Newsticker
EU-Staaten erwägen neue Reiseauflagen in der Corona-Krise
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Wie eine Landarztpraxis in Eurasburg ihre Zukunft sichert

Eurasburg

02.01.2021

Wie eine Landarztpraxis in Eurasburg ihre Zukunft sichert

Jürgen Dreher freut sich mit seinem Team über das 40-jährige Bestehen seiner Landpraxis in Eurasburg.
Bild: Sabine Roth

Plus Jürgen Dreher feiert am 2. Januar das 40-jährige Bestehen seiner Allgemeinarztpraxis in Eurasburg. Mit einem ungewöhnlichen Konzept hat er viele Patienten und auch Nachfolger gewonnen.

Seine Patienten sollen sich rundum wohlfühlen. „Denn die Gesundheit ist der größte Reichtum, Liebe der kostbarste Schatz und Lachen die beste Medizin“, sagt Dr. med. Jürgen Dreher. Gemäß diesem Grundsatz hat er am 2. Januar 1980 eine ganzheitlich geführte Landarztpraxis in Eurasburg eröffnet - und ist ihm auch 40 Jahre später immer noch treu.

Schon auf den Stufen zum Eingang ist der plätschernde Wasserfall im Gartenteich zu hören. Auch die Behandlungsräume geben den Blick auf dieses Biotop frei. „Da ist es mir schon passiert, dass eine Patientin gefragt hat, ob sie nicht noch fünf Minuten sitzen bleiben darf. Hier werde sie schneller gesund“, erzählt Dreher und lacht.

Die Arbeit mit Menschen gefällt Jürgen Dreher gut

Eigentlich wollte der 71-Jährige nach dem Abitur Steuerberater oder Zahnarzt werden. Sein Weg führte ihn dann aber zum Medizinstudium nach Tübingen. Die Arbeit mit den Menschen in der Klinik gefiel ihm so gut, dass er dabei blieb. Über einen Bekannten kam der gebürtige Schwabe vor genau 40 Jahren nach Eurasburg, wo er eine bestehende Allgemeinarzt-Praxis übernehmen konnte.

„Ich war völlig offen, suchte aber etwas im süddeutschen Raum“, sagt er. Wenn er heute so zurückschaut, würde er es wieder so machen. „Hier auf dem Land leben sehr nette Menschen.“ Nach drei Jahren baute er sich ein Wohnhaus mit der eigenen Praxis am heutigen Standort in der Fichtenstraße.

Weil er als Schulmediziner viel mit Nebenwirkungen der verordneten Medikamente zu kämpfen hatte, bildete er sich in den unterschiedlichsten alternativen Heilmethoden weiter. „Wenn man damit einmal anfängt, dann möchte man weitermachen und die nächste Methode kennenlernen. Das geht von der Osteopathie, der Homöopathie, Akupunktur, Bioresonanztherapie, Kinesiotaping, Chirotherapie, Psychosomatische Therapie, Sportmedizin bis zur Umstimmungstherapie. Homöopathie ist etwas ganz Tolles, die Osteopathie ergänzt sie besonders gut. Das ist meins“, weiß Dreher, der damit auch viele Kinder und Babys alternativ behandelt.

Unterstützt wird er in seiner Praxis seit fünf Jahren von Dr. med. Rupert Wende, einem Kardiologen und Schamanen, der als Homöopath und Akupunkteur arbeitet. Seine Frau Marlene, die sich in der Regel um die Buchhaltung kümmert, macht im Moment jeden Tag zusätzlich die notwendigen Covid-19-Tests.

Auch Akupunktur ergänzt das schulmedizinische Angebot der Eurasburger Landarztpraxis.
Bild: Fotolia

Drehers Nachfolgerinnen stehen schon bereit

Außerdem haben im Juli 2020 zwei weitere Ärzte bei ihm angefangen, die in ein paar Jahren seine Praxis übernehmen werden: Dr. med. Alexander Hammouda und Dr. med. Bettina Kraus. Meist ist es schwer, für eine Landpraxis Personal zu finden, geschweige denn einen Nachfolger. Warum gelingt es ihm? „Ich glaube, es ist die Besonderheit mit der Kombination von Schulmedizin und den alternativen Behandlungsmethoden, die wir in die Allgemeinpraxis mit einbringen“, so Dreher.

„Unsere Trends haben wir uns selbst geschaffen“, sagt Dreher. Sehr erfolgreich laufen im Moment die Akupunktur-Behandlungen, auf die sich Alexander Hammouda spezialisiert hat. Ende Januar ist die Kollegin Bettina Kraus mit ihrer Ausbildung als Allgemeinmedizinerin fertig. Zusätzlich wurde in neue Technik investiert. Durch die Anschaffung eines neuen Sonographiegeräts haben die Ärzte der Landpraxis in Eurasburg diagnostisch noch mehr Möglichkeiten, die Patienten erfolgreich zu behandeln.

Ans Aufhören denkt Jürgen Dreher noch lange nicht

Einige Zeit wird Dreher aber schon noch seine Praxis führen und nach wie vor dort arbeiten. Und wenn es nötig ist, geht er auch außerhalb seines Dienstes gerne zu seinen Patienten nach Hause oder macht eine Osteopathie-Behandlung. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

Lesen Sie dazu auch

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren