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12.02.2015

Auch ein Trainer muss noch lernen

„So soll’s gemacht werden!“ – scheint Clinton Morris, der Trainer der Basketballer der Sportfreunde Friedberg – den Seinen mit Blick auf das Taktikboard zu sagen. Der 50 Jahre alte Amerikaner möchte mit den Friedbergern gerne wieder aufsteigen.
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„So soll’s gemacht werden!“ – scheint Clinton Morris, der Trainer der Basketballer der Sportfreunde Friedberg – den Seinen mit Blick auf das Taktikboard zu sagen. Der 50 Jahre alte Amerikaner möchte mit den Friedbergern gerne wieder aufsteigen.
Bild: Kleist

Clinton Morris hat mit den Sportfreunde-Basketballern noch viel vor. Seine größten Erfolge feierte der Amerikaner aber in einer anderen Sportart

Im Kreis seiner Spieler wirkt der 1,78 Meter große Clinton Morris eher klein – und doch hat der 50 Jahre alte Amerikaner bei den Basketballern der Sportfreunde Friedberg uneingeschränkt das Sagen. Kein Wunder, ist er doch der Trainer des Bezirksligisten, der noch mitten drin im Rennen um den Aufstieg ist.

„Come on guys“, schallt es beim Training nicht nur einmal durch die Friedberger Stadthalle. Der 50-Jährige mit dem grau-melierten Kinnbart hat seine „Jungs“ immer im Auge – und gibt wenn nötig immer wieder Anweisungen. „Right side, right hand, left side, left hand“, lauten seine Kommandos beispielsweise bei den Korblegern, die von den Spielern beim Aufwärmprogramm absolviert werden. „Das heißt, wenn ich von der rechten Seite komme, muss ich den Ball mit der rechten Hand in den Korb legen – und von links eben mit der linken“, meint Clinton Morris mit seinem unüberhörbaren amerikanischen Slang. Die Kommandos an die Spieler und auch die Ansprachen im Training und Spiel erfolgen auf Englisch. „Ich weiß, dass mein Deutsch nicht das beste ist, und die Jungs können gut Englisch und verstehen mich“, so Morris schmunzelnd.

Dabei ist der Texaner, der in Dallas geboren wurde, schon seit 1987 in Deutschland. Er kam als Soldat, war vier Jahre in Augsburg in der Sheridan-Kaserne stationiert, lernte ein Mädchen kennen – und die beiden bekamen ein Kind. „Dann haben wir geheiratet und ich bin geblieben“, erzählt der Vater von drei Söhnen und drei Töchtern.

Zum Basketball kam Clinton Morris erst spät – erst 2001 begann er zu spielen und zwar bei den Sportfreunden Friedberg. Bis dahin galt seine Liebe einer anderen typisch amerikanischen Sportart – dem American Football. „Ich habe schon auf der Highschool Football gespielt, bei den Denton Broncos“, erinnert sich Morris. Mit diesem Team feierte er als Running Back auch etliche Erfolge. „Ich war ziemlich erfolgreich, ich war schnell und wendig“, erzählt der Amerikaner. Über zehn Jahre spielte Clinton Morris in Denton und schaffte es mit seinem Team bei den texanischen Staatsmeisterschaften bis in die dritte Runde. Schon damals agierte er auch als Coach, trainierte die zwölf- bis 14-jährigen Kids, mit denen er viermal in Folge Meister wurde. Auch in Deutschland widmete sich Clinton Morris noch einmal dem American Football – nach seiner ersten Basketballzeit bei den Sportfreunden. 2004 wurde er Coach bei den Augsburg Raptors, blieb dort sechs Jahre und hängte noch zwei Jahre bei den Königsbrunn Ants dran, ehe er sich wieder dem Basketball zuwandte – und diesmal endgültig.

„Football war meine große Liebe, aber ich habe auch großen Spaß am Basketball – und beides geht eben nicht“, so Morris. Er entschied sich für Basketball und die Sportfreunde – und dies vor allem wegen Toni Käsmayr. Die „gute Seele“ der Friedberger Basketballabteilung habe seine Leidenschaft für diesen Sport geweckt. „Er hat mir so viel geholfen und nun möchte ich etwas zurückgeben“, beteuert der Amerikaner.

Der größte Unterschied zwischen den beiden Sportarten sei zum einen die Aggressivität, die beim Football naturgemäß viel höher ist, und die Taktik. „Basketball muss man noch viel mehr mit dem Kopf spielen, da gibt es unglaublich viele Varianten, die man verstehen und umsetzen muss“, erklärt Morris. Auch er selbst habe noch lange nicht alles verinnerlicht – und so ist er froh, dass ihm mit Thomas Gajda ein erfahrener ehemaliger Zweitliga-Spieler als Co-Trainer zur Seite steht. „Er hat mir schon viel beigebracht – aber ich muss noch viel lernen“, meint Clinton Morris und lächelt dabei.

Das Ziel des Trainers ist klar - er will mit seinem Team das erreichen, was er bei seinem ersten Gastspiel als Spieler schon einmal verwirklicht hat: den Aufstieg. „Wir haben heuer gute Chancen“, so Morris, der so lange es geht bei den Friedbergern bleiben möchte. So könnten die Akteure noch lange Ansprachen wie diese von Clinton Morris hören: „Wir haben das Potenzial and we can kick them all...“

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