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Gesundheit

30.01.2019

Wie man Lebensretter wird

Eine Typisierung für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) findet im März in Dasing statt. Hierbei wird ein Abstrich von der Wangenschleimhaut der Freiwilligen gemacht.
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Eine Typisierung für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) findet im März in Dasing statt. Hierbei wird ein Abstrich von der Wangenschleimhaut der Freiwilligen gemacht.

Franziska Hintermüller hat Knochenmark für eine Krebspatientin gespendet. Sie macht Werbung für die nächste Aktion, die im März in Dasing stattfindet.

Franziska Hintermüller hat es getan: Im Juni 2013 ließ sie sich mit 43 weiteren Jugendlichen an der Berufsschule Aichach in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufnehmen und wurde prompt zur Lebensretterin. Eine neue Typisierungsaktion findet am verkaufsoffenen Sonntag, 10. März, in Dasing statt. Unterstützt wird sie von Margit Lindermeier vom Organisationsteam und den Vereinen aus der Gemeinde. Bürgermeister Erich Nagl hat die Schirmherrschaft übernommen.

1000 weitere Typisierte und 35000 Euro an Spenden lautet das Ziel, das sich die Unterstützer der DKMS aus dem Landkreis Aichach Friedberg für 2019 gesetzt haben. Bislang haben sich 15000 Personen aus dem Wittelsbacher Land an der Aktion beteiligt, von denen 154 tatsächlich zu Stammzellenspendern wurden. Aus dem Gemeindebereich Dasing sind es 532 Typisierte und fünf Spender, darunter Franziska Hintermüller.

Ein umfangreicher Gesundheitscheck

Bei der 22-jährigen Industriekauffrau kam die periphere Stammzellspende aus dem Blut zur Anwendung. Nach der Feintypisierung und einem umfangreichen Gesundheitscheck wurde ein Termin für die Entnahme im Klinikum in Stuttgart vereinbart. Vorher setzte sie sich fünf Tage kleine Spritzen mit einem Wachstumsfaktor, den unser Körper zur Blutbildung benötigt und produziert. Durch diese zusätzliche Stimulierung vermehrten sich die Stammzellen im Beckenknochen und wurden ins Blut ausgeschwemmt. Jetzt konnten die Stammzellen aus dem Blut gefiltert werden. Normalerweise dauert dieses Herausfiltern ca. drei bis fünf Stunden. Bei Franziska Hintermüller wurden ausnahmsweise auch am nächsten Tag nochmals Stammzellen herausgefiltert, da für die Patientin aus der Slowakei eine große Anzahl an Stammzellen nötig war.

„Wenn man bei der Stammzellspende die betroffenen Patienten sieht, die auf der gleichen Station ihre Chemotherapien erhalten, darf die Spende gerne auch mal etwas länger dauern. Das hat mir gar nichts ausgemacht!“, erinnert sich Franziska Hintermüller. „Ich durfte Filme schauen und wurde wunderbar umsorgt von meiner Mutter und dem DKMS- und Klinikteam.“

Ihr Arbeitgeber, die Julius Zorn GmbH, hat die Industriekauffrau gerne für die Stammzellspende freigestellt und den von der DKMS erstatteten Arbeitsausfall zur Finanzierung weiterer Typisierungen wieder an diese gespendet. Der Hotelaufenthalt und die Fahrt von Franziska und ihrer Mutter wurden von der DKMS übernommen.

Post von der Empfängerin aus der Slowakei

Die junge Lebensretterin hat auch schon Post von „ihrer“ Patientin erhalten, einer 47-jährigen Frau aus der Slowakei. Die Briefe müssen zwei Jahre lang anonym gehalten werden.

„Ich hab mir bei der Stammzellspende eigentlich nichts Besonderes gedacht. Richtig bewusst sind mir die Auswirkungen eigentlich erst geworden, als meine Patienten schrieb, wie dankbar sie sei, dass sie nun dank der Stammzellspende weiterleben dürfe!“, freut sich die junge Lebensretterin. Sie würde sich sehr freuen, ihren genetischen Zwilling auch persönlich kennenlernen zu dürfen.

„Schade ist, dass noch zehn Prozent der betroffenen Patienten vergeblich auf seinen Lebensspender warten, weil immer noch zu wenig Typisierte in den weltweit vernetzten Dateien zu Verfügung stehen. Deshalb hilft Franziska Hintermüller mit, für den Typisierungsaufruf in Dasing zu werben.

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