1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Lokalsport
  4. Der nächste Umbruch steht ins Haus

Handball 3. Liga

17.05.2014

Der nächste Umbruch steht ins Haus

Bravo und Dankeschön sagt Manuel Vilchez-Moreno dem TSV Friedberg. Er kehrt nach fünf Jahren Arbeit in der Herzogstadt nach Spanien zurück.
Bild: Peter Kleist

Nach dem Klassenerhalt verlassen die drei Topspieler Jonathan Scholz, Panagiotis Erifopoulos und Manuel Vilchez-Moreno den TSV Friedberg. Eine Bilanz

Der TSV Friedberg spielt auch in der nächsten Saison in der 3. Liga. Ein Jahr nach dem Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und BHV-Pokalsieg hat die neu formierte junge Truppe dafür gesorgt, dass die Erfolgsgeschichte der Handballer weitergeht. Friedberg stand während der gesamten Saison nicht einmal auf einem Abstiegsplatz und sicherte sich so verdient den Klassenerhalt.

Alles neu machte der Mai 2013. Nach dem Gewinn der Meisterschaft verzichtete der TSV aus finanziellen Gründen auf den Aufstieg. Das bedeutete einen großen personellen Umbruch: Nicht nur wichtige Spieler aus dem Meisterkader, auch Trainer Hartmut Mayerhoffer und der Sportliche Leiter Florian Antony entschieden sich dafür, den Verein zu verlassen. Mit einer jungen Mannschaft, das Durchschnittsalter von 24,9 Jahren wurde nur durch die beiden „Oldies“ Miro Ilic und Manuel Vilchez-Moreno derart angehoben, ging der TSV auf eine neue Mission: Diesmal stand der Klassenerhalt im Fokus.

Den Trainerposten übernahmen in einer gleichberechtigten Doppelspitze der ehemalige spanische Erstligaspieler „Manolo“ Vilchez-Moreno und Harald Rosenberger, der frühere Friedberger Aufstiegstrainer und zudem als Coach deutscher Jugendmeister mit der BHV-Auswahl. Und die Saison ging gleich gut los: Die hoch eingeschätzte Mannschaft aus Konstanz hatte keine Chance, der TSV spielte sich phasenweise in einen Rausch und schickte die Gäste mit einem 27:20- Heimsieg zurück zum Bodensee.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

An den ersten sechs Spieltagen ergab sich dann immer dasselbe Bild: Spielte Friedberg in der TSV-Halle auf, gab es einen Sieg zu feiern, musste die Mannschaft dagegen auswärts ran, durfte der jeweilige Gegner nach den 60 Minuten die Punkte behalten. Diese Serie durchbrach erst das 26:26 zu Hause gegen Großsachsen. Doch das erschien nach den beiden Auswärtssiegen bei Kronau/Östringen 2 und Auerbach wie ein gutes Omen.

Am 16. November stand es im Heimspiel gegen die SG H2Ku Herrenberg 27:27 nach 60 Minuten, als Spielertrainer Manuel Vilchez-Moreno zur Siebenmetermarke ging. Dieser letzte Wurf des Spiels hätte dem TSV den dritten Sieg in Folge bringen können, doch der Spanier scheiterte am gegnerischen Keeper. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass es für viele quälende Wochen für Friedberg die letzte Möglichkeit gewesen war, ein Spiel mit einem Sieg zu beenden. Durch viel Verletzungspech folgten danach acht Niederlagen in Serie, auch der Heimnimbus der Herzogstädter war in dieser Phase dahin.

Am 8. Februar schließlich kam es zu einer vorentscheidenden Partie: Zu Hause musste Friedberg unbedingt gegen den direkten Konkurrenten aus Rödelsee gewinnen. Bei einer weiteren Niederlage wäre der TSV zum ersten Mal in dieser Spielzeit auf einem Abstiegsplatz gestanden. Die Mannschaft hielt dem Druck jedoch stand und distanzierte den Aufsteiger souverän mit 25:20. Zwei Wochen später folgte ein begeisterndes 29:24 gegen Bad Neustadt, den damaligen Tabellenführer, der bis dahin erst eine Niederlage kassiert hatte. Und weil es gerade so schön war, ließen die Herzogstädter diesem Favoritensturz gleich zwei weitere Siege folgen.

Zittern bis zum vorletzten Spieltag

Damit hielt der TSV einen knappen Vorsprung vor den Abstiegsrängen. Bis zum vorletzten Spieltag musste Friedberg zittern, ein Punkt fehlte damals noch zum Klassenerhalt. Die letzte Auswärtsaufgabe bei Heilbronn/Horkheim sollte schließlich das Happy End bringen: Mehrmals hatten die Handballer gegen den Favoriten deutliche Rückstände aufgeholt, beim Stand von 29:30 war die Spielzeit zwar abgelaufen, aber die Gäste hatten noch einen Siebenmeter zugesprochen bekommen. Kapitän Miro Ilic übernahm die Verantwortung für diesen letzten Wurf der Partie, traf er, war Friedberg gerettet. Mit all seiner Erfahrung hielt der Friedberger dem immensen Druck stand, er verwandelte den Strafwurf souverän. Das bedeutete den Klassenerhalt!

Zur neuen Saison verlassen den TSV drei Spieler. Jonathan Scholz, Friedbergs erfolgreichsten Torschützen, zieht es zu seinem alten Coach Hartmut Mayerhoffer und dem wahrscheinlichen Bundesliga-Aufsteiger Bietigheim. Kreisläufer Panagiotis Erifopoulos wird hingegen in der kommenden Saison zweimal Gegner des TSV sein, er wird künftig für Nußloch, den Meister der Oberliga Baden-Württemberg, auflaufen. Spielertrainer Manuel Vilchez-Moreno schließlich kehrt nach fünf Jahren zurück in seine Heimat Spanien.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren