Newsticker

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit Corona infiziert
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Wie eine Stiftung das Zusammenleben in Mering stärken soll

Mering

21.04.2020

Wie eine Stiftung das Zusammenleben in Mering stärken soll

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler konnte die Urkunde für die Stiftung für Mering unterzeichnen. Darüber freute sich von der Stadtsparkasse Augsburg auch Cornelia Kollmer.
Bild: Eva Weizenegger

Plus Bürgermeister Hans-Dieter Kandler freut sich darüber, dass seine Idee noch vor Ende seiner Amtszeit auf die Beine gestellt werden kann. Wer davon profitiert.

Die Stiftung für Mering ist eine Premiere für die Marktgemeinde aber auch für das Haus der Stifter von der Stadtsparkasse Augsburg. Noch kurz vor Ende seiner 24-jährigen Amtszeit als Meringer Bürgermeister unterschrieb am Montagvormittag Hans-Dieter Kandler die Urkunde der ersten kommunal initiierten Stiftung bürgerschaftlichen Engagements. „Ich bin froh, dass ich das noch auf den Weg bringen konnte“, freute er sich.

Die Idee dazu hatte Kandler bereits seit längerer Zeit und der Marktgemeinderat stimmte schließlich dafür. „Mir war jedoch wichtig, dass eine Bürgerstiftung vollkommen unabhängig von politischer Einflussnahme ist“, sagte er. Und wie dies umzusetzen ist, dazu half das Haus der Stifter, einer Stiftungengemeinschaft der Stadtsparkasse Augsburg. Denn Stefan Gillich, ehemaliger Kämmerer der Marktgemeinde, erläuterte beim Pressetermin, dass es für die kommunale Verwaltung nicht mehr leistbar gewesen sei, eine solche Einrichtung fachgerecht zu betreuen. „In dieser Größenordnung macht sich das nicht nebenbei“, so Gillich, der von der Verwaltungsseite die Bürgerstiftung mit begleitet.

Stiftungsvermögen stammt aus dem Vermächtnissen einiger Meringer Bürger

Das Stiftungsvermögen umfasst bereits 185.000 Euro, das aus Vermächtnissen einiger Meringer Bürger stammt, die damit schon vor Jahren die Kommune unterstützen wollten. Zudem erklärte Kandler gleich noch am Montag, dass er ebenfalls aus seinem Privatvermögen eine Zuwendung von 1000 Euro an die Stiftung gibt, um damit den Grundstock weiter zu erhöhen. Mit ihrer Hilfe sollen regionale Projekte gefördert sowie der Gemeinschaftssinn gestärkt werden und Bürger sich als Partner ihrer stark wachsenden Kommune verstehen. „Als hätten wir es vorausgesehen, wie wichtig die Bürgerstiftung werden soll“, meinte Kandler im Hinblick auf die Corona-Pandemie. Deren Auswirkungen werden auch für die Finanzsituation der Marktgemeinde deutlich spürbar.

 

„Freiwillige Leistungen, beispielsweise für Kulturveranstaltungen, werden nicht mehr so leicht durch die Kommune unterstützt werden können“, prognostizierte Hans-Dieter Kandler. Und das könne beispielsweise die Stiftung auffangen. „Wobei sie nicht für die Pflichtaufgaben der Marktgemeinde einspringen kann“, erklärte Cornelia Kollmer, Kuratoriumsmitglied des Hauses für Stifter sowie Mitglied des Vorstands der Stadtsparkasse Augsburg.

Kandler betonte, dass ihm in seiner Laufbahn als Bürgermeister immer wieder Menschen begegneten, die gerne etwas Gutes tun wollen, jedoch nach einer geeigneten Form für eine finanzielle Unterstützung suchten. „Mit dieser Stiftung ermöglichen wir es nun, dass Bürger, die anderen Menschen helfen und das gesellschaftliche Leben in Mering fördern wollen, eine gute Alternative haben“, so Kandler.

Das gesellschaftliche Leben in Mering fördern

So hatte er selbst zu seinem 60. Geburtstag schon vor zwei Jahren statt Geschenken um Geld gebeten, das er nun an die Bürgerstiftung als Spende in Höhe von 5000 Euro weiterleitet. „Und diese Spenden, werden auch gleich aktiv eingesetzt“, so Kollmer weiter. Denn eine Stiftung lebe nicht nur allein von den sogenannten Zustiftungen, die direkt in das Stiftungsvermögen fließen, sondern eben auch von den Spenden und den Menschen, die diese Ideen umsetzen.

 

Bis zum 30. Juni soll ein Stiftungsrat gebildet werden, der dann für sechs Jahre seine Arbeit aufnimmt. In der ersten Arbeitssitzung des neuen Marktgemeinderats werden die Mitglieder bestimmt. „Sie dürfen jedoch nicht im Marktgemeinderat aktiv sein“, betonte Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. Er selbst signalisierte, dass er Interesse an einer Mitarbeit hätte. Vertreten ist im Stiftungsrat, der zwischen drei und fünf Personen umfasst, zudem auch der amtierende erste Bürgermeister.

Welche Möglichkeiten die neue Stiftung für den Einzelnen bietet, darüber informieren die Mitarbeiter in der Meringer Geschäftsstelle der Stadtsparkasse Augsburg. „Es wird auch einzelne Beratungstage geben, die für jeden offen stehen“, so Susanne Sippler vom Haus der Stifter.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren