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Ausstellung

25.08.2020

Wiedereröffnung mit Wunderdingen

Zweimal Madame mit Hut: Ingrid Herkert und ihre Darstellung einer afrikanischen Dame. Foto: Hieronymus Schneider

Keramiken bringen afrikanisch inspirierte Kunst ins Schwabmünchner Museum. Die Kissinger Künstlerin Ingrid Herkert hat dabei auch einen Bezug zur Renaissance

Die erste Ausstellungseröffnung seit der Museumsschließung wegen Corona bringt gleich Wunderdinge zutage. Museumsleiterin Sabine Sünwoldt eröffnete die Ausstellung von Keramiken der Kissinger Künstlerin Ingrid Herkert mit dem Bezug zur „Wunderkammer“ der Renaissance, wo von Fürsten zusammengetragen wurde, was Herz und Sinne ansprach. „Ingrid Herkerts Keramiken zu erleben, ähnelt einem Gang durch solch eine Wunderkammer. Für sie ist der Umgang mit ihrem Werkstoff und die Umsetzung ihrer Themen auch tatsächlich eine Art der Weltaneignung“, sagt Sünwoldt.

Die 1957 in Aalen/Wasseralfingen geborene Ingrid Herkert bezieht ihre Inspiration hauptsächlich aus vielen Reisen in den afrikanischen Kontinent, aus den faszinierenden Landschaften, aus den Begegnungen mit deren Menschen und der Tierwelt. So entstehen beeindruckende Werke wie die „Teekanne Zebra“, der „Tintenfischpokal“, „Wilde Pferde“, „Schakal und Gazelle“ oder die afrikanische „Madam mit Hut“.

Herkert erkundet mit ihren Keramiken alle Möglichkeiten ihres Materials, spielt gekonnt mit verschiedenartigen Glasuren und gestaltet Oberflächen, die mal verletzend rau und dann wieder seidig weich erscheinen. Bevor sich die Künstlerin ganz auf die Keramik einließ, befasste sie sich von 1988 bis 2004 mit Aquarellzeichnungen, auch auf Seide. Ab 2006 besuchte sie Meisterkurse in Keramikkunst und nahm an Kunstakademien in Bad Reichenhall, Irsee und Kolbermoor teil.

Ingrid Herkert lebt in Kissing und hat ihre Werke mehrmals im dortigen Rathaus sowie bei der Friedberger Kunstausstellung und auch in Merching und im Dorfmuseum Roßhaupten präsentiert. 23 ihrer neueren Werke, alles Unikate, sind nun im zweiten Stock des Schwabmünchner Museums in bestes Licht gerückt und können bis zum 16. September bestaunt und auch käuflich erworben werden. Die Eröffnung der Ausstellung fand wegen des coronabedingten Abstands erstmals im Freien vor dem Museum statt.

Die musikalische Umrahmung lieferte das Perkussionsensemble Merci mit sechs jungen Burschen unter der Regie von Lucas Balzat, die mit Trommeln, Xylofon oder einfach auf Tischplatten für den richtigen Rhythmus sorgten. Das kleine Ensemble ist ein Ableger der Gruppe Gran Cassa von Matthias Mercineri an der Langerringer Musikschule. Um auch im Ausstellungsraum den nötigen Abstand zu wahren, wurden die Besucher aufgeteilt. Wer nicht gleich hinein kam, konnte die noch laufende Ausstellung im ersten Stock betrachten oder sich beim Häppchen-Büfett bedienen.

Die Ausstellung kommt laut Sabine Sünwoldt gerade richtig, um die Sorgen dieser Zeit kurz zu vergessen und eine Pause einzulegen zum Staunen, zum Träumen und auch zum Lächeln.

Die Schau kann bis zum 16. September jeden Sonntag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Mittwochs und an Feiertagen öffnet das Museum von 14 bis 17 Uhr. Der Zugang ist barrierefrei.

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