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Gastronomie in Friedberg

23.01.2019

Warum hat das Landhaus Sigl geschlossen?

Das Landhaus Sigl schließt - damit gibt es auch die legendären Biergartenkonzerte nicht mehr. Lothar Sigl fand keinen Nachfolger für die Gastronomie in Rederzhausen.
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Das Landhaus Sigl schließt - damit gibt es auch die legendären Biergartenkonzerte nicht mehr. Lothar Sigl fand keinen Nachfolger für die Gastronomie in Rederzhausen.
Bild: Landhaus Sigl

Plus Brigitte und Lothar Sigl hören auf, obwohl ihr Lokal in Rederzhausen erfolgreich war. Der Wirt - und Klubchef der Augsburger Panther - erklärt die Entscheidung.

Über 35 Jahre hat Lothar Sigl das Landhaus Sigl, das er von seinen Eltern übernommen hatte, geführt. Und das mit viel Herzblut und Leidenschaft. Lange fanden jeden Mittwoch im Biergarten Konzerte statt. Sie waren legendär. Die Leute kamen aus Nah und Fern, so beliebt waren die Bands, die Sigl gewinnen konnte. Die Gaststätte im Mittelpunkt von Rederzhausen ist weithin bekannt. Und jetzt soll, wie bereits kurz vermeldet, wirklich Schluss sein?

Eine schwere Krankheit brachte Lothar Sigl zum Nachdenken

„Ja“, sagt Sigl. Irgendwie sei er erleichtert, diese Entscheidung schweren Herzens getroffen zu haben. Über den Jahreswechsel hat sich der 61-Jährige mit seiner Frau Brigitte – nach langen Überlegungen und dann doch spontan – entschieden, diesen Schritt zu gehen. Im Januar haben sie sich wie jedes Jahr in den Betriebsurlaub verabschiedet. Doch diesmal schlossen die Türen für immer. Ihre beiden Kinder wollten die Weg nicht einschlagen. Schwierig sei die Situation auch auf dem Arbeitsmarkt und zudem seien die behördlichen Verwaltungsthemen immer mehr geworden. Eine 70-bis-80-Stunden-Woche war für Lothar Sigl normal.

Lothar Sigl ist erleichtert über seine Entscheidung, das Gasthaus zu schließen.
Bild: Sabine Roth

Hauptbetrieb war am Wochenende. Bis ihm vor einigen Jahren eine schwere Krankheit zusetzte und der Gastronom ins Grübeln kam. War es das jetzt? Oder muss ich etwas ändern? Der gelernte Betriebswirt wägte Vor- und Nachteile ab. War es doch die Gaststätte seiner Eltern aus den 50er Jahren, in deren Stube er früher seine Hausaufgaben gemacht hatte und wo er aufgewachsen war. Bevor er das Lokal vor 35 Jahren übernahm, war er Wirt im Bismarck Bistro in Augsburg.

„Der Sigl in Rederzhausen“ ist für viele nicht wegzudenken

Das Landhaus Sigl machte er dann zu dem, was es bis heute war: ein beliebtes Lokal für Mittag- und Abendessen mit leckerer regionaler Küche und Hausmannskost. Dort wurden in den vergangenen Jahren viele Hochzeiten und Geburtstage gefeiert. Für viele ist „der Sigl in Rederzhausen“ nicht wegzudenken. Brigitte und Lothar Sigl hoffen, dass jeder ihren schweren Schritt versteht: „Wir danken unseren vielen treuen Gästen aus Nah und Fern, den Vereinen aus der Region, den Stammtischen, Geschäftspartnern und unseren Nachbarn, die immer viel Verständnis aufgebracht haben.“ Für seine Mitarbeiter setzt Sigl sich persönlich ein und unterstützt sie bei der Stellensuche.

Lothar Sigl hat nun mehr Zeit für die Augsburger Panther

„Wir sind jetzt im Ruhestand und werden das genießen“, freut sich Sigl. Danach hat er sich die letzten Jahre immer gesehnt. Er werde sich nun noch intensiver seinem Herzensprojekt, den Augsburger Panthern, widmen. Dort ist er als Hauptgesellschafter in der Geschäftsführung ehrenamtlich aktiv, was aber seinem Gastronomiebetrieb nie in die Quere kam. „Die Panther sind gut organisiert. Für das operative Geschäft habe ich dort ein tolles Team. Nebenbei bin ich noch im Aufsichtsrat der DEL, doch das trenne ich strikt voneinander“, sagt Sigl.

Was mit dem Anwesen und dem Gebäude seiner Wirtschaft passieren wird, weiß er noch nicht. In den nächsten Monaten werde er in Ruhe nachdenken, wie es weitergeht. „Es ist ja ein markantes Gebäude im Ortszentrum von Rederzhausen.“

Gutscheine Wer noch Gutscheine vom Landhaus Sigl hat, kann sie in folgenden Lokalen einlösen: Sportgaststätte Ottmaring, Brauereigasthof St. Afra im Felde, Seehaus La Commedia und Tavernwirt Sulzbach. Mehr dazu online auf www.landhaus-sigl.de.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: AEV-Boss Sigl genießt die Euphorie - als Wirt zieht er sich zurück

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