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Naherholung in Merching

24.01.2019

Wildcamper haben es bald schwer am Mandichosee

Im Winter ist es ruhig am Mandichosee – doch geplant und gearbeitet wird auch jetzt auf Hochtouren.
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Plus Statt Badegästen und Booten liegen Eis und Schnee am Strand. Doch die Planung für die kommende Freiluftsaison läuft bereits. Dabei will die Gemeinde heuer ein unliebsames Problem lösen.

Nicht umsonst nennen die Merchinger ihren Mandichosee liebevoll Merchinger Meer – auch für viele Gäste aus der Umgebung ist er ein beliebtes Naherholungsgebiet. Das bedeutet neben dem Genuss auch viel Arbeit für die Gemeinde. Und vor allem mit einer speziellen Gruppe von Wildcampern gab es im vergangenen Jahr Schwierigkeiten.

Bei der Pflege des Sees erhält Merching finanzielle Unterstützung vom Naherholungsgebieteverein EVA . „Die Pflege des Sees und des Uferbereichs ist eine riesige Aufgabe. Jedes Jahr muss man sich ein wenig vornehmen, um das Gelände optimal zu pflegen“, ist auch EVA-Geschäftsfrührerin Elisabeth Burkhard überzeugt. 2019 stehen neben der üblichen Pflege und den Mäharbeiten vor allem eine Überarbeitung des Parkplatzes und die Sanierung des WCs an. 2017 waren bereits die WC-Anlagen im Innenbereich überholt worden, im November 2018 wurde der Vorplatz im Rahmen einer Neugestaltung im Außenbereich gepflastert.

Jetzt gab kürzlich der Merchinger Gemeinderat grünes Licht, die morschen Holztüren auszutauschen und die bauseitige Bretterverkleidung zu ergänzen. Gemeinderatsmitglied Josef Kinader, der den Zustand des Gebäudes insgesamt genau in Augenschein genommen hatte, sieht dort noch einiges in den Folgejahren auf die Gemeinde zukommen: Denn teilweise ist die WC-Anlage in Holzbauweise errichtet. Sehr vorteilhaft für diverse Mäusepopulationen –absolut nachteilig für die Stabilität des Gebäudes. Kinader ist deswegen der Überzeugung, dass man im Außenbereich in Zukunft von derartigen Holz-Konstruktionen Abstand nehmen und lieber vernünftiges Mauerwerk bauen sollte – gerade hinsichtlich der Folgekosten.

Immer wieder Vandalismus bei den Toiletten am Merchinger Mandichosee

Bürgermeister Martin Walch bedauert auch, dass immer eine gewisse Summe für die Beseitigung des Vandalismus an den Toiletten ausgegeben werden muss. Insgesamt berichtet er aber, dass der See und der Uferbereich im Allgemeinen von den Gästen sauber gehalten werden und sich die Hundetoiletten bewährt hätten. Positiv fallen dem Bürgermeister auch explizit die Wassersportler dabei auf – doch ein wenig besser gehe es natürlich immer. Je mehr jeder einzelne auf die Freizeitanlage achte, desto angenehmer sei es.

Der Algenbewuchs war laut dem Bürgermeister – im Gegensatz zu anderen Seen, wie etwa dem Badesee am Lechfeld - im vergangenen Jahr nicht übermäßig dramatisch. Das sei schon schlimmer gewesen. Ein Mähboot würde er jedoch auf keinen Fall mehr einsetzen – und auch Elisabeth Burkhard bestätigt diese Erfahrung. Es sei wie beim Rasenmähen: „ „Wenn man einen besonders dichten und schönen Rasen haben will, muss man möglichst oft mähen. Auch die Algen wachsen nach dem Mähen besonders gut.“, berichtet sie.

Algen lassen sich am Mandichosee nicht vermeiden

Für 2019 müsse man abwarten, wie sich das Ganze entwickelt. Das Wachstum sei extrem temperatur- und wetterabhängig, wissen beide. Verhältnisse wie in einem Freibad, die manche Badegäste erwarten, werde man aber nie erreichen. Dafür ist der Mandichosee ein Stück Natur, zu dem eben auch Algen und Wasservögel gehören, gibt Burkhard zu bedenken.

Rückblickend sieht Bürgermeister Martin Walch positiv auf den heißen Sommer 2018 zurück: Die Wassersportler haben nun wieder ihren eigenen Bereich und einen neuen Zugang zum See, auch der Betreiber des Kioskes signalisierte ihm, dass er mit dem vergangenen Jahr zufrieden war.

Platznot und Müllberge am Parkplatz wegen Wildcampern

Nur die Parkplätze bereiteten Walch einiges an Kopfzerbrechen: Sehr negativ fielen ihm die Wildparker auf, die auf dem eigentlich abgesperrten Gelände der uniper ihre Fahrzeuge abstellten, oder – noch schlimmer – im Bereich der Rettungswege. Doch selbst auf dem regulären Parkplatz verschärfte sich die Situation, als mehrere Familien mit ihren Wohnwagen, die jedes Jahr am Mandichosee Station machen, über einen längeren Zeitraum als üblich blieben: Gerade in der Zeit als sowieso schon besonders viele Badegäste den Parkplatz besuchten. Auch die Hinterlassenschaften der Gruppe seien deutlich und zahlreich über dem anzunehmenden Rahmen gewesen, unterstreicht Walch.

Für ihn ist dies ein Anlass mit dem Bauhofteam spezielle Parkplätze für Wohnmobile auszuweisen. Der restliche Parkplatz soll gegen Wildcamper durch eine Höhenbegrenzung gesichert werden. Bis das Badewetter und der Andrang auf die Parkplätze beginnen, sollte das längst gelöst sein: Das Material hierfür sei bereits bestellt.

Das Bauhofteam plant auch regulär wieder viel Zeit für die Geländepflege am Mandichosee zu verbringen und der Kulturausschuss spricht schon über die nächste Sommerserenade.

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