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Ausstellung

19.02.2018

Wo Veränderung sichtbar wird

Stanislav Vajce erklärt in der Gögginger Außenstelle der Galerie Weil seine Arbeiten, die den Raum in allen Farben beleuchten.
Bild: Manuela Rieger

Die Rinnenthaler Galeristin Claudia Weil zeigt in Göggingen „Digitale Blumen“, eine Lichtinstallation von Stanislav Vajce

Vermutlich werden sich nur wenige Kunstwerke wieder so gut in diese Räumlichkeit in der Gögginger Außenstelle der Galerie Claudia Weil einfügen wie die LED-Arbeiten von Stanislav Vajce. Denn sie sind im Hinblick auf die Ausstellung tatsächlich für diesen Raum geschaffen. Die zentrale Arbeit ist eine Wandinstallation, genannt „Digitale Blumen“.

Aus einer Fotoserie mit den Blumen des barocken Irrgartens im tschechischen Kremsier entstand ein Lichtbild aus hunderten LED-Leuchten. Mit einem dafür entworfenen und selbst programmierten Editor wurden die einzelnen Fotografien in ein digitales Format umgewandelt und wird auf LED-Farbmodule mit einer Auflösung von 16-mal 16 Pixeln abgespielt.

Das Licht dient bei seinen Objekten der Sichtbarmachung der Veränderungen. Primär sind bei seinen kinetischen Objekten die Bewegungen selbst. Helle Lichtpunkte sind es vor allem, die die Fläche laufend verändern, sich mal langsam, mal schneller bewegen, sich zu einem Punkt verdichten, sich überholen, sich kreuzen, sich gegenseitig abstoßen, wieder zurückwandern, wo sie hergekommen sind oder sich in die entgegengesetzte Richtung bewegen.

Sie verschwinden unverhofft und tauchen doch wieder auf. Manchmal scheinen sie geometrischen Mustern zu folgen, manchmal entsteht ein scheinbares Chaos eigener Ordnung, das zuletzt der Ingenieurskunst zu verdanken ist.

Das Spektrum, das von bleichem Tageslicht bis zu poppigen Farbschemen changiert, ist eine Sinfonie aus fast unmerklich gleitenden Übergängen, ein nuanciertes Pulsieren. Vor allem, wenn die Farben und Konturen verblassen und über diverse Schattierungen in reines Weiß übergehen.

Dabei sind diese Installationen zunächst eine hochkomplexe computergesteuerte Angelegenheit, deren genaue Arbeitsweise der Betrachter trotz diverser Beschreibungen nicht ganz verstehen wird. Das muss auch nicht sein, schließlich braucht der Kenner vor einem Gemälde von Picasso auch kein Studium. Am besten ansehen, wenn es dunkel ist. (riem)

Digitale Blumen sind noch bis 14. April in der Bergstraße 11 in Göggingen zu sehen. Geöffnet ist jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr oder nach Vereinbarung.

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