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Mering

20.01.2020

Zukunftsforum: Mering soll Fair-Trade-Town werden

Das Zukunftsforum möchte mehr Fair-Trade-Produkte in Mering.
Bild: Daniel Karmann/dpa (Symbol)

Plus Das Bündnis für Nachhaltigkeit fordert auch Konsequenzen aus dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Wie die aussehen sollen.

Die Marktgemeinde soll eine faire Stadt werden, in der sich auch noch die Bienen wohlfühlen. So könnte man das Ziel des Zukunftsforums 2020 zusammenfassen, das das Bündnis für Nachhaltigkeit veranstaltete. Im Papst-Johannes-Haus diskutierten rund 40 Gäste – darunter interessierte Bürger, Gemeinderäte und Initiatoren –, wie man Mering zur Fair-Trade-Town machen könne und wie sich das Bürgerbegehren „Rettet die Bienen“ umsetzen lässt.

Eine Fair-Trade-Town fördert den fairen Handel auf kommunaler Ebene. Dabei vernetzen sich Bürger, öffentliche Einrichtungen, Politik und Wirtschaft, um sich gemeinsam für dieses Vorhaben starkzumachen. Derzeit dürfen rund 560 Städte, Gemeinde, Regionen und Bundesländer dieses Siegel tragen, darunter Augsburg, Bobingen und Stadtbergen. In einem Vortrag informierte Referentin Ute Michalik von der Werkstatt Solidarische Welt die Zuhörer, welche fünf Kriterien dafür erfüllt werden müssen: In Mering müssten Bürgermeister und Gemeinderat in einem Ratsbeschluss festhalten, dass der faire Handel unterstützt werden soll. Außerdem dürften diese bei allen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse sowie im Bürgermeisterbüro nur fair gehandelten Kaffee trinken und müssten zudem ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausschenken.

Mering: Produkte aus fairem Handel in Geschäften

Zweites Kriterium ist, dass eine Steuerungsgruppe alle Aktivitäten koordiniert. Drittens müssten in Geschäften und gastronomischen Betrieben Produkte aus fairem Handel angeboten werden. Außerdem ist es als viertes Kriterium erforderlich, dass die Zivilgesellschaft Bildungsarbeit leistet, sprich öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchengemeinden führen Informations- und Bildungsveranstaltungen zu fairem Handel durch und bieten Produkte aus fairem Handel an. Zu guter Letzt ist Pressearbeit ein Muss – die lokalen Medien müssen über die Aktivitäten vor Ort berichten.

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Den ersten Schritt in Richtung Fair-Trade-Stadt hat das Zukunftsforum nun schon gemacht. Ziel des Abends war es, eine Steuerungsgruppe zu bilden. Michael Dudella, Mitinitiator des Bündnisses für Nachhaltigkeit, berichtet: „Es haben sich zehn Personen dafür gemeldet – mit so vielen haben wir gar nicht gerechnet. Das freut uns natürlich sehr.“ Da die Entscheidung, ob Mering eine Fair-Trade-Stadt wird, letztendlich vom Gemeinderat getroffen wird, hat die Steuerungsgruppe jetzt die Aufgabe, das Thema ins Rathaus zu transportieren. „Das wird aber dann erst nach der Wahl im April der Fall sein“, fügt Michael Dudella hinzu. Das Interesse der Politik scheine aber groß zu sein, immerhin waren einige Gemeinderäte als Zuhörer beim Zukunftsforum anwesend. Das Projekt war im Mai 2015 bereits einmal im Gemeinderat vorgestellt worden, damals fiel die Resonanz jedoch eher verhalten aus.

Volksbegehren ist auch Thema in Mering

Das Bündnis für Nachhaltigkeit will auch künftig die Steuerungsgruppe begleiten: „Unsere Arbeit läuft weiter. Wir wollen auch beim nächsten Zukunftskino das Thema fairen Handel noch einmal vertiefen.“

Weiteres Thema der Veranstaltung war das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Es wurden Vorschläge gesammelt, wie man das in der Marktgemeinde umsetzen könne. Diese Ideen sollen dann in einen Workshop, den der Bund Naturschutz anbietet, fließen. Von den Anwesenden kamen einige konkrete Impulse wie etwa insektenfreundliche Straßenlaternen, Blühstreifen, Schrebergärten und Informationskampagnen zur Schädlingsbekämpfung oder Garten- und Balkonbepflanzung, die man eventuell in Kooperation mit dem Obst- und Gartenbauverein umsetzen könne. Michael Dudella zeigte sich von der Kreativität und dem Engagement der Anwesenden begeistert: „Die Vorschläge werden wir jetzt weiter bearbeiten. Das Zukunftsforum war eine tolle Veranstaltung, wo man sich sehr gut vernetzen konnte. Ich denke, die Leute haben auch gemerkt, dass das kein Gremium ist, in dem nur geredet wird, sondern dass da auch etwas geschieht.“

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