Newsticker
Bundesregierung stuft mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Wie hilft man Senioren am besten durch die Corona-Krise?

Wie hilft man Senioren am besten durch die Corona-Krise?

Kommentar Von Ute Krogull
19.12.2020

Plus Alle haben Angst vor Corona. Doch auch Rückzug und Einsamkeit erhöhen die Sterblichkeitsrate. Das betrifft auch Senioren im Landkreis Aichach-Friedberg.

Manche alte Menschen im Landkreis haben noch die schlimme Kriegs- und Nachkriegszeit erlebt, erinnern sich an Nächte im Luftschutzbunker, an Hunger, an Todesangst. Oft macht sie das gelassen gegenüber der Corona-Pandemie inklusive der Einschränkungen, die damit einher gehen, bis hin zum Lockdown. Eine Einstellung, von der die Gesellschaft, die sich gerne und schnell über alles erregt, etwas lernen kann (nicht nur in Bezug auf Corona-Regeln).

Es gibt aber auch diejenigen, denen Corona Angst macht, die sich zurückziehen und in einen Teufelskreis geraten: Ein großer Teil der Senioren lebt allein und zuhause leistet nur der Fernseher vermeintliche Gesellschaft. Dort sehen und hören sie permanent von den schrecklichen Folgen der Pandemie und trauen sich erst recht nicht mehr vor die Tür.

Corona: Depressionen im Alter nehmen zu

Depressionen im Alter sind ein stark unterschätztes Thema, und bereits beim ersten Lockdown im Frühling warnten Forscher davor, dass sie durch Corona zunehmen würden. Dass Ärzte berichten, dass alte Menschen aus Angst vor Ansteckung Erkrankungen ignorieren, damit sie nicht zum Arzt müssen, ihre Medikamente nicht mehr aus der Apotheke holen, durch fehlende Bewegung und Anregung körperlich und geistig abbauen, erschreckt genauso.

Es gibt im Wittelsbacher Land ein stabiles Netzwerk, das Senioren unterstützt, egal in welcher Lebenslage sie sich gerade befinden. Organisationen wie das Bürgernetz Friedberg, Fachstellen wie die Seniorenberatung am Landratsamt oder Beauftragte wie die Kümmerin der Gemeinde Ried können viel auffangen, Rat geben, Trost spenden und Gesprächspartner vermitteln oder Aufgaben finden in einer Phase, in der das Hüten der Enkel oder andere sinnstiftende Beschäftigungen wegfallen. Das hat aber einen Haken: Es ist denjenigen, die es bräuchten, oft nicht bekannt oder sie wissen nicht, dass sie es in Anspruch nehmen dürfen.

Fürsorge kann leicht in Bevormundung umschlagen (das gilt auch für Menschen, die ihre betagten Angehörigen vor lauter Sorge am liebsten nicht mehr vor die Tür lassen würden). Aber als Angehöriger oder Nachbar einen Hinweis auf solche Angebote zu geben, auf die Notwendigkeit eines Arztbesuches, schadet niemandem. Im schlimmsten Fall können sonst der Rückzug und die Isolation genauso gefährlich für die Gesundheit werden wie das Virus.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren