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Kissing

17.03.2019

Warum der Wilderer aus Kissing der ideale Bürgermeisterkandidat ist

Der Hiasl und sei Bua geleiteten Mönch Barnabas zusammen mit den Marionettenführern zum Derblecken ans Mikrofon,
Bild: Kissing

Mönch Barnabas und das Krampfadergeschwader derblecken beim Starkbierfest  des Historischen Fördervereins „Bayerischer Hiasl“ die kommunale Politprominenz.

Es müssten jedes Jahr Wahlen sein, dann wären die Parteien auch bei jedem Starkbierfest des Historischen Fördervereins „Bayerischer Hiasl“ so stark vertreten. Dies stellte nicht nur Ronald Kraus als Vereinsvorsitzender der „Wilderer mit dem Dreispitzhut“ fest. Nach einem Jahr Pause fand das 21. Starkbierfest nicht mehr in der Paartalhalle, sondern im Dr. Josef-Zimmermann-Haus statt und rund 250 Besucher erwarteten dort zum starken Bier auch starke Worte.

Diese drehten sich am vergangenen Samstagabend vor allem um die bevorstehende Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag. Und so bekam nicht nur Hiasl-Vorstand Ronald Kraus sein Fett weg , sondern auch seine beiden Mitbewerber Reinhard Gürtner und Katrin Müllegger-Steiger. Das „Maiglöckchen mit den grüner Tupfen“, die „rote Rose“ und der CSU-Kandidat, „schwarz wie Ebenholz“, standen im Mittelpunkt des Derbleckens durch Mönch Barnabas. Auch das Krampfadergeschwader Christa Thiele alias Anastasia und Barbara Kurz alias Amalie sinnierte in gewohnt satirischer Manier über das künftige Gemeindeoberhaupt.

Es sei eine neumodische Unsitte, in der Fastenzeit keinen Alkohol trinken zu wollen, zeigte sich Umberto Freiherr von Beck-Peccoz überzeugt „Trinken bricht das Fasten nicht“, so pries der Baron aus der Kühbacher Brauerei sein Peccator Doppelbock mit Leidenschaft an. Und so war der Fassanstich eine der ersten Handlungen des über vier Stunden langen Abends. Mit viel Spaß und vielen Schlägen agierte die derzeit amtierende Bürgermeisterin Silvia Rinderhagen auf der Bühne, bis es hieß „Ozapft is“.

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Durch das weitere Programm führte der Hiasl persönlich in Form einer Marionette, die von Katrin Freund kunstvoll gefertigt wurde. Ihm und seinem „Bua“, dem Anderl, hauchte die Kissingerin zusammen mit ihrem Ehemann Werner Freund als Marionettenführer Leben ein.

Keine Heimat für den Wilderer aus Kissing

Für Landrat Klaus Metzger kam es unerwartet, dass der legendäre Räuber ihn zu einem Grußwort aufforderte. Er verspreche, sich dafür einzusetzen, dass Kissings berühmtester Sohn Matthäus Klostermaier nicht nur wie im Moment lediglich virtuell, sondern baldmöglichst auch wieder vor Ort eine Bleibe in Form eines Museums bekomme. Derzeit sei aber noch keine geeignete Lösung in Sicht.

Auch wenn er momentan heimatlos ist und alle Exponate der Ausstellung im ehemaligen Gebäude der neuapostolischen Glaubensgemeinschaft „Kirchenasyl“ bekommen haben, sei der Hiasl der geeignetste Kandidat für die Bürgermeisterwahl, fand das Krampfadergeschwader. „Er ist handlich, sozial eingestellt, hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, ist aber auch ein Dickschädel“, so ließ sich Barbara Kurz über den Traumkandidaten aus und forderte „Hiasl for Burger King“.

Mönch Barnabas schenkt in Kissing kräftig ein

Die „Macherin“ im historischen Förderverein warf sich im Wechsel mit Christa Thiele die Bälle zu. Im Vorfeld seien die Telefone heiß geworden, bis das Programm für den Starkbierabend stand, erzählte Christa Thiele. Das Damenduo mit dem losen Mundwerk sinnierte über ein simples Steuermodell, vegane Äpfel und warum Kissinger Marienkäfer von chinesischen Exemplaren dieser Spezies verdrängt werden. „Der Hiasl und sei Bua“ geleiteten Mönch Barnabas alias Günther Herrmann durch die Menge zur Bühne, wo der Kuttenträger mit vielen Zwischenprosts zum Besten gab, was Barbara Kurz ihm auf den Leib und ins Mundwerk schrieb. Die Auswüchse des Datenschutzes, das dritte Geschlecht und was „die Heißluftschwätzer“ noch so alles in und außerhalb Kissings anrichten, kam dem Kirchenmann zwischen vielem Zuprosten über die Lippen.

„In unseren Augen hätte der Barnabas die drei Bürgermeisterkandidaten ruhig noch mehr hernehmen können“, fanden Cornelia und Mario Czenski. Die beiden Kissinger Neubürger aus Sachsen wurden mit Karl Stülpner, dem Wildererpendant aus dem Erzgebirge, groß und kamen über den Weihnachtsmarkt auf Gut Mergenthau mit der Geschichte des Hiasl in Berührung. Das Museum zu besichtigen schaffte das Ehepaar vor der Schließung nicht mehr und hofft nun zusammen mit den Aktiven des Vereins und vielen Kissingern auf eine baldige neue Chance.

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