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Freizeit

28.04.2018

Wellenlaufen im Friedberger Stadtgarten

Auf der (von links) Slackline, beim Schlingentraining an der Calisthenics-Hyper-Crazy-Bars-Station und an deren Stangen.
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Auf der (von links) Slackline, beim Schlingentraining an der Calisthenics-Hyper-Crazy-Bars-Station und an deren Stangen.

Zwischen Bäumen lockt jetzt in Friedberg ein Bewegungsparcours, sich fit zu halten. Unsere Reporterin Vanessa Polednia hat ihn ausprobiert. 

 Begeistert bin ich schon in manch einer sonnigen Mittagspause am neuen Bewegungsparcours vor- beigegangen. Die Betonung liegt allerdings auf „vorbei“. Die Idee von Sport an der frischen Luft finde ich an sich super, aber super finde ich vieles, während ich auf der Bank in der Sonne sitze und ein Eis esse. Ich bediene mich dann an Ausreden wie „Am Ende reißt mir noch der Hosenbund auf“ oder „Mensch, der Schlemmerfladen liegt aber auch schwer im Magen.“

Doch Schluss damit. Wenn die Stadt Friedberg für den Parcours 75000 Euro in die Hand nimmt, muss er wenigstens einmal getestet werden. Und das zu perfekten Bedingungen: Es ist ein warmer Frühlingstag, und die Schulkinder sind noch in ihren Klassenzimmern. Also rein in die Sportklamotten. Die Brille tausche ich vorsichtshalber durch Kontaktlinsen aus, falls das Ganze tatsächlich in Sport ausarten sollte.

Zuerst lese ich aufmerksam die Info-Tafel durch. Es gibt drei Schwierigkeitsstufen und vier Module, die je nach Belieben ausgeführt oder weggelassen werden können. Empfohlen wird aber die Reihenfolge Erwärmung, Koordination, Kraft/Mobilisation und Ausdauer. Das erste Modul Erwärmung schlägt zwölf bis 15 Minuten Laufen vor. Schon ist mir die Anlage unsympathisch. Ich bin aber kompromissfähig und runde auf zehn Minuten ab. Dabei nutze ich die Laufrunden, um mich schon mal mit den Geräten vertraut zu machen. Gedanklich sortiere ich sie in „böse“ (sprich anstrengende) und „gute“ (also spaßige) Stationen.

Nun auf zum Modul „Koordination“. Hier geht es als Erstes auf die Slackline. Bei dem Balanceakt in Seiltänzermanier hatte ich keine hohen Erwartungen an mich und werde somit auch nicht enttäuscht. Denn ohne Stange oder Menschen, woran man sich festkrallen kann, ist das ganz schön schwierig. Auch die anderen Koordinationsstationen wie die Schwebende Plattform oder die Pedalo-Strecke haben es in sich. Der Spaß kommt beim Versuch, das Gleichgewicht zu halten, trotzdem nicht zu kurz.

Aufmunterndes Zwitschern

Die „Kraft“-Stationen hingehen laufen durchwachsen. Auf der Sit-up-Bank gefällt es mir zu gut, sodass ich kurz die Augen schließe und den Vögeln beim Zwitschern zuhöre. Die Pausenglocke der Theresia-Gerhardinger-Grundschule reißt mich aus meinen Tagträumen. Während das darauf folgende Oberkörper-Ergometer durch das monotone Drehen der Scheiben einer Meditation gleicht, heißt mein Verhängnis Calisthenics-Hyper-Crazy-Bars. Das ist trendy Englisch und meint so viel wie Eigengewichtübungen an der Stange. Meine Übersetzung hierfür lautet jedoch Vorhof zur Hölle. Diese Station hatte ich schon zu Beginn als „böse“ eingestuft – und das zu Recht. An diesem Ungeheuer aus Edelstahl befinden sich unzählige Stangen für Klimmzüge, Barrenstütz, Hangeln und Knieheben. An ihnen versage ich kläglich. Und die Stangen zum Hangeln erreiche ich mit meinen 158 Zentimetern Körpergröße ohne Räuberleiter erst gar nicht. Nur das an dem Gerät befestigte Schlingentraining zur Kräftigung des Oberkörpers findet bei mir Anklang.

Apropos Anklang. Mein absoluter Favorit ist das Wellenlaufen. Hierbei schwingt man auf Schienen die Beine gleichmäßig hin und her. Das mobilisiert die Hüften und kräftigt die Beinmuskulatur. Ich lasse mich sogar kurz zu Schwierigkeitsgrad drei „Lösen Sie die Hände vom Haltebügel“ verleiten.

Nach dem Durchlaufen der Stationen fühle ich mich sehr wohl. Aber auch motiviert, meine Fitness ein wenig zu verbessern. Denn mit meinen relativ jungen 23 Jahren sollte ich vielleicht doch nicht nur die leichteste Schwierigkeitsstufe bewältigen können. Wenn der Parcours den einen oder anderen ebenfalls motiviert und für gute Laune sorgt, ist er sein Geld auf jeden Fall wert. Das letzte Modul „Ausdauer“ mit einer empfohlenen Laufzeit von mindestens 30 Minuten habe ich vor lauter Wohlfühlen leider vergessen. Aber die laufe ich beim nächsten Training unter freiem Himmel.

Termin

Die offizielle Einweihung des Bewegungsparcours mit Mitmach-Training findet am Samstag, 5. Mai, um 14 Uhr statt.

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