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Hausmeister Merching verabschiedet sich nach 25 Jahren in den Ruhestand

Merching

„Es wird ein schlimmer Tag, wenn ich gehen muss“ – Die gute Seele der Schule verabschiedet sich

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    Hans Stadtherr ist als langjähriger Hausmeister der Schule in Merching sehr bekannt, das Bild zeigt ihn an seinem 60. Geburtstag.
    Hans Stadtherr ist als langjähriger Hausmeister der Schule in Merching sehr bekannt, das Bild zeigt ihn an seinem 60. Geburtstag. Foto: Ingried Riedmann

    Jeder kennt ihn in Merching. Ob Mandichosee oder Mehrzweckhalle: Hans Stadtherr ist von keiner Veranstaltung wegzudenken. Jetzt geht der langjährige Schulhausmeister in den Ruhestand. Seit Oktober 2001 war er im Amt, verrät der Geschäftsführer der Gemeinde Merching, Rainer Fieber: „Ganz knapp hat er sein 25-jähriges Jubiläum verpasst.“ Damit erlebte Hans Stadtherr von Anfang an den großen Umbau der Schule mit, der immer noch nicht abgeschlossen ist. Zum 1. Mai geht er in Rente, der Abschied fällt ihm schwer.

    Hans Stadtherr findet, dass er mit seinem Beruf großes Glück hatte, denn er arbeitet sehr gerne: „Es wird ein schlimmer Tag, wenn ich gehen muss“, gibt er etwas wehmütig zu. Stadtherr macht nicht nur seine Arbeit mit viel Herzblut – er hat auch großen Anteil daran, dass bei den vielen Umbauten und Renovierungen zumindest ein kleiner Teil des Schularchivs bewahrt wurde. Er sah genau hin, dass nicht alles, was scheinbar alt und unbrauchbar war, auf dem Müll landete. Wenn er zurückblickt, bedeutete vor allem die Schließung der Meringer Mittelschule einen großen Umbruch in seiner Arbeit. Danach wurden die Schüler auf die Standorte Kissing und Merching verteilt, und in Merching folgte in mehreren Schritten die umfangreiche Gebäudeerweiterung.

    Schulhausmeister Hans Stadtherr geht am 1. Mai in den Ruhestand

    Ab dem 1. Mai wird Hans Stadtherr nun tatsächlich Rentner sein. Schon seit 1. Februar steht ihm sein Nachfolger Jochen Kobarschik zur Seite. In Merching sind über den scheidenden Hausmeister viel Lob und persönliche Erinnerungen zu hören. Er war alleine für das ganze Schulgelände in Merching zuständig und musste von der Pflege der Grünanlagen bis zu Reparaturen alles im Überblick behalten. Eduard Birzele, früherer Schulleiter der Grund- und Mittelschule, spricht über ihn mit größtem Respekt: „Manchmal habe ich gedacht – wie er das ganz alleine schafft!“ Bei viel Arbeit war vom Hausmeister der Spruch zu hören: „Der Mensch kann viel machen – aber nacheinander.“ Beim Pausenverkauf gewährte er den Schulkindern oft Kredit – achtete aber konsequent darauf, dass die Abmachung eingehalten wurde. Birzele meint, dass der Hausmeister so etwas wie die gute Seele der Schule war. Mancher Schüler habe sich eher Stadtherr als einem der Lehrer anvertraut.

    Der Hausmeister bildete außerdem die Nahtstelle zwischen Schule und Gemeinde. Bei Problemen war er Tag und Nacht, auch am Wochenende, erreichbar. Geschäftsleiter Rainer Fieber schätzte besonders Stadtherrs guten Überblick. „Er weiß zu allem etwas; sehr hilfsbereit“, lobt auch Bürgermeister Helmut Luichtl. Marianne Aumiller von der Gemeindeverwaltung hat mit ihm besonders viel im kulturellen Bereich zusammengearbeitet: Sommerserenade, Merchinger Advent, Tag des Ehrenamts. Immer habe sie die hilfsbereite, ideenreiche und kompetente Art von Hans geschätzt, sagt sie.

    Spezi ist das Lieblingsgetränk des Hausmeisters in Merching

    Der scheidende Hausmeister pflegte auch einen guten Draht zu den örtlichen Vereinen. Dort weiß man genau: Sein Lieblingserfrischungsgetränk ist ein Spezi. Wibke Sachs, die unter anderem beim JuKi, dem Leseclub und dem Bund Naturschutz aktiv ist, und Hans Stadtherr auch als ehemalige Schülermutter oft erlebt hat, schwärmt: „Er ist eine Seele fürs Dorf und eine tragende Säule in der Gemeinde mit einer tiefen Einstellung zur Unterstützung und Verlässlichkeit.“  „Er ist wie ein guter Schulhausgeist – überall und nirgends, flexibel und findet trotzdem immer Zeit für einen Ratsch“, lobt auch Jugendbeauftragte Natalie Lang. „Es sind große Fußstapfen, die er hinterlässt.“

    In seinen fast 25 Jahren hat Hans Stadtherr einige Veränderungen erlebt: „Früher gab es Tageslichtprojektoren, bei denen man immer mal wieder eine Lampe für 2,50 Euro austauschen musste – dann war bestimmt zwei Jahre Ruhe“, erinnert er. Jetzt wird auch in der Schule mit interaktiven Tafeln gearbeitet. Ein wenig wundert er sich, dass einige Kinder mit Pfandflaschen herumkicken – und sie dann achtlos liegen lassen, obwohl dies ja eigentlich Geld wert ist. Gleich darauf fügt er aber dazu, dass es ja seine Generation war, die die Kinder so erzogen habe – einen Vorwurf macht er den Kindern ausdrücklich nicht. „Es ist eine andere Zeit, die andere Herausforderungen mit sich bringt“, meint er philosophisch. „Vielleicht ist es auch deshalb an der Zeit, dass die Arbeit ein Jüngerer macht.“ Langweilig wird Stadtherr mit seiner großen Familie und den Enkeln ganz bestimmt nicht – und auch von den ehemaligen Kollegen wird er schon erwartet, wie Eduard Birzele verrät: „Wir vom Rentnerstammtisch der Schule freuen uns schon riesig auf ihn!“

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