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26.11.2019

Wirthwein bleibt auf Expansionskurs

Klaus-Dieter Seib, Aman Ghorab und Petra Dintner präsentieren die hochmodernen Produktionsanlagen der Firma Wirthwein am Standort Friedberg. Foto: Thomas Goßner

Für den Kunststoffspezialisten aus Creglingen hat sich der Einstieg bei der insolventen emQTec gelohnt. Am Standort Derching wurden rund 20 Millionen Euro investiert und über 100 neue Arbeitsplätze geschaffen

Zu einer Erfolgsgeschichte hat sich der Einstieg der Firma Wirthwein bei emQTec in Derching erwiesen: 2009 hat der Kunststoffspezialist aus Creglingen Teile des insolventen Unternehmens erworben. Pro Jahr wurden seither zwei Millionen Euro am Standort Friedberg investiert, die Zahl der Beschäftigten ist von 75 auf 190 gestiegen.

Das Jubiläum der Wirthwein Friedberg GmbH & Co. KG feierten Geschäftsleitung und Belegschaft mit einem großen Familienfest, zu dem auch Mitglieder des Wirthwein-Vorstands nach Derching kamen. Seit Herbst ist Klaus-Dieter Seib als neuer Leiter des Werks tätig, der im Rahmen eines Pressegesprächs zusammen mit Personalreferentin Petra Dintner und Produktionsleiter Aman Ghorab die aktuellen Entwicklungen vorstellte.

Zu den Kunden von Wirthwein Friedberg gehört neben Automobilherstellern und -zulieferern aus dem süddeutschen Raum die Bosch-Siemens Hausgeräte (BSH) GmbH am Standort Dillingen, die mit Komponenten für Geschirrspülmaschinen beliefert wird. Auf deren Vermittlung kam 2009 der Einstieg bei der insolventen emQTec zustande, die zuvor schon für BSH produziert hatte.

Schon bald nach der Übernahme wurde an der Inneren Industriestraße in Derching in eine neue, 4500 Quadratmeter große Logistikhalle investiert, 2014 folgten der Ausbau der Messtechnik und der Einstieg in den Bereich Entwicklung/Projekt. Damit ist Wirthwein auch in der Lage, nach Kundenanforderungen ganze Bauteile selbst zu entwickeln. Dazu gehören etwa Türinnenverkleidungen und Schiebedachkomponenten für Pkw, Stoßfängersysteme oder Besteckkörbe und Wasserführungssysteme für Spülmaschinen.

Kontinuierlich wurde der Maschinenpark erweitert und erneuert. Auf einer Fläche von über 6000 Quadratmetern stehen 44 Spritzgießmaschinen mit Zughaltekräften von 400 bis 10000 Newtonmeter. Von BMW Landshut übernahm Wirthwein die Produktion von Kunststoffteilen, die nun in Derching gefertigt werden. Auch Porsche, Audi und diverse Zulieferer stehen auf der Kundenliste.

60 bis 65 Prozent des Umsatzes werden inzwischen im Automotiv-Bereich erwirtschaftet, der Rest mit Haushaltsgeräten. Die aktuelle Schwäche der Automobilindustrie ist bislang noch kaum zu spüren, und auch vor der wachsenden E-Mobilität ist Werksleiter Seib nicht bange. Die Kunststoffkomponenten wie Türverkleidungen oder Luftfilter würden auch für Elektroautos gebraucht.

Gearbeitet wird von Montag bis Samstag im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr. Um den Fachkräftebedarf zu decken, setzt Wirthwein stark auf die Ausbildung. Das Spektrum reicht dabei von Lagerlogistik über Verfahrenstechniker und Werkzeugmacher bis zum Industriekaufmann. Aktuell sind elf Azubis im Friedberger Werk beschäftigt, berichtet Personalreferentin Dintner, 2020 werden mindestens sechs weitere eingestellt. Bislang können Stellen ausschließlich mit eigenen Leuten besetzt werden. Am Hauptsitz in Creglingen wurde die Wirthwein-Akademie gegründet, an der sich die Mitarbeiter vom Lehrling bis zum Projektleiter fortbilden können.

So sind die Verantwortlichen am Standort Derching überzeugt, dass der Einstieg bei emQTec vor zehn Jahren die richtige Entscheidung war. In den Maschinenpark wird weiter investiert. Nun geht es um die Einführung neuer Produktionsmethoden und die Erhöhung des Automatisierungsgrades, denn angesichts eines hart umkämpften Marktes müssen Prozesse optimiert werden. Ein Personalabbau soll damit aber nicht verbunden sein, versichert Werksleiter Seib.

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