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Kleiderladen Mering bleibt geöffnet und unterstützt Menschen in Not

Mering

Nach dem Tod von Ingrid Engstle: Das Herz des Kleiderladens schlägt weiter

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    Vor einem Jahr starb Ingrid Engstle. Sie leitete über viele Jahre den Kleiderladen in Mering. Jetzt übernehmen ihre Töchter Petra Engstle (Zweite von links) und Angela Glettler (rechts) die Leitung. Im Team sind Jutta Wiegleb (links) und Tim Keck (Kassier).
    Vor einem Jahr starb Ingrid Engstle. Sie leitete über viele Jahre den Kleiderladen in Mering. Jetzt übernehmen ihre Töchter Petra Engstle (Zweite von links) und Angela Glettler (rechts) die Leitung. Im Team sind Jutta Wiegleb (links) und Tim Keck (Kassier). Foto: Eva Weizenegger

    Im Meringer Kleiderladen ist alles bereits hergerichtet. Die Kleider hängen ordentlich an den Stangen. Im Geschirrladen sind Porzellanservice, Gläser, Haushaltswaren liebevoll dekoriert. Die Kundinnen und Kunden warten am Mittwochnachmittag schon darauf, dass sich die Türen öffnen. Nichts lässt erahnen, dass vor einem Jahr für das Team die Welt einen Augenblick stillstand. Denn die Seele des Kleiderladens, Ingrid Engstle starb überraschend am 10. Mai. Ihr größtes Anliegen, dass es weitergeht, erfüllen ihre Töchter Angela Glettler und Petra Engstle mit den Ehrenamtlichen.

    „Wir haben das unserer Mama versprochen und dank des Teams um Jutta Wiegleb und Regina Wiedmann gelingt uns das auch“, sagt Angela Glettler. Jutta Wiegleb und Regina Wiedemann sind die treibenden Kräfte im Kleiderladen. Sie sind jeden Mittwoch vor Ort, wenn sich um 13.30 Uhr die Türen öffnen. Eng verbunden mit Ingrid Engstle ist nicht nur der Kleiderladen, sondern auch die Tafel.

    Sie wird von Tino Zanini und seinem Team geleitet. „Waren bisher beide Einrichtungen unter der Führung von unserer Mutter, so gibt es jetzt zwei Teams‘“, erklärt Petra Engstle. Die Trägerschaft für die Tafel und beim Kleiderladen bleibt jeweils bei der Kirchenstiftung Mering. Aber es sind zwei getrennte Projekte, die unabhängig voneinander Menschen in Not helfen. „Wir sind Pfarrer Florian Markter und der Kirchenpflegerin Agnes Nattler sehr dankbar für ihre Unterstützung“, sagt Angela Glettler. Auch an die Marktgemeinde richtet sie ihren Dank. Weil sie die Kosten für die Miete übernimmt.

    Zugänglich ist der Kleiderladen für jedermann. „Hier können alle einkaufen und sich mit gut erhaltener Kleidung sowie Geschirr und Haushaltswaren eindecken“, sagt Jutta Wiegleb.

    Liebevoll dekoriert ist auch der Geschirrladen, der sich im Kleiderladen befindet.
    Liebevoll dekoriert ist auch der Geschirrladen, der sich im Kleiderladen befindet. Foto: Eva Weizenegger

    Es gebe immer mehr junge Menschen, die gerne nachhaltig leben und im Kleiderladen ein großes Angebot finden. Einkaufen kann man für einen Euro, das teuerste Kleidungsstück kostet zehn Euro. „Das ist aber dann schon die Ausnahme“, sagt Wiegleb. Erst vor ein paar Wochen war eine Influencerin aus Augsburg im Laden und machte auf ihrem Instagram-Account Werbung für den Meringer Kleiderladen. „Allein dadurch sind bereits noch mehr junge Menschen zu uns gekommen“, sagt Wiegleb. Deshalb setzt das Team nun auch auf Instagram und ist dort nun auch vertreten.

    Seit 1993 gibt es die Initiative in Mering. Damals hatte Ingrid Engstle ein Schlüsselerlebnis. Ein Mädchen aus Bosnien ging zusammen mit ihrer jüngsten Tochter Petra in eine Grundschulklasse. Engstle kümmerte sich nicht nur um das Kind, sondern auch um seine Familienangehörigen, die auf der Flucht vor dem Krieg zu fünft in einem Zimmer hausten. Als Mitglied des Pfarrgemeinderats machte sie auf die Probleme von Asylbewerbern und Bürgerkriegs-Flüchtlingen aufmerksam und rief einen Helferkreis und die Kleiderkammer ins Leben. Jutta Wiegleb war eine Wegbegleiterin von Ingrid Engstle seit 1995. „Deshalb ist es für mich auch keine Diskussion, dass der Kleiderladen weitergehen muss“, sagt sie.

    Bevor der Kleiderladen in der Zettlerstraße gegenüber dem Freibad eröffnete, war er in mehreren Meringer Gebäuden untergebracht. So war unter anderem ein Raum im ehemaligen BRK-Gebäude, im alten Krankenhaus und auch in der heutigen Bücherei, wo früher einmal die Feuerwehr war, die Heimat des Kleiderladens. Als sich dann die Fläche im ehemaligen Ludwig-Leuchten-Gebäude anboten, war das ein Glücksfall für Ingrid Engstle und ihr Team. Aber auch dort mussten sie nochmals umziehen, bevor sie an ihrem jetzigen Standort neben der Tafel ankamen. „Aber die wirklichen Anfänge waren im Rohbau unseres Elternhauses, wo sich zunächst die Kleiderspenden stapelten“, blicken Angela Glettler und Petra Engstle zurück.

    Von den Erlösen des Kleider- und Geschirrverkaufs werden Menschen in Not unterstützt. „Da gibt es dann mal einen Zuschuss für eine Waschmaschine“, nennen die beiden Leiterinnen ein Beispiel. Deshalb ist das Team froh über gut erhaltene Kleiderspenden. „Die Wäsche sollte möglichst in Körben angeliefert werden“, sagt Wiegleb. Denn wenn die Kleidung in Säcke gefüllt wird, knittert sie oft sehr stark. „Wer etwas spendet, sollte sich überlegen, ob er die Kleidung auch weiter gerne anziehen will“, sagt Angela Glettler. Deshalb bittet sie darum, dass die Ware sauber und gepflegt ist. Gerne angenommen werden Turnschuhe und Bekleidung für Männer sowie Bettwäsche, Leintücher und saubere Unterwäsche.

    Auch gut erhaltene Haushaltswaren, funktionierende Elektrokleingeräte oder Kinderspielsachen können abgegeben werden. „Ein Service muss nicht vollständig sein“, erklärt Glettler. Doch aus einer angeschlagenen Tasse mag niemand mehr gerne trinken.

    „Im Kleiderladen arbeiten alle ehrenamtlich und das zu hundert Prozent“, legt Jutta Wiegleb Wert darauf. Zudem informiert sie, dass vor dem Kleiderladen auch Parkplätze zur Verfügung stehen, um die Waren abzugeben. „Man darf die Stellplätze der Tafel am Mittwochnachmittag benutzen.“ Geändert hat sich auch, dass der Kleiderladen bis auf vier Wochen im August und in den Weihnachtsferien, jetzt immer geöffnet hat. „Also auch in den Pfingst-, Herbst- oder Osterferien“, sagt Glettler.

    Info: Geöffnet ist der Kleiderladen mittwochs von 13.30 bis 16.30 Uhr. Informationen unter Whatsapp 0163/4422917 oder im Pfarrbüro Sankt Michael Mering.

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