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04.07.2010

Am See, auf Sportfesten und selbst in der Baustelle

Volle Backen, wehende Fahnen, Beifall klatschende Hände: Beim Gründungsfest des SC Eurasburg kam auch der Weltfußball nicht zu kurz, die deutschen Tore wurden von Jung wie Alt kräftig gefeiert. Foto: Michael Seefelder
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Volle Backen, wehende Fahnen, Beifall klatschende Hände: Beim Gründungsfest des SC Eurasburg kam auch der Weltfußball nicht zu kurz, die deutschen Tore wurden von Jung wie Alt kräftig gefeiert. Foto: Michael Seefelder
Bild: Michael Seefelder

Friedberg/Mering/Kissing/Ried/Eurasburg Jubel, Begeisterung, Vuvuzela-Tröten und Autokorsos prägten wieder die Übertragung des Weltmeisterschaftsspiels Deutschland gegen Argentinien. In vielen Lokalen, auf Plätzen und in Zelten standen Leinwände, die Farben Schwarz-Rot-Gold prägten das Bild. Ob sich auch argentinisches Blau-Weiß finden ließe? Unsere Reporter machten sich auf eine kleine Suchfahrt.

von Anton Schlickenrieder und Michael Seefelder

Die erste Station war, mit hoffnungsvollem Blick auf die kühlen Fluten, der Friedberger Baggersee. Die Hitze ist auf der Terrasse des Seehauses der Nähe zum Wasser wegen leichter erträglich. Viele Fans suchen sich erst noch ihre Plätze, da brandet schon der erste Jubel auf: Jungstar Thomas Müller hat "uns" in Führung geschossen. Auch der Reporter sieht diesen Treffer nur in der Wiederholung. Weiß-Blau ist zwar der bayerische Himmel, aber sonst trägt niemand diese Farben. Der Betrieb am Wasserlift läuft im gewohnten Maß weiter, immer wieder platscht ein Neuling in die Fluten.

Der eher ereignisarme Rest der ersten Halbzeit ermöglicht einen Ortswechsel. Mering ist jetzt dran, im Alten Wasserhaus ist es angenehm kühl, das Publikum fachkundig. Es sei das beste Spiel, das Deutschland bisher gezeigt habe, war man sich sicher. Bruno Schmid verweist bei der Frage nach argentinischen Fans in der Vielvölkerkommune Mering auf das Einwohnermeldeamt und Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. Für beide Tipps sei allerdings der Samstag nicht der richtige Tag, erkennt er dann. Sein Nachbar berichtet, dass er vor einigen Minuten einen Buben im argentinischen Trikot habe herumlaufen sehen. "Aber das ist wohl nur ein Messi-Fan."

Am See, auf Sportfesten und selbst in der Baustelle

Szenenwechsel nach Ried - und hier geht "der Punk" ab. Im Sportheim des SVR ist es rappelvoll, obwohl die Gäste des Jugendturniers schon wieder abgereist sind. Bei jeder spannenden Spielszene gehen die Hände hoch, gibt es Beifall. Dass Per Mertesacker seinen Kopf in einen Schuss von Teves hält und so ein mögliches Gegentor verhindert, erhält hohes Lob. Beim 2:0 durch Klose tobt der Saal. Johannes Lidl hat zur Sicherheit schon die eine oder andere Vuvuzela konfisziert, damit es nicht gar zu laut wird. Argentinien-Fan kennt er aber auch keinen.

Beim Verlassen des SVR-Sportheims hört der Reporter vertraute Übertragungstöne aus einem neuen, noch unfertigen Stadel direkt gegenüber. Es stellt sich heraus, dass selbst in dieser Baustelle Fußball auf die Leinwand übertragen wird. Die Rieder Schützen haben den ganzen Tag über im Schweiße ihres Angesichts Bretter auf der Südseite montiert, das Schützenheim soll schließlich rechtzeitig fertig werden. Ab 16 Uhr flimmert das Fernsehbild über die Leinwand, ein Eck ist freigeräumt vom Bauholz. Draußen brutzeln die Würstchen auf dem Grill neben den Anhängern voller Werkzeug. Der Jubel über das deutsche 3:0 ist groß, Argentinien aber nur dankbares Opfer.

Vor dem Zelt der Kissinger Kleingärtner, die auch ein Fest feiern, stehen wenig Autos. Deshalb beschließt der Reporter, an der Paartalhalle Halt zu machen. Hier feiern die KSC-Handballer den 60. Geburtstag ihrer Abteilung, sitzen gelassen unter großen roten Sonnenschirmen und im "Sportissimo" lassen sich die kühlen Getränke schmecken. Das 4:0 durch Klose wird schon fast als Selbstverständlichkeit aufgenommen. Einen argentinischen Fan? Kenne er keinen, weiß Clemens Haas. Er kenne nur mehrere Deutsche, die schon in Argentinien waren.

Sympathien für Argentinien wollten auch in Eurasburg nicht aufkommen. Im Festzelt, das zur Feier des 40-jährigen Vereinsbestehens aufgebaut war, ging die Party schon nach drei Minuten richtig los. Müllers frühes Führungstor brachte den ersten von insgesamt vier kollektiven Freudenausbrüchen. Kurze Schockstarre gab es nur bei der Chance des Argentiniers Tevez in der 23. Minute. Als den Gauchos dann eine druckvolle Spielphase gelang, wurde es auch unter den Eurasburger Fußballanhängern deutlich leiser. Doch nach dem 2:0 von Klose fiel die Anspannung ab. Immer, wenn Argentiniens Trainer Diego Maradona auf der Leinwand eingeblendet wurde, gab es nun Schmährufe und -gesänge. "Schade Diego, alles ist vorbei", schallte von so manchem Biertisch. Auch ein schon vorab gedrucktes T-Shirt mit der Aufschrift "Schade Argentinien" machte die Runde. "Das Finale heißt Deutschland gegen Holland. Und der Müller macht's 2:1, so wie sich's gehört. Das ist Tradition", prophezeite ein euphorischer Fan.

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