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31.01.2019

Carola Schöpf aus Mering: Mit dem Line-Dance-Virus infiziert

Die Vorfreude ist groß, denn mit dem Aufstieg in die nächste Kategorie darf Carola Schöpf Kleider mit Glitzerpailetten tragen. In ihrem Ankleidezimmer haben sowohl Nähmaschine als auch Pokale ihren Platz.
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Die Vorfreude ist groß, denn mit dem Aufstieg in die nächste Kategorie darf Carola Schöpf Kleider mit Glitzerpailetten tragen. In ihrem Ankleidezimmer haben sowohl Nähmaschine als auch Pokale ihren Platz.

Plus Carola Schöpf ist deutsche Meisterin im Line Dance. Das „Tanzen in der Reihe“ ist ihre große Leidenschaft. Sie hat auch schon ihre 15 Jahre alte Tochter erfolgreich infiziert.

Wenn Carola Schöpf übers Wochenende verreist, dann hat sie immer einen riesengroßen Koffer mit dabei. Sechs prächtige Ballkleider transportiert die deutsche Meisterin im Line Dance darin, wenn sie zu Turnieren unterwegs ist. Und das kommt sehr oft vor, denn Line Dance ist zu ihrer großen Leidenschaft geworden. Diese choreografierte Tanzform, bei der einzelne Tänzer in Reihen und Linien vor- und nebeneinandertanzen, findet immer mehr Begeisterte.

Eine Freundin ist schuld, dass sich Carola Schöpf vor mehr als zehn Jahren mit dem Line-Dance-Virus infiziert hat. „Sie hatte eine Line-Dance-Gruppe auf einer Hochzeit gesehen und mich dann überredet, mit ihr an einem Workshop in Königsbrunn teilzunehmen.“ Bald darauf fuhren die beiden Damen zusammen zum ersten Turnier nach Berlin. „Mensch, waren wir aufgeregt“, erinnert sich Carola Schöpf. „Aber wir waren gar nicht so schlecht und kamen mit einem fünften Platz nach Hause.“ Inzwischen reihen sich mehr als 20 bunt schillernde Pokale im Ankleidezimmer der Meringerin, die im Alltag als Floristin arbeitet. Bayerische Meisterin wurde Carola Schöpf 2014, 2016 und 2017. Den deutschen Titel holte sie sich 2016, dazu kommen internationale Turniersiege wie etwa bei den Danish und Swiss Open. Und zur Krönung des erfolgreichen Turnierjahres 2018 landete sie bei der Weltmeisterschaft im niederrheinischen Kalkar sogar auf Platz vier. Immer mit dabei ist auch Tochter Viktoria, die genauso begeistert ist wie ihre Mutter. „Line Dance ist ja für alle Altersklassen, und man kann zu jeder Musikrichtung tanzen“, erklärt die 15-jährige Gymnasiastin. Sie tanzt am liebsten zu Novelty-Songs, „weil man da am meisten reininterpretieren kann“. Mama Carola liebt die sogenannte Night Club Music, aber vor allem den Walzer.

Sechs unterschiedliche Tänze müssen gemeistert werden

Da für jedes Turnier bis zu sechs unterschiedliche Tänze zu meistern sind, sind auch sechs verschiedene Ballkleider nötig. So gehört beispielsweise auch ein kniekurzes Cha-Cha-Cha-Kleid mit Fransen zur Garderobe von Carola Schöpf. Mit besonderer Vorfreude wartet sie nun auf das Berlin Open Turnier vom 15. bis 17. März. Bei dieser WM-Qualifikation darf die deutsche Meisterin nämlich das erste Mal mit einem Glitzerkostüm auftreten. Nach den strengen Regeln des WCDF (World Country Dance Federation), ist dies erst erlaubt, wenn man innerhalb der sechs Antrittskategorien beim dritten Level angelangt ist. Carola Schöpf konnte von der sogenannten Division Newcomer zu Novice wechseln und darf also künftig Kleider voller Glitzerpailetten tragen. „Man sieht also, dass Line Dance viel mehr ist als kariertes Hemd, Cowboyhut und Jeans“, sagt Carola Schöpf und lacht. Doch die Schuhe bleiben gleich – es sind Cowboystiefel. „Das ist das Überbleibsel vom Line Dance in den Western Saloons“, erzählt Carola Schöpf.

Sorgfältig streicht sie über ihre beigen Stiefel, die in den vergangenen zehn Jahren schon einige Male frisch besohlt werden mussten oder neue Absätze brauchten. „Das sind meine Glücksbringer und mittlerweile tragen sie sich wie Hausschuhe“, sagt die Meringerin.

Die Kostümfrage ist im Mutter-Tochter-Alltag genauso verankert wie das Üben verschiedener Schrittfolgen – was auch einmal auf einem Bahnsteig geschehen kann, wie Tochter Viktoria erzählt. Ob sie denn auch bei der WM in Kalkar mit dabei war? „Ja klar, wir sind immer im Team unterwegs“, so die 15-Jährige, die ganz nebenbei erwähnt, dass sie „sogar Weltmeisterin in der Gruppe der 13- bis 18-Jährigen“ geworden ist. „Aber das haben wir noch gar nicht richtig kommuniziert.“

Starallüren hat niemand, was die beiden sehr angenehm finden. Man sei wie eine große Familie, und es gebe viele Mutter-Tochter-Teams. Doch auch Männer sind dabei.

Die Line-Dance-Sparte beim SV Mering hat 30 Mitglieder

Im Jahr 2012 wurde innerhalb der Tanzsportabteilung im SV Mering die Line-Dance-Sparte „1Line“ gegründet, die rund 30 aktive Mitglieder, darunter auch drei Männer, hat. Carola Schöpf zeigt sich erstaunt über das riesige Interesse, das die Workshop-Angebote mittlerweile in Mering hervorrufen.

Bisher leitete die Abteilungsleiterin und Trainerin Doris Tesch die Workshops. Erstmals hat nun Carola Schöpf sie übernommen. Tochter Viktoria unterstützt ihre Mutter kräftig. „Ich brauche sie vor allem als Anker auf der hinteren Seite, wenn wir die Drehung machen“, sagt Carola Schöpf. „Die meisten, die sich bei einem Workshop anmelden, haben eine eher verstaubte Vorstellung vom Line Dance“, hat sie festgestellt. Getanzt wird aber auf jede Art von Musik, egal ob Pop, Rock, Country oder Swing und auch in den verschiedensten Stilrichtungen – im Fortgeschrittenenstadium auch zu Walzer, Cha-Cha-Cha oder Hip-Hop. Man kann auch ohne Tanzpartner seinem Hobby nachgehen. Das ist auch bei Familie Schöpf nicht anders. Wenn Ehefrau Carola und Tochter Viktoria auf Tour sind, widmet sich Vater Christian seiner eigenen Leidenschaft: dem Motorsport.

Drei Fragen an Carola Schöpf

  • Wen würden Sie gerne einmal kennenlernen oder treffen?

„Gerne würde ich Heinrich Popow einmal treffen. Das ist ein erfolgreicher Leichtathletik-Para-Sportler, der 2018 bei Let’s Dance teilgenommen hat und dafür meinen größten Respekt verdient.“

  • Mit welcher Sportart können Sie gar nichts anfangen?

„Mit Fußball und auch allen anderen Ballsportarten. Da bin ich einfach total unbegabt!“

  • Womit kann man Sie so richtig auf die Palme bringen?

„Wenn Mitmenschen sich immer auf andere verlassen und kein Stück selbst denken.“

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