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Mering

07.05.2018

Welche Farbe haben die Menschenrechte?

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3 Bilder
Bei der Vernissage der Schülerwerke und ihrer eigenen Objekte war die Künstlerin Antje Wichtrey eine gefragte Gesprächspartnerin.
Bild: Heike John

Meringer Gymnasiasten machen sich auf eine Reise durch die Geschichte. Die Ausstellung der Künstlerin Antje Wichtrey ist bis zum Ende des Schuljahres im Lichthof zu sehen

Die farbintensiven Holzschnitte in der Ausstellung des Meringer Gymnasiums zeigen Menschen, die zusammenkommen, es ist eine Friedenstaube zu sehen, es gibt Landschaften, Symbole und auf jedem Bild viel zu entdecken und zu interpretieren. Völlig freie Hand hatten die Schüler bei der thematischen Auseinandersetzung unter dem Motto „Die natürliche Gleichheit der Menschen“. Täglich hört man von der Verletzung der Menschenrechte, Diskriminierung, Freiheitsberaubung und Folter. Menschenrechte sind jedoch zunächst etwas Positives. Die Würde des Menschen ist ein hohes Gut, das es zu achten gilt. Dieses zu verstehen und zu erspüren und sich in vielfältiger Weise damit zu beschäftigen war das Ziel eines mehrteiligen Projektes im Meringer Gymnasium.

Den Ausgangspunkt bildete die Einladung des Freistaates Bayern zur Teilnahme am Schülerwettbewerb anlässlich des Jubiläumsjahres unter dem Motto „Wir feiern Bayern“. Im Sozialkundeunterricht beschäftigen sich die Schüler der neunten Klassen des wirtschaftswissenschaftlichen Zweigs mit dem Doppeljubiläum „100 Jahre Freistaat“ und „200 Jahre Bayerische Verfassung“. „Ein halbes Jahr lang kämpften sich die Teilnehmer durch das komplexe historische Material, darunter zum Teil auch schwierige Gesetzestexte“, so berichtete Sozialkunde-Lehrerin Stephanie Uhr anerkennend. Dann setzten sie die Themen der Freiheitsrechte plakativ in Wort und Bild um“.

Wie wurde in Bayern Recht fixiert? Wie hat Max-Joseph beispielsweise versucht die Monarchie zu erhalten? Die 16-jährige Patricia Hecht stellte das Thema zusammen mit ihrem Mitschüler Tobias Müller in Comics dar. Daneben hängt das Plakat von Katharina Hohenadl und Sonja Weiß, die sich mit Kurt Eisner beschäftigten. „Wir waren erstaunt, wie wenig die Leute über ihn wissen, obwohl er doch der erste Ministerpräsident des Freistaats Bayern war“, wunderten sich die beiden 14-jährigen Schülerinnen. Sie wollen unter dem Motto „Schüler führen Schüler“ bis zum Ende der Ausstellung auch Schulklassen und interessierte Gruppen durch die Ausstellung führen.

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Aufgrund der finanziellen Unterstützung des Freistaats Bayern für das Geschichtsprojekt konnte das Gymnasium Mering auch noch eine Kunstaktion zum Thema mit anhängen. „Wir sind stolz, dass wir Neuland betreten und nun erstmals auch mit einem Projekt im Rahmen der politischen Bildung und im künstlerischen Bereich an die Öffentlichkeit gehen können“, betonte Schulleiter Josef Maisch anlässlich der Ausstellungseröffnung.

Es war ein Glücksfall, dass die Künstlerin Antje Wichtrey dafür gewonnen werden konnte. „Als wir den Termin für die Vernissage festlegten, gab es noch keine Künstlerin und auch keine Werke“, so beschreibt Kunstlehrer Christian Richter den mutigen Schritt. Doch dann sei alles sehr schnell gegangen und innerhalb von einer Woche wurde die Ausstellung organisiert und ein Workshop durchgeführt. Schließlich reiste die prämierte Künstlerin extra aus Spanien an.

„Wir haben hier eine dreitägige Materialschlacht veranstaltet“, erzählte Antje Wichtrey begeistert von ihrem Spaß mit den Schülern. Bereits vor zehn Jahren zum 60. Geburtstag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fertigte sie Holzschnitte zu den 30 Menschenrechten. Dieses sind nun im Lichthof des Meringer Gymnasiums ausgestellt. Daneben sind die Schülerarbeiten zu sehen. Mit vielen Bildbeispielen brachte Wichtrey dem Publikum ihre Herangehensweise an die Thematik und die Technik nahe. Auch die Schüler selbst führten im Werkraum interessierten Besuchern die einzelnen Arbeitsschritte des Holzschnitts vor Augen. Es handelt sich um eine alte Technik des Mittelalters, um Bilder zu vervielfältigen. Geschichtlich noch viel weiter zurück, bis zu den Römern, ging Professor Christoph Becker in seinem Festvortrag. Der Ordinarius für Bürgerliches Recht und Zivilverfahrensrecht, Römisches Recht und Europäische Rechtsgeschichte an der Universität Augsburg führte dem Festpublikum vor Augen, dass schon die Römer Menschenrechte kannten. Selbst einem Sklaven, der vor rund 2000 Jahren eigentlich als Vermögensobjekt galt, wurde eine gewisse Menschenwürde zugesprochen.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Johanna Henschel am Konzertflügel. Unterhalten wurden die Gäste beim Stehempfang mit weiteren Musikbeiträgen der Schüler, begleitet von Musiklehrer Pasquale Baratta (Klavier) und Reinhard Schelzig (Gitarre).

Eine Bildergalerie finden Sie online unter www.friedberger-allgemeine.de/lokales.

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