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Friedberg

05.12.2020

Wegen des Eschentriebsterbens fällt Friedberg Bäume am Leitenhang

Es gab schon einmal eine Fällaktion: Morsche Eschen am Leitenhang waren laut Gutachter eine Gefahr für die Sicherheit und mussten zu Jahresanfang gefällt werden. Nun gibt es weitere Fällungen.
Bild: Thomas Goßner (Archivfoto)

Plus Die Rodungsaktion am Friedberger Leitenhang geht weiter. Für Spaziergänger und Sportler hat das Folgen.

Teile eines städtisches Waldgrundstücks am Leitenweg sind vom sogenannten Eschentriebsterben betroffen. Dies hat zur Folge, dass ab Mitte Dezember Rodungsarbeiten am erkrankten Baumbestand nötig sind, da eine Wohnbebauung unmittelbar an den Wald angrenzt. Geplant ist ein möglichst schonender Einschlag, bei dem Jungaufwuchs und andere Baumarten erhalten werden sollen.

Weitere Bäume an der Friedberger Lechleite sind vom Eschentriebsterben betroffen und müssen gefällt werden.
Bild: Andrea Fendt

Auf Anraten der beteiligten Fachbehörden stimmte der Stadtrat der Maßnahme zu. Der Leitenweg ist im Süden ab der Joseph-Hackl-Straße, von Osten in der Verlängerung Josef-Baumann-Straße und im Norden ab dem Bolzplatz für Fußgänger und Radfahrer komplett gesperrt. Für die Dauer der Maßnahme bleiben auch der Streethockeyplatz sowie der Bolzplatz am Leitenweg gesperrt. Ausweichspielflächen stehen am Friedberger See und in der Bozener Straße zur Verfügung.

Rodungsaktion an der Friedberger Lechleite sorgt für Proteste

Bereits zu Jahresbeginn hatte eine Rodungsaktion an der Lechleite für Diskussionen gesorgt. Zuvor waren bei einem Sturm mehrere Bäume in den Biergarten des Parkcafés gekippt und hatten erheblichen Schaden angerichtet. Auch bei einem Anwohner oben an der Lechrainhöhe krachte ein Baum auf die Terrasse.

Die Eigentümer des Waldstücks beauftragten darum einen Gutachter, der die Komplettrodung empfahl. Die meisten Bäume, überwiegend Eschen, seien innen bereits hohl gewesen. Die Eigentümer kündigten eine Neubepflanzung mit niedrigeren Bäumen und Büschen an. Die Maßnahme war waldrechtlich und forstfachlich nicht zu beanstanden. Eine Schutzwaldeigenschaft liege für diese Flurstücke nicht vor, hieß es in einer Stellungnahme der Fachbehörden. In einem Schutzwald werden alte Bäume nur nach und nach entnommen und die Verjüngungsinseln erweitert, bis die neue Waldgeneration auf der ganzen Fläche Fuß gefasst hat.

Kein Mittel gegen das Eschentriebsterben

Das Eschentriebsterben ist eine schwere Baumkrankheit, die in Europa seit Anfang der 90er-Jahre bekannt ist und für die es bis heute keine wirkungsvolle Gegenmaßnahme gibt. Stammfäule und Wurzelschädigungen führen dazu, dass die Bäume nicht erhalten werden können. (AZ)

  • Auslöser Der Pilz Hymenoscyphus fraxineus mit seiner Nebenfruchtform Chalara fraxinea beeinträchtigt massiv die Entwicklung der in Europa verbreiteten Gemeinen Esche.
  • Herkunft Ursprünglich stammt der Pilz wohl aus Japan, in Bayern wurde die durch ihn ausgelöste Krankheit erstmals im Herbst 2008 beobachtet. Inzwischen kommt das Eschentriebsterben in ganz Europa vor.
  • Symptome Zunächst verfärben sich die Blätter eines erkrankten Baums ungleichmäßig, worauf Rinde und Holz an den Trieben absterben. Dies setzt sich im späteren Verlauf in weiteren Teilen der Esche fort. Bei älteren Bäumen kann es mehrere Jahre dauern, bis er vollständig abgestorben ist.
  • Bekämpfung Eine direkte Bekämpfung des Eschentriebsterbens, etwa durch Fungizide, ist nicht möglich, da der Pilz weit verbreitet ist und sich der Infektionszeitraum über Monate hinzieht.

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