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Friedberg

24.10.2020

Wie der Friedberger Einzelhandel sich online präsentieren kann

Onlineshops sind auch für stationäre Einzelhändler wichtig.
Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa (Symbol)

Plus Der Gewinn des Stadtmarketingpreises ist für den Friedberger Einzelhandel mit Beratung durch Fachleute verbunden. Welche Tipps die Experten für die Geschäftswelt haben.

Neben dem stationären Handel und den Online-Auftritten der Einzelhändler sind die Marktsonntage eines der wichtigsten Instrumente der Kundenbindung. Dafür erhielt Friedberg kürzlich den Stadtmarketingpreis. Weil es aber heuer aufgrund von Corona leider noch keinen Marktsonntag gab, werden nun neue Instrumente gesucht, die Friedberger Geschäftswelt gut zu präsentieren. Wie das gehen kann, damit beschäftigte sich die jüngste Mitgliederversammlung des Friedberger Aktivrings.

Ein gutes Suchergebnis auf Google werde für die Geschäftsleute immer wichtiger. Genauso wie ein digitales Schaufenster. Darüber informierte Andreas Haderlein von cima.digital kürzlich bei der Mitgliederversammlung des Aktivrings. Dieser Vortrag ist Teil des Gewinns des Stadtmarketingpreises. Das Interesse war groß. Über 30 Geschäftsleute kamen in die Aula der Mittelschule. Alle auf Abstand und unter strengen Hygienemaßnahmen.

Corona ist eine Herausforderung für den Friedberger Einzelhandel

Wolfgang Puff, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Bayern, der seit über 17 Jahren in Friedberg wohnt, informierte zu Beginn über die dramatischen Auswirkungen von Corona auf den Einzelhandel. „Von heute auf morgen wurde alles auf den Kopf gestellt. Das stellt den Handel vor große Herausforderungen“, so Puff. Alles, was bisher unmöglich war, sei möglich geworden. Dazu gehört auch die Digitalisierung, zuvor für viele Einzelhändler ein unbekanntes Terrain, in Zeiten von Corona wichtiger denn je.

Doch wie steht der Handel heute da? Die hauptleittragenden Branchen der harten Linie in Bayern mit Masken und Co. sind die Bekleidung und Schuhe, dagegen gehören Gartenmärkte, Möbel- und Fahrradläden zu den Gewinnern der Krise. All das müsse man aber differenziert sehen, denn je größer die Stadt, desto schwieriger werde es für die Geschäfte. Touristen fehlten, Messen seien in weiter Ferne, so Puff. Bei Städten mit guter Struktur, wie es in Friedberg der Fall ist, kaufen die Leute weiterhin lokal ein. Für sie sind die Innenstädte noch wichtig. „Das ist unsere Stärke hier, die müssen wir spielen“, fordert er. Sorge habe er vor dem Jahr 2021. Es werde Opfer geben. Er hofft nun auf ein halbwegs gutes Weihnachtsgeschäft. Deshalb sei es enorm wichtig, im Netz zu säen und lokal die Früchte zu ernten.

So verändert sich der Handel durch Corona

Referent und Autor Andreas Haderlein, der selbst lange Zeit im Handel gearbeitet hatte, freute sich sehr, in seinem Vortrag an diesem Abend mit seinem Wissen zu Online-Marktplätzen wichtige Anstöße zu geben. Für manche Geschäftsleute ist das Thema so gut wie Neuland, einige sind schon gut aufgestellt. Er sprach davon, dass der inhabergeführte Handel widerstandsfähiger sein werde als die Filialisten. Wichtig sei es, dass Kunden die Ware online reservieren können, um sie dann in der Filiale abholen zu können. Die Lebensumstände der Menschen verändern sich, viele gehen lieber ins Grüne als zum Shoppen in die Stadt. Sie lieben die Bequemlichkeit und Transparenz, die ein digitaler Marktplatz bietet.

Der digitale Marktplatz für Friedberg wird zu einer großen gemeinsamen Aufgabe: Renate Mayer, die Geschäftsführerin des Aktivrings, Citymanagerin Bianca Ross, Referent Andreas Haderlein und Wolfgang Puff vom Handelsverband Bayern sind guter Dringe.
Bild: Sabine Roth

Haderlein zeigte auf, wie gut Friedberg diesen „Online-lokalen Markt“ bereits bespiele. „Gibt man Bayern, Friedberg und Schuhe bei Google Maps ein, so kommt als Erstes das Schuhhaus Kratzer“, sagt der Digitalexperte. Hier werde alles richtig gemacht, was den organischen Index und die Suchmaschine betreffe. „Der Erfolg hängt von der Qualität des Suchmaschineneintrags ab.“

Produktdaten im Netz bereitzustellen, seien die Sollbruchstelle im Digitalisierungsprozess und eine große Herausforderung für die Einzelhändler. Aber auch die Schulungsbereitschaft und der Wille für eine Kooperation und eine Veränderung seien wichtig. Städte könnten unterstützen, die Online-Sichtbarkeit von Unternehmen zu erhöhen. Und er geht noch weiter: „Die Warenverfügbarkeit muss in einer Stadt ganz oben stehen, nicht der 3-D-Rundgang durch die Innenstadt.“

Was die Stadt Friedberg für den Einzelhandel tun kann

Sein Appell an die Stadt: „Suchen Sie sich eine gute digitale Beratung. Prüfen Sie die Anbieter genau und erstellen Sie ein Lastenheft.“ Citymanagerin Bianca Ross hat genau das getan und bereits Gespräche mit drei potenziellen Anbietern geführt. Sie hofft nun auf Unterstützung der Geschäftsleute, „denn nur so kommen wir voran“. Manuel Weindl vom Aktivring plädiert an die Mitglieder, sich hier einzubringen: „Das ist eine große Baustelle, die wir nur gemeinsam stemmen können!“

„Es war interessant für mich zu sehen, dass man sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen darf. Wenn es jemanden gäbe, der sich um einen Online-Marktplatz kümmern würde, fände ich das gut“, so das Fazit einer Friedberger Geschäftsfrau. Die Verantwortlichen des Aktivrings sind zuversichtlich. „Einkaufen in Friedberg“ war ein voller Erfolg, und die Planungen für die Infoschau in einem virtuellen Raum laufen bereits auf Hochtouren.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Es wird nicht leichter für den Einzelhandel

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