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23.07.2010

Ein Mädchenteam vor dem Abflug ins Heilige Land

Israel, wir kommen: Das Mädchenteam des SV Mering wagt mit seinen Betreuern den sportlichen Ausflug ins Heilige Land, in die nordisraelische Stadt Karmi´el. Fotos: Anton Schlickenrieder
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Israel, wir kommen: Das Mädchenteam des SV Mering wagt mit seinen Betreuern den sportlichen Ausflug ins Heilige Land, in die nordisraelische Stadt Karmi´el. Fotos: Anton Schlickenrieder

Mering/Unterbergen "Karmi´el Flowers" lautet der Name des Vereins, bei dem 14 Fußballmädels des SV Mering demnächst gastieren. Karmiel ist eine 65 000-Einwohner-Stadt im Norden Israels - junge deutsche Blumen machen sich quasi auf den Weg zu hebräischen Blumen. Die 21 Mann starke Reisegruppe aus Mering fliegt am Dienstag, 27. Juli, ins Heilige Land und absolviert dort ein umfangreiches zehntägiges Austauschprogramm, für das sogar das Schuljahr früher endet.

Der Gastverein der Meringer geht auf eine Elterninitiative zurück und hat sich wie die Stadt selbst rasend schnell und sehr weit entwickelt. Günter Wurm, ehrenamtlicher Trainer der Meringer Fußballmädels, weiß von professionellen Trainern im Fußball, Basketball und Tanz, die die Vereinsmitglieder betreuen. Und er arbeitet mit dem hauptamtlichen Geschäftsführer von Karmi´el Flowers zusammen, der überall nur Freddy heißt. Dessen Familienname ist für eine deutsche Zunge etwas schwer auszusprechen - die israelische Stadt hatte in den letzten Jahren viel Zuzug aus Russland, erzählt der 44-Jährige.

Wurm hat die Mädchen und deren Eltern zu sich in den Garten seines Hauses in Unterbergen eingeladen, mit dazu auch die Betreuerin Evi Mayer und Monika Sailer, die Referentin für Internationale Jugendarbeit und Schüleraustausch für die Länder Mittelosteuropas und Israel bei der Bayerischen Sportjugend. So eine Reise zu organisieren sei "das Heißeste, was man anpacken kann", meint der frühere Jugendbeauftragte der Gemeinde Schmiechen. Hier bei uns gebe es Antisemitismus, es gelte eine Menge Sicherheitsbedenken einzukalkulieren und im Gastland gebe es den Konflikt mit den Palästinensern. Und noch dazu ist es völlig ungewöhnlich, mit so einer jungen Truppe in dieses Land zu reisen: Die Mädchen sind zwischen 13 und 16 Jahre alt. Das bestätigt auch Monika Sailer. Und dann ist da noch die gehörlose Elena, die es einzubinden gilt und deretwegen extra ein Gehörlosentheater in Jaffa besucht wird - spannend sicher auch für die Anderen.

Aber: Es hat Günter Wurm gepackt. Die Tränen von Tochter Theresa und ihrer Teamkolleginnen, als letztes Jahr Ende Juli sich die israelitischen Basketball-Jungs verabschiedeten, lassen ihn die Mühen vergessen. "Papa, das sind ja richtige Gentlemen" - die Wiedersehensfreude ist schon im Vorfeld riesig. "Wissen wir nicht jetzt schon, wo wir hinkommen? Dann könnten wir ja über Facebook schon Kontakt aufnehmen", lautete eine Frage aus der Sportlerinnenrunde, die durchaus Heiterkeit hervorrief.

Nun, bekannt ist das noch nicht. Und vorerst galt es, das Programm durchzukauen und die Sicherheitschecks. Etwa, dass man bei einem Abflug frühmorgens um fünf Uhr schon drei Stunden vorher am Flughafen in München sein muss. Oder dass Lippenstift, Schminke und Make Up als Flüssigkeiten gelten, von der man nicht mehr als einen Liter mitnehmen darf. Wurm kann sich aber auf seine Truppe verlassen, Generalprobe war das nationale Fußballturnier in Emstek, für das die Mädels schon einmal drei Tage weg waren von daheim. Fußball wird in Israel übrigens auch gespielt, am dritten Tag ist ein Turnier ausgerichtet. Sollte es wirklich muskulär irgendwo zwicken, ist sogar eine Physiotherapeutin mit im Tross. Unterstützung kommt von der Gemeinde, Gastgeschenke spendiert der MSV, die Deutsche Sportjugend gibt Geld dazu und private Spender, selbst an den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer hat Wurm einen Brief geschrieben.

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