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Kulturpolitik

26.03.2017

Wird das alte Friedberger Kegelzentrum zum Kulturzentrum?

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Der Kulturpark West aus Augsburg möchte in das ehemalige Kegelcenter nahe dem Friedberger See ziehen.

Der Augsburger Kulturpark West möchte am Friedberger See eine Konzerthalle mit Lokal einrichten. Ein Gebäude für Ateliers und Übungsräume soll folgen. Der Stadtrat zeigt sich hin- und hergerissen.

 Seit 2011 steht das Kegelzentrum an der Seestraße leer, nun könnte dort wieder Leben einziehen. Die Macher des Kulturparks West aus Augsburg sind in Abstimmung mit dem hiesigen Stadtrat auf der Suche nach einem Objekt in Friedberg. Nun haben sie sich den Bau nahe dem See ausgeguckt und würden dort gerne eine Party-/Konzert-/Veranstaltungshalle mit einer Live-Kneipe einrichten. Peter Bommas und Thomas Lindner, Geschäftsführer der gemeinnützigen Kulturpark GmbH, erläuterten diese Pläne jetzt dem Stadtrat.

Veranstaltungshalle für 200 Personen

Bis zu 200 Personen sollen in der Halle Platz finden. Dies soll aber nur der erste Schritt zu einem Kreativzentrum in Friedberg sein. Als Zweites stellen sich die Kulturmanager ein Gebäude mit Ateliers, Werkstätten, Übungs- und Kreativräumen vor. Die etwa 30 Räume sollen an Künstler, Bands, Jugendliche usw. vermietet werden. Dies wäre in einem Neubau neben dem Kegelzentrum möglich oder aber an anderer Stelle in der Stadt.

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Städtische Zuschüsse wären dafür nicht nötig, beteuern die Augsburger. Die Einrichtung trage sich durch Veranstaltungen und die Mieten (maximal sieben Euro warm pro Quadratmeter) selber. Bommas und Lindner stellen sich eine Selbstverwaltung mit einem Programmbeirat vor, in dem zum Beispiel die städtische Jugendpflegerin und Vertreter von Initiativen einen Platz haben. Der Bedarf für ein solches Kreativzentrum als niedrigschwellig zu betreibendem Veranstaltungsort sei vorhanden, haben sie in Gesprächen und mithilfe von Fragebogen festgestellt. Auch der Besitzer des Kegelcenters wäre einverstanden. Das Grundstück selbst gehört der Stadt und ist in Erbpacht vergeben.

Vorbild aus Augsburg

Die Kulturpark gGmbH hat Erfahrung mit der Umnutzung von Gebäuden. Vorbild des aktuellen Projekts ist der Kulturpark West in Kriegshaber. Auf dem Gelände der früheren Reese-Kaserne finden sich Veranstaltungsräume wie die Kradhalle oder das Reese-Theater, die Live-Gastro Bombig sowie Ateliers und Übungsräume. Weil dort Wohnungen gebaut werden, müssen die Künstler ins Oberhauser Gaswerk umziehen. Dort werden Bommas und Lindner mit ihrer Kulturpark gGmbH nicht mehr gebraucht: Die Stadt will das Areal selber verwalten. Nun zieht es sie nach Osten. Die Stadträte zeigten sich ob dieses Vorhabens hin- und hergerissen.

Politiker aller Parteien merkten an, dass es sich bei dem Standort nahe dem See und gleich bei den Schrebergärten um sensibles Gebiet handle. Auch planungsrechtlich wäre das Vorhaben nicht auf die Schnelle umsetzbar, denn laut Bebauungsplan ist nur ein nicht kommerzielles Kegelcenter erlaubt. Es handelt sich um Sportgelände: Nebenan sind die Stockschützen, auch ein Schützenheim war einmal vorgesehen. Während im Stadtrat für die Nutzung des bestehenden Gebäudes noch größere Zustimmung zu spüren war, sieht es mit einem Neubau für Ateliers schon anders aus.

Einige Bedenken

„Erschrocken“ zeigte sich etwa CSU-Fraktionschef Thomas Kleist. Sein Kollege Roland Fuchs von der SPD meinte: „Es darf nicht nur eine Wirtschaft entstehen, sondern wenn, dann ein Kulturpark. Aber das darf kein Kulturpark Augsburg-Ost sein.“ Claudia Eser-Schuberth (Grüne) sagte: „Wenn wir das machen, verändern wir das Gebiet.“ Von einer „Chance“ sprach dagegen Johannes Hatzold (FW), wenn er auch für einen Erweiterungsbau rechtlich keine Möglichkeit sieht. Peter Gürtler (CSU) erinnerte daran, dass zu Zeiten des Tropicana auch schon viel am See los war.

Bürger sollen einbezogen werden

Bommas betonte den besonderen Charakter der Idee: „Wir sind keine Gastronomen, sondern Kulturmacher.“ Es werde keine „Riesenveranstaltungen“ geben und er rechne mit Betrieb in der Halle nur zwischen Donnerstag und Samstag. Für das Kreativzentrum sei auch ein anderer Ort vorstellbar, zum Beispiel nahe den Schulen. „Das ist kein einzelnes Gebäude, sondern es geht um Austausch von Kulturen.“ Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) fasste es so zusammen: „Wir müssen uns wirklich überlegen, ob wir das Zentrum da unten wollen – in der Stadt wollen wir es prinzipiell.“ Hierfür hatte es im Herbst Zustimmung gegeben. In die weitere Debatte sollen auf jeden Fall Bürger einbezogen werden. 

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