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Porträt

13.10.2017

Von der Kampfkunst zur TV-Karriere

Helmut Eberle als Polizist in einer Folge des TV-Krimis „Der Alte“.
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Helmut Eberle als Polizist in einer Folge des TV-Krimis „Der Alte“.
Bild: Familie Eberle

Miriam und Helmut Eberle aus Kissing wirken in vielen TV-Sendungen und Shows mit. Das reicht von „Dahoam is Dahoam“ bis zu „Frauentausch“. Ihr erster Kinoauftritt steht auch schon bevor. Warum sie gerne Statisten sind.

Miriam und Helmut Eberle betreiben eine Sportschule in Kissing. Was viele nicht wissen: Neben Kampfsport-Training und Gurtprüfungen sind die beiden „heimliche“ Fernsehstars geworden. Nächstes Jahr kann man sie sogar im Kino bewundern. Auf dem Bildschirm sieht man sie selten als Sportler, eher als Spaziergänger oder Besucher, mit oder ohne Hund, in Serien wie „Dahoam is Dahoam“ oder „Der Alte“. Andere Male entdeckt man sie im Publikum bei „Verstehen Sie Spaß“ und anderen Spiele-Shows. Wie kam es dazu? „Weil wir beide so sind, wie wir sind“, gibt Miriam Eberle zur Antwort und lacht.

Seit 2015 wirkt das Paar in verschiedenen Fernsehproduktionen mit. Waren es anfangs kleine Statistenrollen wie Spaziergänger, die im Hintergrund vorbeihuschen, sind die Rollen mit der Zeit größer geworden.

Sogar zum Bürgermeister-Ehepaar in der bayrischen Seifenoper „Dahoam is Dahoam“ haben sie es schon gebracht. „Helmut bekommt eher größere Rollen“, meint Miriam Eberle lachend, „als Polizist oder als Arzt, der ein paar Sätze spricht. Ich darf meistens eine Besucherin spielen.“ Ihr Mann ergänzt: „Wir bewerben uns zwar beide, doch Einfluss auf die Auswahl haben wir nicht.“

Von der Kampfkunst zur TV-Karriere

Statist als willkommene Abwechslung zum Alltag

Ob ihre Auftritte im Fernsehen zu mehr Anmeldungen in der Sportschule führen? Manchmal gehen die Besucherzahlen am Tag nach der Ausstrahlung hoch. „Dann kommt schon einmal neue Kundschaft und schaut herein“, sagt Eberle. Ansonsten trennen sie Alltag und Schauspielerei. „Als Statisten mitzuspielen, ist für uns ein willkommener Tapetenwechsel zu 35 Jahren Taekwondo-Unterricht.“ Doch wie kamen sie dazu?

Einmal haben sie sich für ein Casting beworben. Dort wurden für die beiden sogenannte Sed-Karten erstellt, das sind die Bewerbungsunterlagen für Schauspieler. Mittlerweile sind die Eberles in der TV-Branche bekannt und werden gerne gebucht.

Besonders gefreut hat sie die Auswahl für die Doku-Serie „Verrückt nach Meer“, für die sie auf einem echten Kreuzfahrtschiff mitreisen durften. So flogen die Kissinger nach Hongkong und gingen an Bord der MS Atania. Helmut Eberle erinnert sich gern an den Dreh: „Schon am Flughafen trafen wir Miroslav Nemec samt Ehefrau. Zusammen hatten wir eine tolle Zeit, er ist ein netter Kerl“, urteilt der mehrfach ausgezeichnete Kampfsportler über den vor allem aus dem „Tatort“ Schauspieler.

„Passagier“ und Kampfsportler Helmut Eberle konnte in Hongkong spontan mit dem bekannten Wing-Chun-Meister Lung trainieren. Das habe sich zufällig ergeben – und prompt in die Serie aufgenommen.

Überhaupt schwärmen die beiden Eberles von der lockeren Atmosphäre zwischen Schauspielern, Schiffsbesatzung, Statisten und Filmteam: Ob Kreuzfahrtschiff oder Filmstudio, die Statisten treffen sich immer wieder. „Wir sind wie eine Familie“, sagt Miriam Eberle. Einmal war ihr Mann fast „zu nett“ für die Produktionsfirma. Als er in einer Folge von „Frauentausch“ seine Miriam für zehn Tage gegen eine andere Frau eintauschte, habe er der schüchternen Dame über den Sport mehr Selbstvertrauen geben wollen.

Der erste Kinoauftritt steht bevor

Einmal sind sie doch mit der Kampfkunst angetreten, genauer gesagt, Sohn Phillip (13 Jahre). Der Bub wurde für eine Taekwondo-Wette ausgewählt und Papa Helmut war der Coach. Im Juni flimmerte erstmals das Vater-Sohn-Duo in „Wollen wir wetten? Bülent gegen Chris“ über die Bildschirme.

Im Winter 2018 wird das Ehepaar sogar im Kino zu sehen sein, denn sie spielen bei der Verfilmung von Hape Kerkelings Buch „Der Junge muss an die frische Luft“ mit. Regie führt die Oscar-Preisträgerin Caroline Link. Diesen August waren sie bei den letzten Drehs in München mit dabei. Die Szenen spielten in den 70er Jahren. „Daher wurden wir in Anzug, Schlaghose und Kostüm gesteckt und entsprechend frisiert. Am Set sah es aus wie in meiner Kindheit. Als hätte jemand die Zeit zurückgedreht“, schwärmt Eberle. Einen Arzt hat er gespielt, der im Flur der Schwabing Kliniken mit Kollegen spricht. Und seine Frau? „Ich war wieder eine Besucherin.“

So werden Sie selbst Statist Wer sich als Komparse oder Zuschauer für eine Sendung bewerben will, kann dies bei verschiedenen Agenturen, wie StagePool, www.komparsen.de etc. tun. Allerdings sollte man sich auf stundenlange Wartezeiten während der Drehs und kleine Tagesgagen zwischen 30 und 70 Euro, je nach Produktion und Rolle, gefasst machen.

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