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Leichtathletik

08.10.2019

„Die Erfolge sehe ich sehr positiv“

Stefan Gorol

Doch Stefan Gorol von der DJK Friedberg übt auch Kritik an der Weltmeisterschaft in Katar.

Über die Erfolge der deutschen Leichtathleten hat sich Stefan Gorol, Abteilungsleiter, Sportwart und bald auch Trainer bei der DJK Friedberg, verständlicherweise gefreut. Doch der einstige erfolgreiche 400-Meter-Sprinter sah auch einiges bei der Weltmeisterschaft in Doha, was ihn nachdenklich stimmte.

Sensationelle Erfolge

„Die Erfolge sehe ich natürlich sehr positiv und es freut mich, dass sich gerade auf den Mittelstrecken etwas getan hat“, meinte der 27-Jährige und sprach dabei natürlich die Medaillen von Gesa Krause über die 3000 Meter Hindernis und von Konstanze Klosterhalfen über die 5000 Meter an. „Sensationell“ sei selbstverständlich auch der Sieg von Malaika Mihambo im Weitsprung und der Triumph von Niklas Kaul im Zehnkampf gewesen. „Dass der 21 Jahre alte Kaul das so durchgezogen hat, war schon sehr überraschend“, so Gorol, der sich von den Speerwerfern ein bisschen mehr erwartet hätte. Warum es gerade bei den Männern im Laufbereich nicht gerade rosig aussieht, darauf weiß auch Gorol keine Antwort. „Das ist eine schwere Frage, die wohl kaum zu beantworten sein wird“, so der ehemalige Sprinter.

Traurig, wie leer die Stadien waren

Doch Gorol fand auch einiges, was ihm nicht gefiel. „Es war eher traurig zu sehen, wie leer die Stadien waren – und ob es sinnvoll ist, Weltmeisterschaften in ein Land zu geben, in dem es so heiß ist, das bleibt auch zu diskutieren“, meinte er. Gerade für die Langstreckenläufer, die oft erst nach Mitternacht auf die Strecke geschickt wurden, sei es „grausam“ gewesen.

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Dennoch habe Doha auch einiges Neue gebracht. „Die Veranstalter haben es gut gemacht, einiges versucht – wie beispielsweise die Light-Show vor den Sprintfinals und manche neue Perspektive“, so Gorol, der aber auch eines unmissverständlich feststellte: „Die Kameras im Startblock braucht nun wirklich kein Mensch.“

Es gilt die Unschuldsvermutung

Auch das Thema Doping war in Katar wieder eines, hier vor allem das Nike Oregon Project, dessen Gründer Alberto Salazar ja während der Wettkämpfe mit einer vierjährigen Sperre bestraft wurde. So werde auch die Leistung von Konstanze Klosterhalfen, die dort seit November 2018 trainiert, unter Vorbehalt gesehen. „Es ist auffällig, wie viele Weltmeister von diesem Oregon Project kommen“, sagte Gorol, doch im Fall Klosterhalfen müsse die Unschuldsvermutung gelten. „Wer weiß, vielleicht machen die ja wirklich alles besser als wir“, so der DJK-Funktionär.

Stefan Gorol hofft darauf, dass die erfolgreichen deutschen Topathleten auch nächstes Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio ihre Leistungen bestätigen können – und dass manche andere wieder Anschluss an die Weltspitze finden.

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