

Vor 40 Jahren hatte die Arbeiterwohlfahrt das „Hotel Friedberg“ für 2,8 Millionen Mark erworben. Seitdem ist es ein Seniorenheim.

Das Haus der Arbeiterwohlfahrt am Rothenberg feiert sein 40-jähriges Bestehen.

 Mit einem Sommerfest, Harfenmusik und prominenten Gästen feierte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Freitag das 40-jährige Bestehen ihres Seniorenheims in Friedberg. „Wir sind stolz, dass wir dieses Haus in unserer Stadt haben“, stellte Bürgermeister Roland Eichmann bei einer Feierstunde fest. Unter den Gratulanten waren auch Landrat Klaus Metzger, Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr und Heinz Münzenrieder, Vorsitzender des Präsidiums und Verwaltungsrats der AWO Schwaben.

Sie alle lobten die Arbeit des Leiters Stefan Hintermayr und seines Teams, „die geprägt ist vom Geist der Menschenfreundlichkeit und Zuwendung“, so Metzger. Wegen des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung sieht der Landrat große Herausforderungen auf die stationäre Pflege zukommen: „Statt der insgesamt 680 Pflegeplätze, die es momentan im Landkreis gibt, werden wir in einigen Jahren doppelt so viele im Wittelsbacher Land brauchen.“

Deshalb sei es wichtig, den Pflegeberuf im öffentlichen Bewusstsein in ein positives Licht zu rücken. Weil die Menschen immer älter werden, habe sich die Seniorenbetreuung in den vergangenen 40 Jahren stark verändert, sagte Strohmayr. Münzenrieder dankte Betreuern und ehrenamtlichen Helfern „vom Kapitänsdeck bis zum Maschinenraum“ und hob die Unterstützung durch Stadt und Landkreis hervor.

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Über die Entstehung des Heims am Rothenberg, das Plätze für 84 Senioren aller Pflegestufen bietet, berichtete der stellvertretende Landrat Peter Feile aus erster Hand. Er saß vor Jahrzehnten nämlich lieber im Jazzkeller des noblen Hotels „Stadt Friedberg“ statt am Ratstisch, erzählte er schmunzelnd. Weil es aber rote Zahlen schrieb, sollte das Hotel in ein Kinderheim umgewandelt werden. Das scheiterte am Widerstand der Nachbarn, sodass der damalige Bürgermeister Max Kreitmayr als „Plan B“ Kontakt zur Arbeiterwohlfahrt knüpfte.

„Wir waren sehr stolz, als wir nach einigen Umbauten im Juli 1977 ein Seniorenheim mit modernem Hotelstandard eröffnen konnten“, sagte Feile in seinem Rückblick. Es sei aber kein einfacher Weg gewesen. Bis heute gab es immer wieder kleinere und größere Umbauarbeiten bis hin zur jetzigen Wohngruppenstruktur.

Zwei Aufzüge führen in die Wohnbereiche mit Einzel- oder Doppelzimmern. „Alle sind mit seniorengerechter Nasszelle, Notruf-, Telefon- und Fernsehanschluss ausgestattet und können nach Wünschen der Bewohner möbliert werden“, so Heimleiter Hintermayr. Jede Etage ist seniorengerecht konzipiert und verfügt über einen offenen Gemeinschaftsraum mit Küche. Im Herbst 2005 wurde der Grundstein für einen Anbau gelegt und im Jahr darauf mit der Sanierung der ersten Etage begonnen. Bis 2010 folgte bei laufendem Betrieb halbjährlich eine Etage nach der anderen. Dabei wurde die gesamte Installation für die Sanitär-, Heizungs- und Elektrotechnik, alle Türen, Böden sowie Zwischenwände erneuert. Dazu kamen die brandschutztechnische Ertüchtigung, Wärmedämmung der Fassade, Neugestaltung des Außenbereiches, Modernisierung der Heizung und vieles mehr. Mit Unterstützung des AWO-Ortsvereins erfolgte 2013 die Modernisierung des Festsaales zum modernen Schulungs- und Veranstaltungszentrum.

In Friedberg betreibt die AWO außerdem auch einen Kinderhort. Zum Jahresprogramm des Ortsvereins gehören unter anderem Ausflugsfahrten, gesellige Treffen für Senioren, Fachvorträge und Informationsabende, Seniorengymnastik und Filmvorführungen. Außerdem gibt es Stadtranderholung, Kindererholung in Tirol sowie Sprachferien in England, Malta oder Frankreich.

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