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Friedberg

04.02.2020

Wittelsbacher Land besteht den Hochwasser-Test

Der Weilerweg in Ottmaring war wegen Überflutungsgefahr gesperrt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Das Wasserwirtschaftsamt gibt Entwarnung für den Landkreis Aichach-Friedberg. Doch in Kissing schauen Bürger bei Starkregen mit bangen Blicken aus dem Fenster.

Auch sich wenn am Dienstag die Wetterlage entspannte, so waren am Vormittag die Pegelstände an Paar, Schmiechach und Ach noch hoch. „Wir haben für die Paar bei Dasing und Aichach noch Meldestufe 2“, informiert Viola Frietsch vom Hochwassernachrichtendienst am Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. Das bedeutet, land- und forstwirtschaftliche Flächen sind überflutet und es kann leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen geben „Noch ist das Wasser aus dem Süden nicht ganz bei uns durchgeflossen, deshalb sind die Pegel heute noch etwas erhöht“, erklärt Frietsch die Situation.

In Friedberg ist man noch skeptisch

Und so ist auch der Friedberger Bauhofleiter Willi Erhard noch in erhöhter Alarmbereitschaft. Es sei erst am Mittwoch oder Donnerstag damit zu rechnen, dass im Raum Friedberg die Bachläufe wieder im Normalbereich seien. Aus Sicherheitsgründen wurden die Verbindungsstraße zwischen Paar und Wittenberg sowie die Brücke über die Paar am Weilerweg in Ottmaring gesperrt. „In der Vergangenheit hat uns eher der Eisbach Probleme bereitet“, sagt Frank Büschel, Sprecher der Stadt Friedberg. Diesmal sei es aber die Paar gewesen, die Sorgen machte.

Die Hochwasserlage im Landkreis Aichach-Friedberg entspannt sich wieder.
24 Bilder
Hochwassersituation im Wittelsbacher Land
Bild: Eva Weizenegger, Bernhard Weizenegger

In Merching ist Bürgermeister Martin Walch unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, und deshalb ist die Paar im Ortskern von Merching kein Problem“, freut sich Walch. Er zeigt am Dienstagvormittag auf die Stelle, wo die Schmiechach und die Paar zusammenfließen. „Selbst hier haben wir zwar viel Wasser, aber es gibt genügend freie Flächen im Uferbereich, wo das Wasser notfalls hinkann“, erklärt Walch. Starkregen oder Tauwasser mache ihm deshalb nur wenig Sorgen.

Bürgermeister Martin Walch zeigt den Steinbach bei Steinach.
Bild: Eva Weizenegger

Doch sei der Steinbach bei Steinach wieder aus seinem Bachbett getreten. „Hier war die Feuerwehr im Einsatz und hat einen Keller abpumpen müssen“, so Walch. Er ist froh, dass es das Hochwasserrückhaltebecken bei der Putzmühle in Steindorf gibt, das bei einer extremen Hochwassersituation notfalls geflutet werden könne.

Auch in Mering blickt man unbesorgt auf die Paar. „Es ist ein normales Wetterereignis, das mich noch nicht aus der Ruhe bringt“, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. Vielmehr freue er sich für die Landwirte, dass nun die trockenen Ackerböden endlich Regen abbekommen. Auch Kandler setzt auf das Hochwasserrückhaltebecken in der Putzmühle. Zudem entsteht ein weiteres Becken in Hochdorf bei Merching.

Nachts war in Kissing der Bauhof wegen der Paar im Einsatz und hatte zusätzliche Kräfte mobilisiert, um neuralgische Punkte zu kontrollieren. Doch die Wasserstände sanken nachts bereits wieder.
Bild: Eva Weizenegger

In Kissing ist man auf das Hochwasser gut vorbereitet

Mit dem Handy am Bett hat der Kissinger Bürgermeister Reinhard Gürtner diese Nacht geschlafen. Bis 20 Uhr war er unterwegs in Kissing, und noch um 22 Uhr war er mit Bauamtsleiter Alfred Schatz in Kontakt, der am Montagabend die Bauhofmitarbeiter und die Bereitschaft koordinierte. „Neben der üblichen Bereitschaft hatten wir weitere Mitarbeiter im Einsatz, die engmaschig die neuralgischen Stellen im Ortsbereich von Kissing überwachten“, schildert Gürtner. In seiner Gemeinde sei man seit dem Pfingsthochwasser von 1999 besonders sensibilisiert. Vor allem wenn die Flutmulde auf Höhe des Feuerwehrhauses voll läuft, blickten viele mit bangen Blicken aus den Fenstern Richtung Paar. „Ich konnte aber gestern Abend die Bürger bereits beruhigen“, so Gürtner weiter.

Die Pumpen an der Paartalhalle waren funktionstüchtig. Auch mit der Feuerwehr hat sich Gürtner in Verbindung gesetzt. „Doch auch hier war man ganz entspannt“, so Gürtner weiter. In Kissing sei man auf ein Hochwasser gut vorbereitet. „Wir haben Erfahrung und investieren auch jedes Jahr viel Geld in Schutzmaßnahmen“, so Gürtner. Gerade so ein Wetterereignis beweise einmal mehr, wie wichtig Hochwasserschutz sei.

Viola Frietsch vom Hochwassernachrichtendienst informiert weiter, dass diese Wetterlage schon oft vorgekommen sei. „Nur der frühe Zeitpunkt der Schneeschmelze ist ungewöhnlich“, so Frietsch. Sie rechne mit einer weiteren Entspannung. „Das Wasserwirtschaftsamt in Kempten hat bereits Entwarnung gegeben, und auch die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind gut.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Geld für Hochwasserschutz hat sich in der Region gelohnt

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