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16.07.2010

Zehn Standorte für Behördenfunk im Landkreis sind gefunden

Das gemeinsame Netz für Polizei und Rettungsdienste in Friedberg kommt. Die Bürgermeister kritisieren aber die Vorgehensweise. Baubeginn ist bereits im Herbst geplant. Von Carmen Jung und Michael Seefelder

Eine wahre Freude richtete das bayerische Innenministerium bei den Bürgermeistern nicht an, als es im Herbst 2009 auf die Suche nach Standorten für den digitalen Behördenfunk (BOS) ging. Bis zu zehn Standorte für Basisstationen sollten im Landkreis Aichach-Friedberg gefunden werden. Kein ganz leichtes Unterfangen, zumal viele Bürger genervt abwinken, wenn es um weitere Funkmasten geht. Inzwischen stehen die neun Standorte für die rund 45 Meter hohen Masten praktisch fest: vier im Süden, fünf im Norden. Baubeginn soll laut Innenministerium bereits im September oder Oktober sein.

Ob sie wollten oder nicht: "Die Bürgermeister stehen in der Pflicht", hatte Susanna Bredemeier, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Projektgruppe DigiNet im Innenministerium im November betont. Es geht um nicht weniger als die Installation eines neuen, abhörsicheren Digitalfunks. Bis 2013 soll der störanfällige und in der Reichweite begrenzte Analogfunk, den Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr nutzen, bayernweit ersetzt werden. Grundsätzlich stellten die Gemeindechefs den Sinn des Unterfangens auch nicht infrage. Es ging vielmehr um die Standorte an sich, die auf Kritik stießen. Und das Vorgehen der Firma Telent, die vom Innenministerium mit der Suche beauftragt worden war.

Dasing "Das ist mehr wie bescheiden gelaufen", kritisiert Dasings Bürgermeister Erich Nagl die Informationspolitik. "Rein zufällig" habe er bei der Bürgermeister-Dienstversammlung mitbekommen, dass Dasing auch ein Standort sei. "Da habe ich mir gedacht, ja prima!", schildert der Rathauschef seine Überraschung. Glück sei in diesem Fall, dass im "Oberholz", südlich von Tattenhausen bereits ein passendes Grundstück besteht. Auf einen bereits bestehenden Masten werde dort der Behördenfunk draufgesetzt. Der Grund gehöre der deutschen Telekom.

Zehn Standorte für Behördenfunk im Landkreis sind gefunden

Kissing In der Gemeinde im Landkreissüden soll ein Mast mit 40 Metern Höhe oberhalb von Alt-Kissing in der Nähe der Einmündung der Ottmaringer Straße in die Kreisstraße Richtung Ottmaring entstehen. Behandelt wurde dies bereits im März in einer nicht öffentlichen Sitzung, da der Funk seitens des Bundes als Verschlusssache eingestuft wurde.

Friedberg Eine ähnliche Höhe soll auch der Mast in Friedberg erreichen. Er wird am Heimertshauserweg östlich des Rothenbergs auf einer städtischen Fläche stehen. Der Vertrag mit dem Freistaat läuft bis 2022. Bekommen hat Friedberg dafür 5000 Euro, die Thomas Gunzl vom Finanzreferat zufolge, "eher symbolisch zu sehen" seien. Zunächst war als Standort auch das Wohnviertel um die Vinzenz-Pallotti-Schule im Gespräch. Nun sei vonseiten der Stadt die "optimale Lösung" gefunden worden.

Mering Hier kennt man zwar den Höhenrücken, auf den der etwa 45 Meter hohe Mast kommen wird, aber noch nicht dessen exakten Standort. Das Problem ist die Stromversorgung, bestehende Mobilfunkmasten müssen auch von dem neuen Gitterbauwerk aus angesteuert werden können. Und die liegen in Mering am Bahnhof, an der Hörmannsberger Straße und in Ried auf dem ehemaligen BayWa-Turm. Zwei Flächen des Marktes Mering, eine von Gemeinderat Johann Wenger (alle Nähe Wasserhaus) und ein vierter Ort auf Rieder Flur sind im Moment in der Prüfung.

Norden In der Gemeinde Schiltberg kommt der Mast in den Staatsforst zwischen Schiltberg und Ruppertszell. In Aichach einigte man sich auf den Wasserturm bei Edenried. Ein weiterer kommt auf den Antennenmasten bei Klingen. In Aindling wurde ein Privatgrundstück im Wald bei Binnenbach ausgewählt. In Inchenhofen legte man sich auf den Wald zwischen Ried, Ainertshofen und Sainbach fest. Ein weiterer Mast entsteht möglicherweise in Baar, möglicherweise aber auch jenseits der Landkreisgrenze in Thierhaupten.

Roland Radler von der Projektgruppe DigiNet verweist auf die "dringende Notwendigkeit der Errichtung". Der Digitalfunk liege "im Interesse der Sicherheit aller Bürger". Für die schnellere und verlässlichere Hilfeleistung in Notlagen benötigten die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben eine zeitgemäße Infrastruktur, argumentiert er.

Die technische Verbesserung hält auch Friedbergs Polizeichef Josef Higl für notwendig. Das "mittlerweile zeitgemäße Funk-Kommunikationsmittel" habe einen viel besseren Empfang und man könne "verschiedene Gruppenbereiche schalten". Von Carmen Jung und Michael Seefelder

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