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Aichach-Friedberg

13.02.2020

Wie Bürokratie die Hospizarbeit im Landkreis erschwert

Hospizbegleitung wird auch im Raum Aichach-Friedberg immer wichtiger.
Bild: Sebastian Kahnert/dpa

Das St.-Afra-Hospiz wird in Aichach-Friedberg immer stärker wahrgenommen. Es begleitete 2019 fast 250 kranke Menschen, steht aber vor großen Herausforderungen.

Die Hospizarbeit im Landkreis Aichach-Friedberg wird immer stärker wahrgenommen – dieses positive Resümee hat Christine Neukäufer beim Jahrestreffen des St.-Afra-Hospizes gezogen.

Die Koordinatorin des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes im Caritasverband Aichach-Friedberg sagte: „Durch unsere Präsenz, die hohe Qualität unserer Betreuung und nicht zuletzt durch unsere Vernetzungsarbeit haben wir uns einen sehr guten Ruf erworben.“

Das St.-Afra-Hospiz ist mittlerweile in vielen Arbeitskreisen wie der Gesundheitsregion Plus, dem Ethikkomitee, dem Kooperationsverbund Hand in Hand oder beim Diözesanverband vertreten. Auch auf politischer Ebene stößt die Hospizarbeit laut Neukäufer vermehrt auf Interesse. Zudem gebe es viele positive Rückmeldungen aus der Gesellschaft.

Dies habe ihr in dieser Form vor Kurzem auch Diözesan-Caritasdirektor Andreas Magg bestätigt. „Wir können den ursprünglichen Hospizgedanken umsetzen“, sagte Neukäufer. Auch Geschäftsführer Andreas Reimann äußerte sich überaus zufrieden: „Das St.-Afra-Hospiz kann sich wirklich sehen lassen.“

Aichach-Friedberg: Hospiz begleitete fast 250 Menschen

Im vergangenen Jahr wurden 244 schwerst kranke Personen begleitet, 60 Menschen beraten und 250 Trauernde betreut. Rund hundert ehrenamtliche Hospizbegleiter sind im St.-Afra-Hospiz in drei Gruppen organisiert, dazu kommen hauptberufliche Koordinatorinnen in Aichach, Friedberg und Mering. Vor 20 Jahren wurde die Ehrenamtsvereinbarung geschlossen. Seit dieser Zeit, und teilweise sogar schon länger, sind einige Hospizbegleiter im St.-Afra-Hospiz aktiv. Diese wurden beim Jahrestreffen nun geehrt.

Beim Jahrestreffen des St.-Afra-Hospizes wurden viele ehrenamtliche Hospizhelferinnen aus dem Kreis Aichach-Friedberg für ihr langjähriges Engagement geehrt.
Bild: Heike John

In der Hospizarbeit kommt es im Wesentlichen darauf an, sich aufeinander einzulassen und sich Zeit zu nehmen, damit betroffene Menschen gesund werden oder in Ruhe sterben können. „Doch auch unser Hospizdienst ist vom Wandel betroffen“, sagte Christine Neukäufer. Dies beginne mit Formalitäten im Umgang mit den Krankenkassen und betreffe auch die Kooperation mit Einrichtungen, die zusehends an Pflegekräftemangel leiden.

„Bei all der Bürokratie darf die Hospizbewegung nicht Gefahr laufen, ihre Seele zu verlieren und zu einem Betrieb werden, in dem der Einzelne nur noch eine Nummer ist“, sagt Christina Neukäufer und griff damit nachdrücklich die Warnung von verschiedenen Experten auf.

Mehr zum St.Afra-Hospiz Aichach-Friedberg

  • Angebot Das St.-Afra-Hospiz will Schwerkranken und Sterbenden ein möglichst menschenwürdiges Leben bis zuletzt ermöglichen. Der Dienst ist kostenfrei. Als neues Angebot gibt es im St.-Afra-Hospiz auch einen Trauerkurs für Kinder. Mehr Infos zum Angebot gibt es unter 08251/9346530.
  • Ehrungen Für 20 Jahre und mehr wurden geehrt: Marlene Nießl, Inge Göschl, Centa Plöckl, Bärbel Kerle, Berta Eberle, Xaver Heichele, Roman Ernst, Anita Sedlmeir und Christa Marquart. Für 15 Jahre: Elisabeth Modlmeyr. Für zehn Jahre: Angelika Schimm, Angela Asam, Petra Gardum, Monika Engl, Erika Seiler und Hannelore Kunzmann.

Lesen Sie auch: St.-Afra-Hospiz bietet Lichtblicke für Trauernde

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