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Aichach-Friedberg
27.04.2022

Die Zahl ukrainischer Geflüchteter steigt inzwischen langsamer

In der vom Landratsamt und Ehrenamtlichen vorbereiteten Unterkunft in Derching kamen anfangs mehrere Busse mit Geflüchteten aus der Ukraine pro Wochenende an.
Foto: Simone Losinger

Kurz nach Kriegsbeginn musste der Kreis Aichach-Friedberg über Nacht hunderte Unterkünfte bereitstellen. Wie ist die Lage inzwischen?

1120 ukrainische Flüchtlinge leben aktuell im Landkreis Aichach-Friedberg und sind im Ausländerzentralregister erfasst. Die Zahl stieg damit zuletzt nur langsam an, teilt das Landratsamt mit. Für kommende Woche ist dem Landratsamt von der Regierung von Schwaben die Zuteilung von weiteren 22 Flüchtlingen angekündigt.

Unter den hier lebenden Flüchtlingen aus der Ukraine sind im Moment 232 Kinder und Jugendliche, die Schulen im Wittelsbacher Land besuchen. Dort sind sie in Klassen ihres Jahrgangs eingegliedert und erhalten zusätzlichen Deutschunterricht.

Derweil füllt sich die "Wohnraumbörse" als private Vermittlungsplattform von Wohnraum für ukrainische Flüchtlinge mit Leben. Vergangene Woche ging sie an den Start. Stand Mittwochnachmittag wurden 24 Betten angeboten, über den ganzen Landkreis verteilt. Die Wohnraumbörse findet sich auf der Ukraine-Seite des Landratsamtes (www.lra-aic-fdb.de/ukraine). Wer Wohnraum anbieten möchte, kann sich dort eintragen. Auf Mobilgeräten funktioniert die Wohnraumbörse über die Integreat-App, die in den App-Stores verfügbar ist.

Bei Fragen zur privaten Wohnraumvermittlung steht das Team der Ausländerbehörde im Landratsamt unter Telefon 08251/92-4817 weiterhin zur Verfügung. Alle neu ankommenden Ukrainerinnen und Ukrainer erhalten zunächst einen Platz in einer vom Landkreis bereitgestellten Unterkunft.

Der Landkreis hilft den Tafeln (von links): Leiterin der Meringer Tafel Ingrid Engstle, ihr Mann Johann Engstle, Bernd Burkhart und Landrat Klaus Metzger.
Foto: Thomas Worsch

Wegen des zusätzlichen Andrangs durch Geflüchtete gerieten die Tafeln im Landkreis in Not. Wie berichtet hatten die Organisationen in Mering, Friedberg und Aichach Engpässe, in Aichach wurde deshalb sogar ein Aufnahmestopp verhängt. Der Landkreis sprang ein und verteilte 15.000 Euro aus einer Erbschaft zu gleichen Teilen an die Einrichtungen.

Ukraine-Flüchtlinge: Software-Umstellung trifft Landratsamt Aichach-Friedberg

Der Ausländerbehörde im Landratsamt wird ab Montag eine weitere Aufgabe übertragen. Alle ukrainischen Flüchtlinge werden bislang im Ausländerzentralregister erfasst und im "PIK-System" biometrisch registriert. Zum Überblick für eine gerechte Verteilung auf die Landkreise und kreisfreien Städte führten die Bezirksregierungen bislang zudem eine Registrierung in einer eigenen Software ("EASY") durch. Diese wird nun bundesweit durch eine neue Software ("FREE") ersetzt, die Erfassung sollen die Landratsämter übernehmen.

In den bayerischen Landratsämtern sorgt der Zeitpunkt der Software-Umstellung für wenig Begeisterung. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ausländeramt haben auch jetzt schon mehr als nur alle Hände voll zu tun, um sämtliche notwendigen Schritte des Verfahrens für alle Geflüchteten, die zu uns kommen, abzuwickeln. Genau in dieser Phase auch noch die Software zu wechseln, ist sicher alles andere als ideal", sagt Landrat Klaus Metzger. "Aber, wie immer, werden die Kolleginnen und Kollegen das dank höchstem Einsatz wieder gut meistern." (kru)

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