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Friedberg

02.07.2010

Weltmeisterschaft hautnah erlebt

Roland Müller (rechts) und Arbeitskollege Erik Seemann (links) mit australischen Fußballfans vor dem ersten Spiel der deutschen Elf in Durban.
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Roland Müller (rechts) und Arbeitskollege Erik Seemann (links) mit australischen Fußballfans vor dem ersten Spiel der deutschen Elf in Durban.

Roland Müller war zwei Wochen in Südafrika und hat die Weltmeisterschaft hautnah erlebt - und noch viel mehr. Von Peter Kleist

Seine Mitbringsel wurden beim Public Viewing auf der Terrasse seiner Schwester Sabine in Rederzhausen mit Staunen begutachtet und seinen Erzählungen gebannt gelauscht. Roland Müller, 49 Jahre alt, Geschäftsführer einer Beratungsfirma im IT-Bereich im schweizerischen Luzern, war gerade rechtzeitig zur Abiturfeier seiner Tochter und zum Achtelfinalspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England aus Südafrika zurückgekehrt. Und von dem 14-tägigen Trip durch das Land am Kap gab es eine Menge zu erzählen.

"Es war eine wundervolle Erfahrung, wir hatten ganz tolle Erlebnisse und ich würde es jederzeit wieder machen", schwärmte der 49-Jährige. Kurz entschlossen waren Roland Müller sowie sein Arbeitskollege und Firmenbesitzer Erik Seemann Richtung Südafrika aufgebrochen, von Frankfurt über Abu Dhabi dauerte die Reise nach Johannesburg 24 Stunden. Groß vorbereitet war der Trip nicht: "Wir mussten dann in Südafrika erst alles organisieren - also Mietwagen, Hotels, Eintrittskarten und so weiter", erzählte Müller.

Elf Sprachen im Angebot

Weltmeisterschaft hautnah erlebt

Und das klappte alles reibungslos - auch wenn die beiden Deutschen am Bankautomaten erst einmal staunend die Sprachenauswahl zur Kenntnis nahmen. "In elf Sprachen wird man da durch die einzelnen Schritte geleitet - angefangen bei Englisch, über Africaans bis hin zu den neun anderen südafrikanischen Sprachen", berichtete Müller.

Jedenfalls klappte alles und die beiden Abenteurer fuhren mit dem Mietwagen gleich in einem Rutsch durch nach Durban an den Indischen Ozean. 600 Kilometer Autobahn, vorbei an weitem Weideland, das an den Mittleren Westen der USA erinnert. In Durban bezogen Müller und Seemann eine Bed-and-Breakfast-Pension und genossen die Traumstrände der 3,1-Millionen-Stadt. "Wir haben dort auch mit den Australiern gefeiert und zwar so ausgiebig, dass uns gleich ein RTL-Team mit in seine Reportage aufgenommen hat", erzählte Müller.

Beim überzeugenden 4:0-Sieg gegen die Aussies saßen Müller und sein Kollege Seemann auf Höhe der Mittellinie - an Karten zu kommen, war kein Problem. Und man war nah dran an deutschen Altstars wie Berti Vogt, Klaus Allofs oder Uwe Seeler - nur der Lärm der Vuvuzelas war nahezu unerträglich. "Vor dem Stadion werden Shu-Shu-Zelas-Ohrstöpsel verkauft, aus gutem Grund", meinte Müller.

Nach dem Spiel mussten die WM-Touristen auch ihre einzige brenzlige Situation überstehen. "Wir hatten uns in der Dunkelheit ein bisschen verfahren und haben dann auf dem Heimweg auch die roten Ampeln konsequent ignoriert - das hatten uns Ortsansässige geraten", erzählte Müller.

Was die Sicherheit von Reisenden betrifft, konnte Roland Müller nur Gutes berichten. "Es hat alles reibungslos funktioniert, wir hatten keine Probleme, und wenn man sich ein bisschen an die Regeln hält, passiert einem auch nichts", erklärte er.

Auch in Port Elisabeth, der nächsten Station der Reise, geriet man auf der Quartiersuche in die Nacht, doch Polizisten gaben die richtigen Infos, wie man zum angestrebten Back-Packer-Hotel kommen würde. Sportlich war Port Elisabeth wegen des 0:1 gegen Serbien eher weniger toll, doch die Feier im deutschen Klub war prima - und auch die Gegend bot landschaftlich wahnsinnig viel. Hatten die beiden an der Wild Coast schon Wale beobachten können, so besuchten sie nun den Addo-Elephant-Park. "Vom Auto aus konnten wir Löwen, Elefanten, Kudu-Antilopen, Nashörner und Strauße beobachten und dann ein tolles First-Class-Hotel genießen", erzählte Müller.

Bitterkalte Nacht

Zu guter Letzt folgte die Weiterfahrt nach Johannesburg - und dort lotste die freundliche Helferin der Touristeninformation die beiden Gäste zu einer befreundeten schwarzen Familie, bei der sie dann untergebracht wurden. "Wir fühlten uns dort wirklich wohl", so Müller. Für das letzte Gruppenspiel gegen Ghana kauften die beiden Touristen Karten auf dem, Schwarzmarkt - und im Stadion war es dann bitter kalt. "Johannesburg liegt 1750 Meter hoch, da ging's des Nachts schon Richtung null Grad."

Nach dem 1:0-Sieg gegen Ghana war der Trip dann auch vorbei, von Johannesburg aus wurde der Rückflug nach Frankfurt angetreten - mit unvergleichlichen Eindrücken im Gepäck. "Es war eine faszinierende Reise, die Atmosphäre in den Stadien, vor allem in Durban, wo wir mit Leuten aus allen Ländern zusammengekommen sind, war unvergleichlich. Es war einfach toll - und vor allem so friedlich", resümierte Müller. Mitgebracht aus Südafrika hat Roland Müller übrigens eine original Vuvuzela und ein typisches Zulukleid. Von Peter Kleist

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