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Bildung

30.11.2018

Wie und warum die Flüchtlinge kommen

Die „Erasmus- Schülerinnen und Schüler“ der Klasse 9c der Konradin-Realschule.
Bild: Richard Riedlberger

Neuntklässler der Friedberger Konradin-Realschule beteiligen sich an EU-Projekt zur Immigration

Die Flüchtlingsproblematik macht auch vor den Schultoren nicht halt. „Immigration – there is no going back“, so lautet das Thema eines der derzeit laufenden „Erasmus-plus-Projekte“ der Europäischen Union, an dem sich auch die Konradin-Realschule Friedberg als zertifizierte „Erasmus-plus-Schule“ beteiligt. Übersetzt heißt das so viel wie: „Es gibt kein Zurück mehr bei der Einwanderung“. Unter diesem Motto stellten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c am diesjährigen „Erasmus-plus-Tag“ der Schulgemeinschaft in der Aula Erlebnisse und Ergebnisse ihrer bisherigen Projektarbeit vor.

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Zunächst erläuterte eine Arbeitsgruppe anhand einer ansprechenden Präsentation den gespannten Zuhörern den Grundgedanken und die Leitlinien des europäischen Förderprojekts „Erasmus-plus“. Dieses europaweite Programm fördert den multinationalen Austausch von Bildungseinrichtungen aller Art und wird zum Großteil durch Institutionen der EU finanziert. Am Immigrationsprojekt nehmen neben der Konradin-Realschule Friedberg eine weitere deutsche Schule aus Hövelhof in Nordrhein-Westfalen und je eine Schule aus Dänemark, Großbritannien, Spanien und Island teil. Das Projekt ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren ausgelegt, in denen insgesamt vier internationale Veranstaltungen mit Schülern und Lehrkräften abwechselnd an allen beteiligten Schulen stattfinden. Bislang wurden zwei erfolgreiche Treffen in Deutschland und Dänemark durchgeführt.

Im Vorfeld des Aktionstages hatten sich bereits jeweils zwei Lehrkräfte der eingebundenen Schulen zu einem mehrtägigen Arbeitstreffen und zum bereichernden Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit ihren Friedberger Kolleginnen und Kollegen Gabriele Merz, Ulrike Rappel und Richard Riedlberger an der Konradin-Realschule aufgehalten. Gerade die deutschen Lehrkräfte unter den Besuchern zeigten sich beeindruckt von der vergleichsweise guten und modernen Ausstattung der Friedberger Realschule.

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Die Ergebnisse der bereits absolvierten Aufenthalte in Hövelhof und im dänischen Rask Mølle wurden nun von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern an der Friedberger Realschule detailliert präsentiert. Die Hauptaspekte der vielfältig gestalteten Vorträge lagen auf den Ursachen von Flucht, den Wegen der Flüchtlingsströme nach und durch Europa sowie auf authentischen Berichten von Augenzeugen und Betroffenen. Am beeindruckendsten empfanden die Jugendlichen dabei die dramatischen Schilderungen und die spektakulären Filmmitschnitte eines freiwilligen Helfers der Organisation „Seawatch“ bei Einsätzen zur Rettung von Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer.

Als Schwerpunkte des Treffens in Dänemark wurden von den Schülern die Umstände bei der Ankunft von Flüchtlingen in den jeweiligen Zielländern und deren Aufnahme und Unterstützung durch die einheimische Bevölkerung untersucht und dokumentiert. Ein mustergültiges Vorbild stellt das Projekt „Venlig boerne“, zu deutsch „Freundliche Nachbarn“, dar. Dabei handelt es sich um einen ehrenamtlichen Zusammenschluss freiwilliger Bürger, die sich engagiert und einfühlsam um Asylbewerber in ihrer Stadt in Dänemark kümmern, wie es vielerorts auch in Bayern geschieht. Ein örtlicher Vertreter dieser Organisation und ein betroffener Flüchtling aus Syrien standen an einem Abend im Rahmen dieses Treffens den Schülern der beteiligten Nationen Rede und Antwort.

Zwei weitere Gruppen der Friedberger Klasse 9c stellten am „Erasmus-plus-Tag“ an der Konradin-Realschule die geplanten und noch ausstehenden Aktivitäten im Rahmen der Fahrten nach Spanien und Island vor. Zum Abschluss des Projekts soll nach der Dokumentation aller Aktivitäten und Aktionen eine Online-Plattform entwickelt werden, auf der die Arbeitsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und längerfristig zur Verfügung gestellt werden.

Den emotionalen Höhepunkt des „Erasmus-plus-Tages“ an der Konradin-Realschule bildete schließlich der Beitrag einer Schülerin aus Syrien, die in bewegenden Worten die tragischen Ursachen und die traurigen Umstände ihrer Flucht aus ihrem Heimatland bis nach Friedberg schilderte. (FA)

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