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Hart im Nehmen: Warum die Zitterpappel Baum des Jahres ist

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Hart im Nehmen: Warum die Zitterpappel Baum des Jahres ist

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    Revierleiter Ralf Lojewski und Forstanwärterin Theresa Büchel zeigen an den Blättern der Zitterpappel, warum der Baum seinen Namen trägt.
    Revierleiter Ralf Lojewski und Forstanwärterin Theresa Büchel zeigen an den Blättern der Zitterpappel, warum der Baum seinen Namen trägt. Foto: Michael Eichhammer

    „Zittern wie Espenlaub“ – die Herkunft dieser Redewendung wird deutlicher, wenn man bedenkt, dass die Espe auch Zitterpappel genannt wird. Ihre Blätter flattern schon beim geringsten Windhauch. All das und noch viel mehr über die Zitterpappel erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer geführten Wanderung im Eurasburger Forst. Der Anlass für die Exkursion: Die Zitterpappel wurde von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung zum „Baum des Jahres“ gekürt.

    „Im Staatswald Eurasburg gibt es beeindruckende Exemplare der Zitterpappel“, erklärte Ralf Lojewski, der Revierleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Er versprach den Teilnehmenden, dass am Ende des fast zweistündigen Spaziergangs „zwei uralte Exemplare, wie ich sie anderswo noch nie sah“, warten würden. Zitterpappeln können bis zu 150 Jahre alt werden. Der heimische Laubbaum ist für viele Tiere und Pflanzen von großer Bedeutung. „Als Pionierbaum besiedelt sie schnell offene Flächen, regeneriert geschädigte Wälder und bietet zahlreichen Arten einen Lebensraum“, so die Jury. Singvögel finden dort Nahrung, Spechte zimmern Höhlen in das Holz. Auch Fledermäuse und Schmetterlinge fühlen sich dort wohl.

    „Baum des Jahres“: Zitterpappel ist hart im Nehmen

    „Wir wollen den Waldbesitzern zeigen, dass sie solches Weichholz am Wegesrand stehen lassen sollen, weil es eine Futterpflanze für eine Unzahl von Tieren ist“, erklärt Stefan Höpfel vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz e.V (LBV) Aichach-Friedberg. Seit sieben Jahren unternimmt der Aichacher Revierleiter Lojewski gemeinsam mit dem LBV Ausflüge, die sich dem jeweiligen Baum des Jahres widmen. Bevorzugt sucht er nach Orten im Landkreis, die für eine entsprechende Führung in Frage kommen. 2023 allerdings ging die Wanderung zum Haspelmoor im Landkreis Fürstenfeldbruck, denn damals war die Moorbirke der Gewinner des Jahres.

    Lojewski ist auch als Beratungsförster für das AELF tätig. In dieser Funktion berät er Privatwaldbesitzer fachlich – beispielsweise in Fragen zu Pflanzungen, Durchforstung und Resilienz gegen den Klimawandel. Auch hierbei hat er ein Herz für den diesjährigen Baum des Jahres. Während beispielsweise die Fichte wenig Widerstandskraft gegen Käfer und Klimawandel vorweist, ist die Zitterpappel deutlich härter im Nehmen. „Eine Zitterpappel kann locker auch die hohen Sommertemperaturen ab“, so Lojewski. „Drei Wochen Trockenheit ist eine Katastrophe für die Bäume“, doch laut den klimatischen Erwartungen steuern wir dauerhaft auf solche Verhältnisse hin.

    Im Eurasburger Forst warten zwei imposante Exemplare

    Klimaveränderungen werden in 30-Jahre-Taktungen erfasst, doch bereits die letzten Jahre waren deutlich wärmer. „Unsere Baumarten stehen vor großen Herausforderungen“, betonte Lojewski. „Die Pappel hat als ergänzende Baumart auch im Wald der Zukunft eine Berechtigung“, plädierte er. Während des Waldspaziergangs sorgte die Forstanwärterin Theresa Büchel mit einem Baumsorten-Quiz für Kurzweil, ebenso wie mit Exponaten wie einem präparierten Schmetterling und einem Käfer, die unter dem Okular genauer betrachtet werden konnten. Während die Raupen des Pappelspinners sich von den Blättern der Zitterpappel nähren, ist der Große Pappelbock der größte Fraßfeind des Baumes.

    Nach einigen jüngeren Zitterpappeln am Waldrand warteten am Ende der Exkursion zwei imposante alte Exemplare auf die Wanderer. Der Stamm des mit 15 Metern Höhe größeren Baumes hatte einen Durchmesser von 50 Zentimetern. Verwendet werden kann das Holz der Zitterpappel unter anderem als Biomasse, für Papier oder Streichhölzer. Allein aus der größten Zitterpappel, die im Eurasburger Forst begutachtet wurde, könnten 6,6 Millionen Streichhölzer hergestellt werden.

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