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Friedberg

18.11.2019

Was macht eigentlich....? Ehemalige Abiturienten stellen ihre Jobs vor

Abitur – und dann? Am Gymnasium Friedberg berichteten ehemalige Schüler, was aus ihnen geworden ist.
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Abitur – und dann? Am Gymnasium Friedberg berichteten ehemalige Schüler, was aus ihnen geworden ist.

Zum 50-jährigen Bestehen veranstaltet das Gymnasium Friedberg ein „Berufs-Speeddating" mit früheren Schülern. Sie berichten, was aus ihnen geworden ist.

Was ist aus jemandem geworden, der vor 40 oder 25 Jahren am Friedberger Gymnasium Abitur gemacht hat? Diese Frage wurde Elfklässler bei einem Berufsinfotag der besonderen Art beantwortet. Denn zum 50-jährigen Bestehen der Einrichtung an der Rothenbergstraße hatte Leiterin Ute Multrus „Ehemalige“ als Referenten geladen.

„Unser Berufsinformationsnachmittag ist dieses Jahr dreigeteilt“, erklärt Multrus. Zu Beginn stellt die Agentur für Arbeit ihre Aufgaben vor und bringt die Schüler näher an die Thematik „Studium und Beruf“ heran. Danach gibt es eine Berufsmesse in der Aula mit 17 Austellern. Das Berufs-Speeddating mit Ehemaligen aber sei das Highlight – und eine Win-Win-Situation. „Die Ehemaligen werden wieder ins Schulleben eingebunden und können etwas zurückgeben.“ Und die Schüler erfahren, welche Karrieren mit einem Abschluss an ihrer Schule möglich sind. Viele Berufe sind vertreten. Helmut Schmid erzählt über die Arbeit bei der Polizei, Gaby Kniess informiert über Landwirtschaft und Ute Krogull, stellvertretende Redaktionsleiterin der Friedberger Allgemeinen, stellt den Beruf einer Redakteurin vor.

Klaus Schneeberger kommt gerne ans Gymnasium Friedberg zurück

Klaus Schneeberger hat 1980 Abitur gemacht. „Nach der Schule habe ich Jura studiert und bin daraufhin zur Bundeswehr gegangen. Jetzt arbeite ich bei der Bayerischen Landesbank“, erzählt er. Er kommt gerne an seine alte Schule zurück: „Das stärkt die Verbundenheit. Und wenn ich etwas an junge Leute weitergeben kann, mache ich das umso lieber.“ Er informierte über das Jura-Studium. „Im Vergleich zu früher hat sich das Studium kaum verändert. Man muss immer noch das erste und zweite Staatsexamen schreiben“, erklärt er unter anderem.

Den jungen Leuten gefällt das Speeddating. Schülerin Alina sagt: „Das Prinzip ist super und die Idee mit den Ehemaligen ist toll. Natürlich hat man so mehr Verbindung zu den Referenten und man kann sehen, was alles zu schaffen ist.“

„Man kann auf jeden Fall etwas erreichen, wenn man hier Abitur macht“, eröffnet Gerhard Bank seinen Vortrag. Auch er hat in Friedberg Abitur geschrieben. „Das ist schon eine Weile her. Genauer gesagt 40 Jahre.“ Lange hat er für Microsoft gearbeitet und berichtet Informatik- und Technikinteressierten über seinen Berufsweg. Für ihn sei es ein „komisches Gefühl“, an die alte Schule zurückzukommen. Andererseits sei es aber auch schön, da man mittlerweile ein gutes Verhältnis zu den Lehrern hat und alte Freunde wiedertrifft. Banks fragt die Elftklässer, ob sie schon einen Plan nach dem Abitur haben. „Den meisten geht es genauso wie mir damals. Ich hatte keine Ahnung, wie es weitergeht“, erzählt er später.

Gerhard Bank, der lange bei Microsoft gearbeitet hat, berichtet beim Berufs-Speedating am Gymnasium Friedberg, aus seinem Berufsleben.
Foto: Alexandra Sieber

Damals entschied er sich für den Studiengang Elektrotechnik. Nach dem Abschluss war sein Berufsweg jedoch nicht geradlinig. „Ich bin zwar keine Umwege gegangen, aber habe Abzweigungen genommen. Dabei konnte ich immer auf meinen Erfahrungen aufbauen“, sagt Bank. Den künftigen Abiturienten möchte er vor allem Durchhaltevermögen mit auf den Weg geben.

Ute Krogull arbeitet jetzt bei der Friedberger Allgemeinen

Ute Krogull lädt interessierte Schüler ein, nach dem Abitur ein Orientierungspraktikum bei der Friedberger Allgemeinen und/oder der Online-Redaktion der Augsburger Allgemeinen zu machen oder bereits jetzt im Team der Jugendseite mitzuarbeiten. „Sammelt so viel Praxiserfahrung wie möglich“, rät sie. Nur so könne man herausfinden, ob ein Beruf der Richtige ist – sei es beim Journalismus oder anderswo. „Seit ich 1991 nach dem Abitur mein erstes Praktikum bei der Friedberger Allgemeinen gemacht habe, hat sich in dem Beruf unglaublich viel verändert. Das ist das Schöne: er bleibt immer abwechslungsreich.“

Wichtig sei deshalb Flexibilität. Der Umbau klassischer Tageszeitungen zu Online-Medien sei gerade besonders spannend. „Und für junge Menschen ist das eine Riesenchance. Wir ,alten Kollegen’ freuen uns, wenn sie ihr Wissen als ,Digital Natives’ einbringen.“ (Bewerben können sich junge Leute bei der Günter Holland Journalistenschule).

Journalismus ist immer abwechslungsreich und spannend: Ute Krogull, stellvertretende Redaktionsleiterin der Friedberger Allgemeinen, beim Berufs-Speeddating am Gymnasium Friedberg.
Foto: Alexandra Sieber

Auch Carmen Audilet, Rektorin der Friedberger Mittelschule, stellt ihren Beruf vor. „Ich habe in Oberbayern Abitur gemacht und bin spontan eingesprungen“, erzählt sie. Den Schülern bringt sie das Konzept und die Inhalte der Mittelschule näher. Obwohl Audilet keine Abiturientin des Friedberger Gymnasiums ist, ist die Präsentation für sie eine besondere. „Meinen Mittelschülern verhelfe ich sonst immer nur zu anderen Berufen und Ausbildungen. Ich stelle nie meinen eigenen Beruf vor“, erklärt sie.

Wie fast alle Schüler ihrer Gruppe war auch die Rektorin nach dem Abitur ratlos: „Am Anfang wollte ich Jura studieren. Danach ist es Gymnasiallehramt geworden. Zu guter Letzt habe ich zu Mittelschullehramt gewechselt.“ Audilet rät den Schülern, dass es viele Wege gebe, die zum Ziel führen. Hauptsache man habe Spaß, bei dem was man mache.

Lesen Sie den Kommentar von Ute Krogull: Aus uns ist auch was geworden

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