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Friedberg

23.10.2020

Vor Hornkonzert in Friedberg: Benjamin Comparot im Interview

Ein Merkmal des Festivals: Dozenten aus Spitzenorchestern. Hier im Bild Johannes Lamotke von den Berliner Philharmonikern (rechts) und Marc Gruber, Solohorn HR-Sinfonieorchester (links).
Bild: Oliver Oppitz

Plus Am Sonntag kommt Benjamin Comparot zu einem Konzert in seiner Heimatstadt Friedberg. Es ist sein erstes seit März - und nicht nur deshalb besonders.

Benjamin Comparot kommt am Sonntag zu einem Hornkonzert nach Friedberg. Wie der Musiker das Jahr 2020 erlebt hat, warum das Konzert in Friedberg besonders ist und was 2021 geplant ist, verrät er im Interview.

Herr Comparot, wie haben Sie und Ihre Musikerkollegen das Corona-Jahr 2020 erlebt?

Benjamin Comparot: Das Jahr ist natürlich geprägt von vielen Konzertabsagen beziehungsweise – verschiebungen und, wie immer in Krisen, lernt man sein Gegenüber dann erst richtig kennen. Ich selbst habe überwiegend positive Erfahrungen mit Veranstaltern gemacht. Viele Kollegen klagen aber auch, gerade die Freischaffenden. Im März haben wir über das Festival etwas mehr als 8000 Euro Spenden für freischaffende Hornistinnen und Hornisten gesammelt. Die Freude darüber war riesengroß. Ich selbst saß im März, an diesem sprichwörtlichen Freitag, den 13., in einer Schulaula in Koblenz.

Während unseres Konzerts vor 200 Schülern ertönte ein Gong, und der Direktor gab über Lautsprecher bekannt, dass ab Montag die Schule geschlossen sein wird. Sie können sich den Jubel der Schüler vorstellen… Man konnte die ganze Tragweite der Pandemie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht absehen. Unser Konzert durften wir, nach einigen Minuten Unterbrechung, zu Ende spielen. Der zweite Auftritt am Abend in Cochem an der Mosel ist dann bereits ausgefallen.

Das Konzert jetzt am Sonntag in meiner Heimatstadt Friedberg ist für mich das erste Konzert seit März. Ein klein wenig fühle ich mich wie ein Rennpferd, kurz vor dem Start. Die Energie muss jetzt einfach raus! Das sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen für ein gelungenes Konzert…

Das Orga-Team des Hornkonzerts: Benjamin Comparot aus Wulferthausen (links) und Markus Meyr-Lischka.
Bild: Oliver Oppitz

Angesichts steigender Infektionszahlen werden derzeit wieder viele Veranstaltungen abgesagt, auch im kulturellen Bereich. Warum halten Sie an Ihren Plänen fest?

Comparot: Die Stadt verfügt über ein bereits erprobtes Hygienekonzept, und wir spielen Open Air, im Pausenhof der Theresia-Gerhardinger-Grundschule, weshalb ich wirklich kein Risiko sehe. Das Wetter soll am Sonntag trocken bleiben, der Eintritt ist frei! Ich empfehle meiner Familie lediglich, eine Decke mitzubringen, und die beiden Konzerte, die jeweils eine Stunde dauern, zu genießen.

Wie sieht das Hygienekonzept für das Hornkonzert aus?

Comparot: Über die ohnehin geltenden AHA-Regeln hinaus, dürfen nur jeweils 200 Zuhörer jedes der beiden Konzerte besuchen. Wir starten um 15 Uhr und um 16.30 Uhr. Alle Konzertbesucher werden namentlich erfasst, außerdem besteht Maskenpflicht bis zum Platz. Ums Lüften brauchen wir uns bei einem Open Air keine Sorgen zu machen (lacht). Auch künstlerisch beziehen wir die aktuelle Situation mit ein: Die Ensembles sind kleiner eingeteilt als sonst, sodass maximal 18 Personen gleichzeitig spielen werden.

Wir bitten alle Konzertbesucher um rechtzeitiges Erscheinen, mindestens jedoch 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Wer das erste Konzert gesehen hat, sollte beim zweiten Konzert zunächst Anderen den Vortritt lassen. Wenn das zweite Konzert um 16.30 Uhr nicht voll sein sollte, kann man natürlich erneut „einchecken“.

Worauf können sich die Besucher freuen?

Comparot: Beide Konzerte haben unterschiedliche Programme. Es wird nicht ein Stück wiederholt. Von Beethoven, dessen 250. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern, bis Abba ist alles dabei. Auch viel Filmmusik und die Evergreens der Comedian Harmonists. Mit François Bastian (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Pascal Deuber (Bayerische Staatsoper/Bayerisches Staatsorchester), Carsten Duffin (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Christoph Eß (Bamberger Symphoniker/German Hornsound) und Swantje Vesper (Bamberger Symphoniker) haben wir fünf unglaubliche Solisten zu Gast, und natürlich freue ich mich ganz besonders auf ein Wiedersehen mit Andreas Thon, den das Friedberger Publikum ja bestens kennt.

Der Tscheche Radek Baborák gilt vielen als der beste Hornist weltweit.
Bild: Oliver Oppitz

Und was kommt im nächsten Jahr?

Comparot: Für unsere Hauptausgabe an Fasching, deshalb „Carnaval du Cor“, habe ich zurzeit 180 Anmeldungen aus 20 Ländern vorliegen. So ein großes Event scheint im Februar allerdings noch nicht durchführbar. Es wird also voraussichtlich auf zwei Ausgaben mit jeweils circa 60 bis 80 Teilnehmern hinauslaufen. Als Gäste stehen der Bariton Michael Nagy und die Band Los Pitutos rund um den chilenischen Ausnahmehornisten Matias Piñeira bereits fest.

Info: Die Konzerte im Pausenhof der Friedberger Theresia-Gerhardinger-Grundschule am Sonntag, den 25. Oktober, beginnen um 15 Uhr und um 16.30 Uhr und dauern jeweils circa eine Stunde. Um rechtzeitiges Erscheinen wird gebeten, da auch bei Open-Air-Konzerten eine Gästeliste geführt werden muss. Bis zu 200 Gäste können jedes der beiden Konzerte besuchen. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei, um eine großzügige Spende zugunsten des Festivals wird gebeten. Bei schlechtem Wetter entfällt die Veranstaltung. Die Website www.kiecks.de gibt im Zweifel am Konzerttag Auskunft.

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