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Advent

10.11.2017

Weihnachtsstimmung in Friedberg – aber sicher!

Die Mitarbeiter des Bauhofs setzen am jakobsplatz Fundamente für neue Poller. Sie sind tief im Boden verankert und sollen einem Angriff mit einem Fahrzeug standhalten. Auch an der ?Pfarrstraße und vom Thal her wird der Marktbereich so geschützt.
Bild: Elisa Glöckner

Die Polizei schlägteine komplette Sperrung der Ludwigstraße während des Marktes vor. Eine Alternative wäre ein massiver Betonriegel. Jetzt steht ein Kompromiss im Raum.

Findet der 25. Friedberger Advent hinter einem Schutzwall statt? Mitorganisator Franz Reißner von den „Bürgern für Friedberg“ war höchst alarmiert, als in den vergangenen Tagen Berichte über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen die Runde machten. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr stand offenbar die Überlegung im Raum, den Marktbereich vom Jakobsplatz bis zur Pfarrstraße durchgehend mit tonnenschweren Betonelementen von der Ludwigstraße abzugrenzen. „Das ist alles nicht mehr normal. Da vergeht einem die Lust“, sagt Reißner. Und auch bei der Stadt hält man das für keine gute Lösung und arbeitet derzeit an einer Kompromisslösung.

Vorangegangen waren Gespräche zwischen der Stadt und der neuen Polizeichefin Milena Thaller. Sie wolle zwar keine Panik schüren, aber das bisherige Sicherheitskonzept habe aus Sicht der Polizei „etwas Bauchschmerzen“ verursacht, so Thaller zu unserer Zeitung. Sie habe darum eine Stellungnahme abgegeben, was aus Sicht der Polizei wünschenswert sei und wie man das Konzept der Stadt beurteile.

Lediglich in dem Jahr, als die neu gestaltete Ludwigstraße eröffnet worden war, hatte der damalige Bürgermeister Peter Bergmair Betonelemente aufstellen lassen, um eine Trennung zwischen Fußgängerbereich und Fahrbahn herzustellen. Seither hat es neben Pollern und Ketten entlang der Ludwigstraße nur die rot-weißen Absperrbaken an den Zufahrten im Thal, am Jakobsplatz und in der Pfarrstraße gegeben.

Es genüge nicht mehr zu sagen, Friedberg sei ein schönes Städtchen mit überschaubarer Kriminalität, erläuert Thaller. Sie verweist auf den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz, bei dem vor einem Jahr elf Menschen starben und über 50 verletzt wurden. Und auch Ansbach sei nur ein Provinzstädtchen, erinnert sie an das Bombenattentat während eines Musikfestivals im Sommer 2016. „Es ist wünschenswert, dass man mehr macht als bisher“, sagt Thaller. „Man muss einkalkulieren, dass sich ein Verrückter ins Auto setzt und in eine Menschenmenge fährt.“

Die Sicherheitsbehörden gehen von einer abstrakten, aber doch hohen Gefährdungslage aus. Der Vorschlag der Polizei ist darum, die Ludwigstraße in diesem Bereich während der Marktzeiten zu sperren. Milena Thaller sieht aber auch, dass die Stadt in einer anderen Lage ist und auch die Interessen des Einzelhandels berücksichtigen muss. Beim einem Ortstermin am Freitag vormittag wurden darum drei Lösungsvorschläge erarbeitet:

die Ludwigstraße offen lassen und den Marktbereich mit Betonelementen sichern,

eine Sperrung der Ludwigstraße mit massiven Pollern, die auch einem Angriff mit einem Lkw standhalten oder

eine provisorische Sperrung der Ludwigstraße mit Fahrzeugen aus städtischem Bestand.

„Eine Sperrung wäre nicht verkehrt“, erklärte Bürgermeister Roland Eichmann unserer Zeitung. Denn die Betonelemente messen einen auf eineinhalb Meter und nehmen damit viel Platz auf dem Gehsteig weg. Aber auch die Sperrung ist mit Nachteilen verbunden: Wird die Ludwigstraße mit Lkw abgeriegelt, müssen stets zwei Mann an Ort und Stelle sein, um die Fahrzeuge bei Bedarf zur Seite rangieren zu können. Kommen hingegen die Poller zum Einsatz, ist die Ludwigstraße eine Woche lang komplett dicht, weil erst die Fundamente in der Fahrbahn betoniert werden müssen. Im Interesse des Einzelhandels will Eichmann an eine Sperrung jedoch nicht schon vom Marktbeginn um 16 Uhr an, sondern erst am späteren Abend. Das letzte Wort hat der Friedberger Stadtrat, der sich in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag (19 Uhr, Rathaussaal) mit dem Thema befasst.

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