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Aichach-Friedberg

24.04.2019

Was Landwirte im Wittelsbacher Land grantig macht

Der Tisch für die Ehrengäste blieb leer - sehr zum Ärger des BBV-Kreisobmanns Reinhard Herb.
Bild: Brigitte Glas

Der Frust über Volksbegehren und Düngeverordnung sitzt bei den Bauern tief. Dazu kommt, dass sich offensichtbar niemand für ihre Probleme interessiert.

Ein sichtlich verärgerter Reinhard Herb begrüßte seine Landwirtschaftskollegen zur Diskussionsveranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Der Kreisobmann hatte gleich mehrere Gründe für seinen Grant. Es ging um die Düngeverordnung, die kurz nach Inkrafttreten schon wieder verschärft werden soll, und um das Volksbegehren zum Artenschutz samt Umsetzung.

Plätze für Politiker aus dem Landkreis Aichach-Friedberg bleiben leer

Enttäuscht zeigte sich Herb zudem über den schwachen Besuch der Veranstaltung. „Wenn jeder Ortsverband nur einen Vertreter geschickt hätte, wäre es hier rappelvoll“, sagte er. Gründe für das Fernbleiben glaubte er zu kennen. Zum einen sei es das Wetter. Die Landwirte hätten auf den Feldern zu tun. Und zum anderen sitze der Frust schon sehr tief. Außer den Landwirten hatte niemand den Weg nach Dasing gefunden. Eingeladen gewesen seien auch die Landtags- und Bundestagsabgeordneten aller Parteien aus der Region. Nur wenige hätten sich zumindest entschuldigt.

 „Das zeigt das wahre Interesse“, sagte Herb, nur im Wahlkampf seien alle da. Über die Zeitungen seien auch die Verbraucher über den Abend informiert worden, aber „die reden lieber über uns als mit uns“. Markus Müller, der Bezirksgeschäftsführer des BBV in Schwaben, erläuterte die Sachlage und die Positionen des Verbands. „Nachhaltigkeit gründet sich auf drei Säulen: Ökologie, soziale Belange und Ökonomie“, sagte Müller.

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Zufrieden ist keiner

Die Düngeverordnung sei 2017 zwar demokratisch beschlossen worden, so richtig zufrieden sei aber niemand damit. In vier Verfahrensstufen sei das Grundwasser an Messstellen untersucht worden. Herausgekommen sei dabei, dass der Landkreis fast ganz „rotes Gebiet“ sei, wo jetzt Verschärfungen drohen. „Wir wollen Information und Transparenz“, sagte er und forderte mehr Details. Die Düngeverordnung lege fest, wann, wie viel und womit gedüngt werden darf. Müllers Einwand: „Die Natur hat keine starren Fristen!“ Außerdem dürfe es keine pauschalen Regelungen von Schleswig-Holstein bis Berchtesgaden geben.

BBV-Obmann Herb kritisiert Einseitigkeit

„Das Anliegen des Volksbegehrens ist auch unser Anliegen“, meinten Müller und Herb, es sei aber zu einseitig gewesen. Für oder gegen etwas sein könne jeder, der BBV wolle es aber sachlich begründen. Hauptkritikpunkt war, dass sich die Forderungen auf die Landwirtschaft bezögen und Eingriffe ins Eigentum der Bauern bedeuteten. Ziel müsse ein „Gesellschaftsvertrag“ sein, bei dem alle ihren Beitrag leisteten. Müller betonte, dass sich der BBV am Runden Tisch und in den Arbeitskreis mit fachlich fundierten Argumenten einbringen werde. Er plädierte ausdrücklich für ein „Miteinander“. In der anschließenden Diskussion brachten die Anwesenden Beispiele, wie sie in ihren Betrieben von den Forderungen betroffen seien.

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