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Verkehr

26.09.2019

Wenn es ständig kracht

Gemeinderat Merching lehnt Spiegel an Problemkreuzung ab

In manchen Dörfern fragt man sich bei der Durchfahrt: Ist das eine Hofeinfahrt oder eine Straße? Mit solch unübersichtlichen Gegebenheiten beschäftigte sich der Merchinger Gemeinderat. Konkret ging es um die Kreuzung Wasserturmweg/Steindorfer Straße.

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Ein Anwohner fordert, einen Spiegel gegenüber der Einmündung in den Wasserturmweg am Laternenmast des Eckgrundstücks an der Steindorfer Straße anzubringen. Hintergrund ist, dass die kleine Straße durch das „Rechts-vor Links Gebot“ vorfahrtsberechtigt ist, was aber viele Autofahrer nicht erkennen. Dem Mann wurde selbst oft die Vorfahrt genommen – was sogar schon mit Unfällen endete. Zwar sei der Verkehr durch die Fahrten zur Wertstoffsammelstelle weniger geworden, kritische Situationen gebe es immer wieder, berichtete der Merchinger, der seit einem Jahr für sein Anliegen kämpft.

Das 20 Meter vor der Einfahrt angebrachte Hinweisschild, „Vorfahrt oder Einmündung mit Vorfahrt Rechts“ werde nicht zur Kenntnis genommen. Auch sei die Sicht von beiden Straßen aus an der Kreuzung schlecht und eigentlich erst im letzten Moment gegeben.

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Dass die Verkehrssituation an dieser Stelle kritisch ist, war im Gemeinderat unumstritten, doch sahen die Politiker die Lage differenzierter. „Auch wenn Rechts vor Links gilt, ist es an dieser Stelle mutig, das in Anspruch zu nehmen“, äußerte sich Helmut Luichtl. Der Spiegel suggeriere eine scheinbare Sicherheit, die nicht gegeben sei. Dies fand auch Wolfgang Schlagenhauf. Er betonte, dass man den schmalen Wasserturmweg als Nicht-Anwohner nicht einmal eindeutig als eigenständige Straße identifizieren könne, wenn man von der Steindorfer Straße kommt, die die in Richtung Merchinger Wertstoffhof führt. Er stellte fest: „Nicht einmal ein Straßenschild gibt es dort!“

Bernd Waitzmann schlug vor, wenn man die Straße nicht als vorfahrtsberechtigte erkennen kann, solle man dem Wasserturmweg eben die Vorfahrt gnehmen. Das sei eine rechtlich korrekte Lösung, um den Konflikt zu entschärfen. Diese Ansicht teilten die meisten Gemeinderäte aber nicht. Sie wollten die Vorfahrtsregeln nicht antasten. Immerhin habe der Antragsteller im Fall eines Schadens dann das Recht auf seiner Seite, war der Tenor.

Eugen Seibert war gegen die Anbringung eines Spiegels. Er wäre an der Stelle nicht effektiv und außerdem gebe es viele Straßen, die einen Spiegel benötigen würden. Als Anlieger wisse man ja, wie gefährlich die Kreuzung ist und müsse sich eben vorsichtig „reintasten“. Auch Christian Niedermair war dieser Ansicht. Zudem beträfe diese Regelung nur sehr wenige Anwohner, welche die Situation kennen und darauf reagieren könnten. Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt. (crp)

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