Fußball

25.08.2015

Chips zum Lebewohl

Chips statt Blumen gab es bei der Verabschiedung der Sportfreunde-Fußballer, die ihre Karriere beendeten. Damit könnten sie nun den Sport passiv richtig genießen, lautete die Begründung.
Bild: Kleist

Nicht alle Amateur-Fußballer werden mit Blumen verabschiedet, manchmal gibt es Präsente mit „Hintergedanken“

Nach Jahren der Treue ist es immer schwer, Abschied zu nehmen. So geht es nicht nur scheidenden Fußballspielern, die den Klub verlassen oder ihre Karrieren beenden, sondern auch deren Vereinen. Ein passendes Abschiedsgeschenk ist für diese verdienten Spieler oft nicht leicht zu finden. Denn wie drückt man schon wirklich die Wertschätzung für jahrelanges Engagement aus?

Bei den Sportfreunden Friedberg hat man jetzt eine pragmatische Lösung gefunden: Eine Tüte Chips und eine Tafel Schokolade gab es für die verdienten Fußballer zum Abschied, die am Ende der vergangenen Saison ihre Schuhe an den berühmten Nagel hängten und nun offiziell verabschiedet wurden. Die Idee stammt von Abteilungsleiter Stefan Weindl. „Nachdem die Herren sich entschieden haben, nicht mehr aktiv Fußball zu spielen, wollten wir ihnen das Equipment an die Hand geben, mit dem sie den Sport jetzt passiv genießen können“, scherzt er. Denn Blumensträuße seien ihm zu langweilig.

Beim Lokalrivalen TSV Friedberg jedoch werden genau diese verschenkt. Abteilungsleiter Marcus Mendel findet das auch völlig in Ordnung. „Eigentlich ist es nicht wichtig, was man den Spielern schenkt“, sagt er. „Die Geste und die Wertschätzung zählen.“ Die Idee der Sportfreunde jedoch finde er amüsant. „Aber wir werden das trotzdem nicht machen“, sagt er und schmunzelt dabei.

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Auch Mario Borrelli vom Kissinger SC gefällt die kuriose Verabschiedung bei den Friedberger Sportfreunden. Beim Kissinger SC indes werde meistens ein gravierter Glaspokal an die ausscheidenden Spieler überreicht, erzählt er. Der Schriftzug „in Dankbarkeit“ ziere das Geschenk. Für das Ausnahmetalent André Pusch habe es sogar ein Abschiedsspiel gegeben. „Es kommt auch darauf an, wie lange die Spieler schon dabei waren“, sagt Borrelli.

Aber gerade wenn hinter den Kulissen noch ein Fest für die Ausscheidenden gefeiert werde, sei eine Chipstüte zum Abschied ein „netter Gag“.

Einen Schal oder ein Mannschaftsfoto gibt es beim Sportverein Mering. Dessen Präsident Georg Resch hält es auch für angemessen, den Spielern einen bleibenden symbolischen Wert mit auf den weiteren Weg zu geben. „Oft stellen wir auch bei der Jahresabschlussfeier eine Vita der Spieler vor, wenn sie im Begriff sind aufzuhören.“ So könnten sie im Kreis des Vereins noch einmal auf ihre erbrachten Leistungen zurückblicken. „Die Zeit als Fußballer soll man ja positiv in Erinnerung behalten“, meinte Resch – und dazu gehöre nun mal auch der Abschied.

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