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Mering

30.03.2018

Wegbegleiterin ins Leben

Teresa Lehmacher begleitet in ihrer Praxis in Mering schwangere Frauen vor und nach der Geburt.
Bild: Christine Hornischer

Die 26-jährige Teresa Lehmacher leitet in Mering die Praxis „Dein Herzstück“. Schon seit ihrer Kindheit wollte sie Hebamme werden. Wie sie die werdenden Mütter unterstützt.

Viele junge Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, freuen sich nicht nur über ihren Nachwuchs. Einige haben Ängste, fühlen sich unsicher und sind ratlos. Bei Hebamme Teresa Lehmacher, die in Mering die Praxis „Dein Herzstück“ leitet, finden sie Unterstützung vor und nach der Geburt.

Hebamme wollte die 26-Jährige, die seit Jahren beim BRK ehrenamtlich tätig ist, schon immer werden. „Mein Papa fährt Rettungsdienst“, erzählt Teresa Lehmacher. „Eines Tages waren wir bei einem befreundeten Gynäkologen zu Besuch, ich interessierte mich für die Mütter und ihre Babys, da sagte er: ,Ach, eine angehende Hebamme‘. Somit war mein Berufswunsch geweckt und hat sich nie mehr geändert.“

Da es aber mit einem Ausbildungsplatz zur Hebamme nicht auf Anhieb klappte, absolvierte Lehmacher ein Praktikumsjahr im Josefinum in Augsburg auf der Entbindungsstation. „Anschließend hatte ich das große Glück, eine Ausbildungsstelle an der Uni-Klinik Würzburg zu bekommen, da kamen auf die 16 Ausbildungsplätze rund 1500 Bewerbungen“, erzählt sie ihren Werdegang.

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Kernstück ihrer Arbeit ist vor allem die Begleitung der Mütter auch außerhalb des Krankenhauses. Geburtshilfe selbst übernimmt Teresa Lehmacher nämlich nicht. Ganz wichtig ist ihr, dass schwangere Frauen sich so früh wie möglich bei ihr melden. „Auch ich habe nur beschränkte Kapazitäten“, sagt sie. Und mit einem Lächeln fügt sie hinzu: „Hebammen sagen ganz ungern nein.“ Außerdem könne sie so auch die Frau besser kennenlernen und ganz individuell auf sie einstellen.

Lehmacher erinnert sich an ein junges Paar, das sie während und nach der Schwangerschaft begleitete: „Es war so schön, die beiden zu einer innigen Familie zusammenwachsen zu sehen.“ Sie sieht es als sehr positiv, wenn sich junge Eltern ganz nach den Bedürfnissen des Babys richten. Sätze wie „Ihr verwöhnt ja das Kind“ oder „Lass’ ihn nur schreien, das ist gut für die Lungen“ müssten sich junge Eltern häufig anhören und oftmals lassen sie sich davon stark verunsichern. Doch Psychologen und Hebammen sind sich einig: Ein kleines Baby kann man nicht verwöhnen!

Ein schwieriges Thema sieht die 26-Jährige bei Besuchen während der Wochenbett-Zeit. Die junge Mutter und das Neugeborene brauchen da ihre Ruhe. „Kaum aber eine Frau traut sich, das den Besuchern zu sagen“, weiß die Meringer Hebamme aus Erfahrung. „Das ist dann Aufgabe des Papas.“

Die Hausbesuche fangen am Tag nach der Entlassung aus dem Krankenhaus an. „Da gibt es viele Fragen“, berichtet die Hebamme. Von „Was ziehe ich dem Kind an?“ bis hin zu „Was darf ich während der Stillzeit essen?“ wollen die jungen Mütter ganz viel wissen. Auch eine Untersuchung von Mutter und Kind sind ganz wichtig. „Bei den Frauen achte ich beispielsweise auf die Rückbildung der Gebärmutter, die Brust, die Wundheilung bei Geburtsverletzungen, beim Kind auf den Bauchnabel - Ist der Nabelschnurrest reizlos und löst er sich gut ab?“ sagt die Expertin. Sie überprüft auch Hautfarbe und Muskeltonus oder ob der Säugling den Kopf in alle Richtungen drehen kann.

„Mein zweiter Hausbesuch ähnelt dann schon mehr einer Verlaufskontrolle“, berichtet sie. Fragen wie „Wächst das Baby angemessen“ oder „Nimmt es richtig zu“ sind jetzt an der Tagesordnung. Nach und nach werden die Abstände ihrer Besuche immer größer „Ich erlebe es sehr oft, dass Frauen, die ich schon einmal begleitet habe, auch ihre zweite Schwangerschaft mit mir erleben“, freut sich Teresa Lehmacher. Schön sei es, auch die größeren Geschwister zu sehen, die sie ja ebenfalls betreut hatte.

Sehr emotional sind Betreuungen, in denen sie Frauen nach einer Fehl- oder Totgeburt begleitet hat. Auch die haben Anspruch auf eine Hebamme“, weiß sie. „Mitfühlen, aber nicht mitleiden“, heißt hier die Devise. Auch adoptierte Säuglinge hätten Anspruch auf eine Hebamme.

Der Beruf der Hebamme gehört zu den ältesten der Menschheit, denn schon immer standen erfahrene Frauen werdenden Müttern zur Seite und begleiteten sie durch Schwangerschaft, Geburt und die ersten Wochen mit dem neuen Erdenbürger. „Es ist immer wieder wunderschön, bei einer neuen Familie dabei sein und sie unterstützen zu dürfen“, sagt Lehmacher.

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