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Aichach-Friedberg

03.12.2020

Wo der Nikolaus im Wittelsbacher Land trotz Pandemie unterwegs ist

Der Nikolaus kommt in diesem Jahr wegen Corona nicht überall im Landkreis Aichach-Friedberg vorbei.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Viele Kinder im Wittelsbacher Land warten auf den Nikolaus. Wegen Corona fällt der Besuch vielerorts allerdings aus. Doch ein Friedberger Ortsteil bildet eine Ausnahme.

Weißer Bart, roter Anzug und ein Sack voller Geschenke – der Nikolaus lässt Kinderherzen höher schlagen. Auch im Landkreis Aichach-Friedberg sind am 6. Dezember traditionell viele Nikoläuse unterwegs. Vielerorts fällt dieses lieb gewonnene Ritual in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie allerdings aus. Vereinzelt gibt es die Besuche aber auch bei uns. Dabei gibt es einiges zu beachten.

Wegen der Corona-Pandemie kommt der Nikolaus in diesem Jahr vielerorts in digitaler Form, etwa in Baar. Auch in Mering ist eine solche Aktion geplant.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

So etwa auch für die Geschenke-Überbringer der Katholischen Landjugend Rehrosbach-Rinnenthal. Trotz Corona bietet der Verein seinen Nikolaus-Service auch in diesem Jahr an. "Bei uns ist 2020 alles ausgefallen. Den Kindern soll man nicht auch noch den Nikolaus nehmen – der Besuch ist für viele ein Highlight. Wir wollen mit unserer Aktion Freude bereiten und die Tradition fortführen", so der Vorsitzende Tobias Piehler. Drei Trupps, jeweils bestehend aus Nikolaus und Knecht Ruprecht, machen sich am Sonntag ab 16.30 Uhr zu den Familien in den Ortsteilen Rinnenthal, Rehrosbach, Gagers und Bestihof/Griesmühle auf.

Die Landjugend Rehrosbach-Rinnenthal bietet einen Nikolaus-Service an

Bis Montag gingen bei der katholischen Landjugend rund 20 Anmeldungen ein. Piehler: "Damit hatten wir gar nicht gerechnet. Das bestärkt uns in unserem Vorhaben." Allerdings würden dennoch weniger Kinder vom Nikolaus besucht werden. "Oft haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Familien zusammengetan. Dann waren es schon mal acht Kinder auf einmal. Jetzt werden es höchstens drei oder vier sein", so Piehler.

Schon seit Jahrzehnten geht die Landjugend am 6. Dezember von Tür zu Tür, in diesem Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie einiges anders. So sind sowohl Nikolaus als auch Knecht Ruprecht mit Nasen- und Mundschutz unterwegs. Außerdem tragen beide Handschuhe und desinfizieren die Hände nach jedem Besuch.

In Mering und Kissing müssen die Kinder in diesem Jahr auf den Nikolaus und Knecht Ruprecht verzichten.
Bild: Martin Schallermeir

"Nur beim Vorlesen wird der Nikolaus vermutlich die Maske abnehmen, schließlich hat er ja auch noch einen dicken weißen Bart. Insgesamt ist es schon eine Umstellung. Die Kinder freuen sich aber auch mit Abstand, dass der Nikolaus da ist", so Piehler, der selbst in den vergangenen fünf Jahren als Nikolaus unterwegs war und auch am Sonntag wieder im Einsatz ist. Etwas dickere Unterkleidung werden Piehler und seine Mitstreiter aber in diesem Jahr brauchen. "Wir dürfen nicht wie sonst zu den Familien in die Häuser, sondern müssen draußen die Geschenke übergeben. Hoffentlich wird es nicht zu kalt."

Heißen Punsch und selbstgebackene Plätzchen sind dem Nikolaus und seinem Begleiter aber erlaubt: "Das geht auch mit Abstand", so Piehler, der sich in diesem Jahr auch wieder über selbst verfasste Gedichte, musikalische Einlagen und gemalte Bilder freuen würde: "Auch wenn nicht immer jede Note sitzt, zeigt uns das, dass die Kinder sich über unseren Besuch freuen."

Keine Besuche des Nikolaus gibt es in Mering und Kissing

Auch in Mering und Kissing kommt seit vielen Jahren der Nikolaus der Volksbühne Mering zu den Kindern. Ein festes Team macht sich jedes Jahr auf den Weg, um die vielen Kinder zu besuchen. Doch heuer wird daraus nichts. "Wir bedauern das sehr, weil wir alle das jedes Mal sehr gerne gemacht haben", sagt Franz Stefan. Er organisiert für die Volksbühne die Einsätze der Nikoläuse. Da sich unter den Ehrenamtlichen auch viele Senioren befinden, sei das Risiko, von Haus zu Haus zu gehen, einfach zu groß. "Wir müssen da verantwortlich denken und handeln", sagt Stefan.

Es sei das erste Mal seit Jahrzehnten, dass dieser beliebte Service nicht angeboten werden könne. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und hin und her überlegt, aber es ist nicht durchführbar", meint Stefan. Mit Maske könne man kaum zu den Kindern kommen, und nur schnell klingeln und den Besuch im Freien stattfinden zu lassen, sei ebenfalls nicht durchführbar. "Einige hätten das noch auf sich genommen, andere wiederum plädierten für die Absage", schildert Stefan. Er hofft nun darauf, dass nächstes Jahr wieder alles seinen gewohnten Gang geht. "Dann kommt auch wieder der Nikolaus aus Mering zu den Kindern."

In Baar kommt der Nikolaus per Video

Der Nikolaus, den sonst die Kolpingsfamilie durch die Gemeinde Baar schickt, kann wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr ebenfalls nicht von Haus zu Haus ziehen. Ganz auf die Worte aus dem berühmten goldenen Buch müssen die Baarer Kinder jedoch nicht verzichten. Allerdings kommt der Nikolaus nicht etwa an die Haustür, um dort zu klingeln, sondern kontaktlos: per Video aufs Handy.

Die Mädchen und Buben des Kindergartens St. Laurentius in Baar ehrten den Nikolaus vergangenes Jahr bei seinen Besuch. Jetzt kommt er per Video zu den Kindern.
Bild: Kindergarten (Archiv)

Bürgermeister Roman Pekis war selbst als Kameramann aktiv. Details zum Video möchte der Rathauschef nicht verraten. Gemeinderatsmitglied Florian Beutlrock hatte die Idee. Drei Akteure des Jugendbeirats sorgen nun per Video dafür, dass die Baarer Kinder am 6. Dezember nicht ganz auf den Nikolaus verzichten müssen.

Auch in Mering soll der Nikolaus zumindest per Video ins Wohnzimmer kommen. Meringdigital sucht dafür noch Nikoläuse.

In Dasing und Baindlkirch wartet der Nikolaus in der Kirche und bei der Feuerwehr

Nach Hause zu den Kindern kommt heuer auch der Nikolaus in Dasing nicht. Aber in der Dasinger Kirche erwarten zwei Nikoläuse die Kinder am Samstag ab 15 Uhr. Um die Wartezeit zu verkürzen, gibt es einen Bilderweg rund um die Kirche vom Leben des Heiligen Nikolaus.

Auch in Baindlkirch schaut der Nikolaus vorbei - und zwar bei der Freiwilligen Feuerwehr. Kinder bis zwölf Jahren des Rieder Ortsteils können zwischen 16 und 17.30 Uhr vorbeikommen und ihre Paket abholen. Zur besseren Planung ist eine Anmeldung per Mail gewünscht.

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