Newsticker

Corona: Altmaier fordert Überprüfung der bisherigen Corona-Maßnahmen
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Vorsicht Zecken! Der Kreis Aichach-Friedberg ist ein Risikogebiet

Aichach-Friedberg

27.07.2020

Vorsicht Zecken! Der Kreis Aichach-Friedberg ist ein Risikogebiet

Dem Eurasburger Förster Rudolf Brandl zufolge gibt es dieses Jahr sehr große und viele Zecken. Er vermutet, das könne an dem milden Winter liegen. Das Gesundheitsamt Aichach-Friedberg zählte im Jahr 2020 bereits 26 Fälle von Borreliose.
Bild: Frank Rumpenhorst, dpa (Symbolbild)

Plus Ist die Zecken-Plage dieses Jahr in Aichach-Friedberg noch schlimmer als sonst? Ein Förster berichtet von besonders großen Zecken. Was man tun kann.

Wer gerade viel im Freien unterwegs ist, hat das Gefühl, dass die Zeckenplage dieses Jahr besonders schlimm ist. Das Problem: Die Tiere können Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen. Das Robert-Koch-Institut stuft den Landkreis Aichach-Friedberg als Risikogebiet für FSME ein. Die Erkrankung kann von Kopfweh über Lähmungen bis zur Hirnhautentzündung führen. Aber wie groß ist die Gefahr dieses Jahr wirklich?

Kreis Aichach-Friedberg: Warum es dieses Jahr so viele Zecken gibt

Dem Eurasburger Förster Rudolf Brandl ist aufgefallen, dass es dieses Jahr sehr große und viele Zecken gibt. Er vermutet, das könne an dem milden Winter liegen. Die Zecken reagieren laut Brandl auf Vibration, Geruch und Temperatur.

Letzteres hält Thomas Frey, Regionalreferent Schwaben vom Bund Naturschutz Bayern, für einen Grund des Anstiegs: „Zecken sind vor allem bei über sieben Grad aktiv. Der milde Winter und das warme Frühjahr führen dazu, dass die Aktivitätszeit dieses Jahr länger ist.“ Aktuelle wissenschaftliche Studien des Bund Naturschutz zeigen laut Frey, dass es nicht mehr Zecken gibt, sondern dass sich gerade mehr Menschen in Zeckengebieten aufhalten.

Ursache dafür sei die Corona-Pandemie: Als Biergärten und Sportplätze gesperrt waren, zog es die Menschen in die Natur. Erhöhtes Risiko besteht laut Frey in Wäldern mit viel Unterwuchs und hohen Wiesen. Orte mit viel Vegetation seien ebenso betroffen.

Für äußerst bedenklich hält Förster Brandl die „Verseuchung“ der Zecken. Diese trügen mittlerweile Krankheiten in sich, die früher nur in der Mittelmeerregion auftraten. Diese seien vor allem für Haustiere gefährlich. Doch auch für Menschen sei Vorsicht geboten.

Zecken: 2020 bislang 26 Borreliose-Fälle in der Region

Das Gesundheitsamt Aichach-Friedberg zählte im Jahr 2020 bereits 26 Fälle von Borreliose. Im Vergleich zu den Vorjahren (2019: 33 Fälle; 2018: 41 Fälle) ist aber kein Anstieg zu vermelden. FSME-Fälle gab es bisher in diesem Jahr (wie auch in den vergangenen zwei Jahren) keine.

Zum Entfernen rät Brandl, die Zecke so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange flach nach hinten herauszuziehen oder zu schieben. Dafür solle man sie möglichst nah der Haut am Kopfbereich packen. Außerdem sollte sichergestellt werden, dass die Zecke nicht zerdrückt wird. Zeckenzangen seien dafür perfekt, da der Druck voreingestellt ist.

Zum Entfernen bietet die Rosen-Apotheke in Friedberg außer Zeckenzangen auch Zeckenkarten an. Diese sehen wie eine EC-Karte aus. Ein kleiner und ein größerer Schlitz ermöglichen es, die Zecke zu entfernen. Dabei wird die Karte einfach über die Zecke geschoben und das Tier wird durch den Schlitz entfernt. Die Anwendung der Zeckenkarte sei einfacher als eine Zange, so die Mitarbeiter der Apotheke. Bei Tieren mit Fell empfiehlt die Apotheke jedoch die Zeckenzange.

Mit einer Pinzette lassen sich Zecken gut entfernen.
Bild: Patrick Pleul, dpa

Können Hausmittel gegen Zecken helfen?

Als Hausmittel angepriesene Hilfsmittel wie Öle, Zahnpasta oder Nagellackentferner zu benutzen, sei keine Alternative. Die Zecken könnten sich im Überlebenskampf übergeben und ihren Mageninhalt samt Krankheitserregern in die Wunde leeren. Wichtig ist laut dem Gesundheitsamt Aichach-Friedberg, die betroffene Körperstelle einige Tage zu beobachten. Sollte sich ein roter Kreis bilden oder sollten grippeähnliche Krankheitssymptome auftreten, müsse man sofort einen Arzt aufsuchen.

Das Gesundheitsamt rät außerdem zu langer Kleidung. Auch sollte der Körper nach Aufenthalten in der Natur auf Zecken abgesucht werden.

Den Körper gründlich abzusuchen, insbesondere bei Kindern, rät auch Markus Adler, Bereichsleiter Einsatzdienste, Ausbildung, Bevölkerungsschutz der Johanniter des Regionalverbands Bayerisch Schwaben: „Zecken bevorzugen warme Körperregionen wie Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals oder den Kopf.“ Zusätzlich gibt es laut Brandl spezielle Zeckenkleidung, die die Blutsauger vom Körper abhalten.

Viele Ärzte raten als Schutz zu einer FSME-Impfung. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es dagegen nicht.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren