Groß waren die Befürchtungen im Gemeinderat, als Kissing im Juli 2024 den Haushalt aufstellte. Kurz zuvor hatte das Hochwasser für massive Schäden gesorgt. Die Finanzplanung wurde angepasst, Geld für Reparaturen eingestellt. Geplant waren dafür eine Negativzuführung zum Vermögenshaushalt und die Aufnahme von 5,6 Millionen Euro Kredit. Jetzt liegt die Jahresrechnung vor und sorgt für große Erleichterung: Denn das Katastrophenjahr lief zumindest finanziell viel glimpflicher als gedacht.
„Trotz nicht optimaler Voraussetzungen ist es uns doch gelungen, eine Zuführung von 810.000 Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zu schaffen, das ist sogar mehr als die Mindestzuführung“, freute sich Bürgermeister Reinhard Gürtner. Gemeinsam mit Kämmerin Michaela Fischer stellte er die Zahlen im Gemeinderat vor. Dabei hatte Kissing 2024 nicht nur die frische Hochwasserkatastrophe zu bewältigen sondern kämpfte auch noch mit den Folgen des Hagelunwetters 2023.
Hohe Verschuldung und Negativzuführung auch im Kissinger Haushalt 2025
Wie der Bürgermeister betonte, gelang es dennoch die bestehenden Schulden weiter abzubauen. Und die angesetzte Neuaufnahme an Krediten in Millionenhöhe war doch nicht nötig. „Wir wollen auch in Zukunft solide weiterwirtschaften“, versprach der Bürgermeister. Hintergrund ist, dass es massive Kritik gegeben hatte, als der Haushalt für das laufende Jahr 2025 festgezurrt wurde. Denn in diesem sind hohe Kreditaufnahmen sowie auch wieder eine Negativzuführung zum Vermögenshaushalt eingepreist. Angesichts großer Projekte, allen voran die neue Grundschule, hatten Gemeinderäte wie die SPD-Fraktionssprecherin Silvia Rinderhagen die Sorge geäußert, dass Kissing finanziell handlungsunfähig werden könnte.
In dem Zusammenhang sorgt das deutlich bessere Ergebnis von 2024 für Erleichterung und kam zum rechten Zeitpunkt. Denn in der kommenden Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 31. Juli, ab 19.30 Uhr, muss sich der Gemeinderat noch einmal mit dem Neubau der Kissinger Grundschule befassen. Hier hatte die detaillierte Kostenschätzung mit rund 55 Millionen Euro die schlimmsten Befürchtungen übertroffen und das gesamte Projekt infrage gestellt. Am Donnerstag erhält der Gemeinderat Einsparvorschläge für den Neubau - und muss dann entscheiden, ob er das Vorhaben weiterverfolgt.
Gutes Ergebnis von 2024 verschafft Kissing wieder etwas mehr Luft
Kämmerin Michaela Fischer ordnete die Jahresrechnung noch etwas detaillierter ein. „Die Schäden waren dann doch nicht ganz so massiv wie befürchtet“, erläuterte sie. Zu manchen Arbeiten und Projekten sei man allerdings 2024 schlicht nicht mehr gekommen, diese Ausgaben verschieben sich lediglich ins Jahr 2025. Beides führte dazu, dass die hohe Kreditaufnahme 2024 nicht nötig war. „Alles in allem ist es ein doch zufriedenstellendes Ergebnis“, schloss sie.
Michael Eder, CSU-Fraktionsvorsitzender, sagte: „Es sind für uns erfreuliche Zahlen!“. Zwar sei auch einiges verschoben worden, doch man habe im vergangenen Jahr auch viel geschafft. „Wir haben uns das Gewerbegebiet geleistet, was auch einen Wert darstellt. Es wird über den Verkauf der Grundstücke und später die Gewerbesteuer für Einnahmen sorgen“, erklärte er. „Das Jahr 2024 war positiv für uns - und wir haben für 2025 etwas mehr Luft“, wertete er.
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