Naturfriedhöfe, Bestattungswälder, Friedwälder: Trend bei Beerdigungen geht zu Individualität
Kommentar
Wird der Sarg zum Randphänomen?
In Dasing gibt es jetzt den ersten Friedwald im Landkreis Aichach-Friedberg. Noch erscheint das ungewöhnlich, doch immer mehr Menschen wünschen sich eine andere Form der Bestattung.
Naturfriedhöfe, Bestattungswälder und Friedwälder werden in einigen Jahren so normal sein wie Friedhöfe.Foto: Julian Stratenschulte, dpa
Der Wandel unserer Gesellschaft und unserer Werte spiegelt sich in allen Bereichen des Lebens wider - und dazu gehören auch Sterben und Tod. Daraus resultieren viele Trends, von der Trauerfeier mit einem freien Trauerredner bis hin zur Bestattung auf einem Naturfriedhof. Alle beteiligten Institutionen müssen dem Rechnung tragen.
Neue Bestattungsformen auch im Kreis Aichach-Friedberg
Das Verhältnis der Feuerbestattung zur Erdbestattung beträgt deutschlandweit mittlerweile drei zu eins. Das mag im ländlichen, immer noch stark katholisch geprägten Wittelsbacher Land nicht so stark sein. Doch auch hier haben mittlerweile fast alle Kommunen auf Friedhöfen Urnenwände eingerichtet. Auf dem Friedberger Herrgottsruh-Friedhof ist zudem eine Urnen-Beisetzung unter einem Baum möglich. Eine Rolle spielt beim Thema Urnengrab sicher nicht nur der persönliche Wunsch. Auch Fragen der Ökonomie oder der Möglichkeit, eine Grabstätte zu pflegen, sind wichtige Aspekte. Und die Veränderungen gehen weiter.
Das Forsa-Institut fand bei einer großangelegten Umfrage im Jahr 2025 heraus: Nur 25 Prozent bevorzugen für sich eine klassische Urnen- oder Sarggrabstätte auf einem Friedhof (14 Prozent das Urnengrab, elf Prozent das Sarggrab). In einer Umfrage aus dem Jahr 2013 waren dies zusammen noch 49 Prozent.
Unsere Friedhöfe werden sich durch diese Trends verändern. Irgendwann werden sie vielleicht mehr Parkanlagen ähneln. Die Bestattung in einem Sarg und damit klassische Grabstätten mit großem Stein und Umrandung, wird mehr und mehr zum Randphänomen.
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