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Politik

22.02.2018

Was der Bauhof alles leistet

Nicht nur der geplante Neubau, sondern auch Aufgaben und Ausstattung des Bauhofs beschäftigen derzeit den Friedberger Stadtrat.

Gutachten nimmt Personal, Ausstattung und Aufgaben unter die Lupe. Dass die Mitarbeiter immer mehr aufgepackt bekommen, bereitet einigen Stadträten Sorge.

Der Bauhof der Stadt Friedberg ist personell gut aufgestellt. Zu diesem Schluss kommt eine Organisationsuntersuchung, die der Kommunalberater Uwe Laib im Finanzausschuss vorstellte. Das Gutachten soll die Grundlage schaffen, um den Bauhof auch künftigen Erfordernissen anpassen zu können.

Ein Jahr lang wurden die Tätigkeiten der Bauhofmitarbeiter detailliert erfasst – von Pflege der Grünanlagen und Straßenreinigung über die Kontrolle der Spielplätze bis zu Auf- und Abbau der Stände für den Christkindlmarkt. Die Bilanz: Für die regelmäßig wiederkehrenden Arbeiten sind 38 Stellen im Bauhof nötig, dazu kommen fünf Stellen für Leitung und Verwaltung. Allerdings ist die Arbeitskraft von zehn weiteren Vollzeitstellen durch Sonderaufträge gebunden, etwa durch die Anlage des Schlossteichs oder Renovierungsarbeiten in den zahlreichen städtischen Gebäuden.

Allein für die Vor- und Nachbereitung von wiederkehrenden Veranstaltungen sind viereinhalb Stellen nötig – dabei ist das in dreijährigem Rhythmus stattfindende Altstadtfest noch gar nicht berücksichtigt. Unter dem Strich ermittelte Gutachter Laib einen Bedarf von 55 Stellen, von denen derzeit 53 besetzt sind. „Der Bauhof ist entsprechend ausgestattet“, stellte er fest.

Ob das allerdings auch für die Zukunft reicht? Jakob Eichele (Freie Wähler) erinnerte an die Mehrarbeit, die durch Neubaugebiete oder Gewässerpflege auf den Bauhof zukommt. Zunehmend werden die Mitarbeiter auch für den Dienst bei der Feuerwehr verpflichtet, die sonst ihre Alarmbereitschaft nicht mehr sichern könnte. „Der Personalplan muss angepasst werden“, sagte Bürgermeister Roland Eichmann ( SPD). Allein die Betreuung der 70 Hundetoiletten im Stadtgebiet erfordere eine komplette Stelle. 2. Bürgermeister Richard Scharold (CSU) riet, bei Bebauungsplänen auch über den Pflegeaufwand der öffentlichen Flächen nachzudenken, um den Bauhof zu entlasten.

Erschrocken über die Aussicht auf weitere Stellenmehrungen zeigte sich Cornelia Böhm (FDP). Sie kritisierte mangelnde Flexibilität und forderte, vor einer Aufstockung des Personals die Fremdvergabe der Aufträge zu prüfen. Auch Roland Fuchs (SPD) plädierte: „Was die Firmen draußen machen können, das sollen sie machen.“ Denn irgendwann gehe es der Stadt wieder schlechter, und dann stelle sich die Frage nach den Personalkosten.

Ob Aufträge an Externe vergeben werden können, das hängt nach Einschätzung des Gutachters aber von den vorhandenen Firmen am Ort ab. „Die Sahnestücke gehen weg, und für kleine Flächen werden Sie kaum Aufträge erhalten“, warnte Uwe Laib. Auch müssten die Kosten der Verwaltung für Ausschreibung, Vergabe und Kontrolle berücksichtigt werden. Zwar sei ein Preisvergleich schwierig, für vieles finde man inzwischen aber gar keine Firmen mehr. „Man kann das eine oder andere vergeben, aber mit Maß und Ziel“, lautete sein Rat.

Bürgermeister Eichmann ist entschlossen, sich dem Wettbewerb zu stellen: „Wir haben hier ein hochgradig leistungsfähiges Unternehmen, das uns viele Vorteile bringt“, zeigte er sich überzeugt. Ein gutes Beispiel ist für ihn der Unterhalt der städtischen Gebäude, in denen vieles von den eigenen Mitarbeitern erledigt wird. „Wir haben den Bauhof und setzen ihn auch ein.“ Bisher hat die Stadt für die Untersuchung rund 30000 Euro ausgegeben. Im nächsten Schritt soll der Gutachter nun Vorschläge für die Weiterentwicklung des Bauhofs machen.

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