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Wer kann sich Wohnen in Friedberg noch leisten?

Kommentar Von Ute Krogull
21.08.2020

Plus Im Internet stehen in Friedberg zwei Villen zum Verkauf, jede fast 1,5 Millionen Euro teuer. Können Normalsterbliche sich überhaupt noch ein Haus leisten?

Der Blick ins Internet-Immobilienportal Immobilienscout versetzt einem einen Schock: Da stehen in Friedberg zwei Villen zum Verkauf, jede fast 1,5 Millionen Euro teuer. Irgendwann entdeckt man eine Doppelhaushälfte auf dem Land für 400.000 Euro. Mietwohnungen sind Mangelware, eine Etagenwohnung im Erstbezug wird für 15 Euro pro Quadratmeter annonciert – da denkt man ja schon an Münchner Verhältnisse.

Die Preisspirale auf dem Immobilienmarkt im Landkreis wird nicht enden. Friedberg und sein Umland sind zu attraktiv, zu gut gelegen: München, Augsburg und zunehmend auch Ingolstadt mit seinen horrenden Preisen spielen hier hinein. Es werden sich auch immer Käufer für Objekte im Luxussegment finden – es gibt immer noch viel Geld, das investiert werden will.

Friedberg: Familien haben Probleme bei der Wohnungssuche

Bei den Problemgruppen liegt der Blick der Öffentlichkeit auf Familien, die sich kein Häuschen leisten können, es sei denn, sie werden von ihren Eltern unterstützt. Denn mit dem eigenen Gehalt ist es inzwischen schwer, sich das eigene Zuhause zu finanzieren. So schön der Traum vom Häuschen ist: Vielleicht muss es öfter eine Eigentumswohnung werden. Bedenklich ist auch die Situation Alleinstehender, die nicht so im Fokus stehen, aber im Verhältnis höhere Lebenshaltungskosten haben: Sie führen die Bewerberliste für geförderte Wohnungen in Friedberg an.

Angesichts dieser Situation ist der Widerstand in Teilen von Bevölkerung und Politik gegen Nachverdichtung und Geschosswohnungsbau nicht konstruktiv. Jeder will mehr Wohnraum – aber keiner einen Wohnblock um die Ecke. Dabei wäre es wichtig, moderne Wohnungen (Stichwort Barrierefreiheit) älteren Menschen anbieten zu können, die zu zweit oder allein auf 150 Quadratmetern leben – weil sie keine adäquate wohnortnahe Alternative finden. Auch das würde Bewegung in den Markt bringen.

Lesen Sie dazu den aktuellen Bericht zur Marktlage:

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