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Breitensport

05.04.2019

Eine 84-jährige Kissingerin fordert: „Schickt eure Kinder zum Turnen“

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Die 84-jährige Hannelore Ensenmeier war 17 Jahre Übungsleiterin „Turnen und Gymnastik mit Geräten“ beim Kissinger SC. Hier zeigt sie Fotos aus ihrer aktiven Zeit, an die sie sich gerne erinnert.
Bild: Heike Scherer

Die 84 Jahre alte Hannelore Ensenmeier sieht die Entwicklung bei der Turnabteilung des Kissinger SC mit Sorgen. Sie erinnert sich gern an ihre Zeiten als Übungsleiterin.

Hannelore Ensenmeier war 17 Jahre Übungsleiterin „Turnen und Gymnastik“ beim Kissinger SC. Als die 84-Jährige vor Kurzem den Bericht „In Kissing gehen die Sportler aus“ in der Friedberger Allgemeinen las, stimmte sie das traurig.

Als langjährige Übungsleiterin kann sie nicht nachvollziehen, dass sich die Jugendlichen nicht mehr für diesen Sport begeistern können oder sogar die Abteilung „Turnen und Gymnastik“ von der Auflösung bedroht ist.

Sie erinnert sich gerne an die 17 Jahre zurück, in denen sie mit Buben und Mädchen in Kissing für gemeinsame Aufführungen mit Bällen, Reifen, Keulen, Seil, Band oder am Boden trainierte. Hannelore Ensenmeier möchte vor allem an ihre ehemaligen Turnmädchen mit den Worten appellieren: „Schickt eure Kinder zum Turnen. Es wäre schade, wenn es das alles nicht mehr gäbe, was ihr selbst erleben durftet.“

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Mit acht Jahren mit dem Turnen begonnen

Bereits im Alter von acht Jahren begann Hannelore Ensenmeier, die in Oberhausen geboren wurde, mit dem Turnen. Im Jahr 1960 zog sie mit ihrem Mann nach Bayern in die Gemeinde Kissing. Den Übungsleiterschein erwarb sie in der Sporthochschule Grünwald und war beim KSC von 1982 bis 1998 als Übungsleiterin im Einsatz. Sie betreute Buben im Alter von fünf bis zehn Jahren und Mädchen zwischen sieben und 14 Jahren.

Mit Begeisterung hätten die Gruppen damals an Wettkämpfen teilgenommen. „Wir waren sehr erfolgreich und holten viele Urkunden mit den Geräten Seil, Band, Ball, Reifen, Keulen und beim Bodenturnen, und wir hatten jedes Jahr Aufführungen in der Paartalhalle“, erzählt sie und zeigt einige Fotos und Zeitungsartikel. Auch einen Volkstanz mit Holzschuhen hätten sie einmal einstudiert. Es war eine eingeschworene Gruppe, in der Kameradschaft und Turngeist durch die gemeinsamen Auftritte immer stärker wurden.

Viele Wettkämpfe und Reisen wurden unternommen

„Ich war vor allem für die jungen Mädchen wie eine Mutter und Freundin zugleich“, verrät sie lächelnd. Für den Landeswettbewerb erhielt sie eine Kassette mit der Musik und die Übungen auf Papier, oft auch als Zeichnung. Bis die Übungen bis ins letzte Detail saßen, flossen oft viele Tränen, erinnert sich Ensenmeier. Es ging hauptsächlich darum, dabei zu sein, ein Podestplatz sei eigentlich nicht im Vordergrund gestanden. Ihre „Elitegruppe“, zu der acht Mädchen zählten, habe silberfarbene Anzüge bei den Aufführungen getragen, weiß sie noch. Auch Reisen des BLSV nach Frankreich und an die Ostsee, an denen 600 Teilnehmer in einem Jugendcamp übernachteten, unternahm Hannelore Ensenmeier mit ihren Turnmädchen. „Ich habe für die Gruppe gekocht, abends musizierte ich mit ihnen bei einer Andacht“, sagt sie. Dabei nahmen ihre Mädchen auch an Aufführungen teil. Auch diesen Fahrten stand das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund.

Warum es beim KSC momentan in der Abteilung Turnen immer mehr Kündigungen gebe, kann sie sich nicht erklären. Aber die Tatsache betrübe sie sehr, ließ sie wissen. Sie selbst habe immer versucht, die jungen Leute bei der Stange zu halten. Auch die meisten Eltern legten großen Wert darauf, dass ihre Kinder die wöchentliche Turnstunde nicht versäumten. Sie kann sich noch an die beiden eifrigen Schwestern Sabine und Ulrike Albrecht erinnern, die nie gefehlt hätten. Würde es gesundheitlich noch gehen, würde sie noch heute turnen, meint die Seniorin. Ein Mitglied beim KSC ist sie immer noch und sie wird es auch weiterhin bleiben.

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