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Friedberger Zeit

14.07.2016

Weit weg von Robin Hood

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Bogenschießen – eine Sportart, bei der auch die Damen problemlos mit den Männern mithalten können. Schließlich kommt es hier mehr auf Auge und Technik, denn auf die Kraft an.
Bild: Peter Kleist

Bei den Bogenschützen erfahren die Gäste allerlei Wissenswertes und dürfen es auch selbst versuchen. Ein Redaktionsbauer stellt sich der Herausforderung

Es ist doch eine ansehnliche Zuschauerschar, die sich an der Mädchenschule am Eisenberg um den Platz der Bogenschützen drängt. Kein Wunder, waren die prachtvoll gekleideten Schützen doch kurz zuvor gemeinsam mit Schnee-Eule Hedwig und Uhu Bubi durch die Festzone gezogen, um ein bisschen Reklame für ihre Darbietungen zu machen. Und wer den grün-schwarz Gewandeten gefolgt war, der durfte allerlei Wissenswertes und Interessantes über diese alte und immer noch moderne Form des Schießens erfahren.

Ein hölzernes Gestell mit bunten Tafeln, einem Adler und einer dahinter stehenden Zielscheibe ziehen die Blicke der Zuschauer auf sich. Bertus der Bogner, im richtigen Leben Herbert Birkmair, führt durch die Show – und erklärt gleich zu Beginn, dass Bogenschießen nur sehr wenig mit dem zu tun habe, was man aus Hollywood-Filmen wie Robin Hood kenne. Der „Bogner“ weiß allerlei zu erzählen: die Unterschiede zwischen Recurve- und den Langbögen – auf. Der Langbogen, also der aus den Filmen, sei die bevorzugte Waffe der Engländer gewesen, der Recurve-Bogen mit den gebogenen Enden mache, die Pfeile schneller und sei für die Schützen von der Belastung her gesünder.

Auch wie man zielt, wird genau erklärt, und welches Auge eine bedeutende Rolle dabei spielt: das dominante Auge. Bei Rechtsschützen ist es das rechte, bei Linksschützen das linke, klärt der Bogner.

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Inzwischen haben sich die Schützen in Vierergruppen aufgestellt und zeigen ihr Können. Erst geht es auf die bunte Scheibe, die seit dem 17. Jahrhundert die Farben blau, weiß, rot und gold hat, dann auf die Tafeln, schließlich auf den Königsadler, bei dem erst die Flügel, dann der Rumpf und zu guter Letzt die Zielscheibe getroffen werden müssen.

Immer wieder schallt der Ruf „getroffen, aber nicht erfolgreich“ von Bertus dem Bogner über den Platz, wenn einer zwar eine Tafel traf, diese aber nicht umfiel. Und sie mühen sich alle: Nina mit dem Seidenhaar, Leon aus dem Morgenland, Nick das Schlitzohr, Heribert der Goldjäger, Marie das Adlerauge oder Siawang vom fremden Lande und viele andere feuern einen Pfeil nach dem anderen ab – doch es dauert bis schließlich die Schützenkönigin dieses Tages ermittelt ist: Erika die Waldmaid war es, die den entscheidenden Pfeil auf die kleine Zielscheibe abschoss.

Dem Redaktionsbauern wird derweil angst und bang – schließlich hat er sich großspurig angemeldet, selbst Hand an einen der Bögen zu legen. Und als es dann so weit ist, ihm Siawang vom fremden Lande die Armschoner anlegt und die ersten Ratschläge von Heribert dem Goldjäger und Manni von Burgund auf ihn einprasseln, fühlt er sich plötzlich gar nicht mehr so wohl. Doch die Unsicherheit verfliegt schnell. „Schultern locker lassen, den Kopf zum Ziel drehen“, lauten die ersten Anweisungen der Könner. An die rechte Hand wird noch ein Finger-Tab aus Leder angebracht, damit werden die Finger geschont – übrigens nicht nur die des Redaktionsbauern. Etwas aufpassen muss der Schreiberling auf die Knöpfe seines Wamses. „Nicht umsonst haben unsere Westen nichts dergleichen an der Vorderseite, damit beim Schießen nichts hängenbleibt“, erläutert Manni von Burgund, der während der Demonstration die Kommandos gab.

Dann wird mit einem Finger über und zweien unter dem Pfeil die Sehne an den rechten Mundwinkel gezogen, gezielt – und losgelassen. Etwas oberhalb vom „Gold“ schlägt der Pfeil ein, der zweite dann auf gleicher Höhe wenige Zenitmeter daneben. Erst der dritte Pfeil ist ein Ausreißer, links hoch. „Gar nicht so schlecht“, lobte Heribert der Goldjäger und der Redaktionsbauer ist einigermaßen zufrieden.

Den Beweis, dass es beim Bogenschießen nicht auf die Kraft ankommt, ja dass ein großer Bizeps eher störend wirken kann, liefert der sieben Jahre alte Jonas Tuffentsammer beim Schnupperschießen. Der traf auch dreimal und einmal gar ins Gold.

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